Supply Chain Management

Absatzplanung im Supply Chain Management

| Autor / Redakteur: Peter Frerichs / Jonas Scherf

Eine gute Planung ist die Voraussetzung für die erfolgreiche Supply Chain.
Eine gute Planung ist die Voraussetzung für die erfolgreiche Supply Chain. (Bild: pixabay)

Die Planung des künftigen Absatzes ist im Supply Chain Management der erste Schritt. Dafür braucht es vor allem intelligentes Datenmanagement und aktuelle Software.

Ein stetig wachsendes Produktangebot, welches über den Multi-Kanal-Vertrieb an Kunden weltweit gebracht werden soll, stellt die gesamte interne Lieferkette vor enorme Herausforderungen. Umso wichtiger ist eine gute vorgeschaltete Planung aller Supply-Chain-Prozesse, beginnend mit der Planung des künftigen Absatzes. Die Masse an neuen Daten, die durch Marktveränderungen, Saisonverkäufe, Störungen oder Verkaufsaktionen generiert wird, sollte diese Planung eigentlich unterstützen, doch wirkt sie auf viele Planungsverantwortliche erst einmal wie ein unüberwindbares Informations-Chaos. Grund dafür ist jedoch nicht das Unwissen der Fachkräfte, sondern ein meist mangelndes Datenmanagement, Inseldenken und unzureichende Software.

Bestandteile einer Planung

Damit eine Absatzplanung, auf die sich alle Prozesse der internen Supply Chain stützen, verlässlich, kundenorientiert und bereichsübergreifend geschieht, müssen die folgenden drei Dinge erfüllt sein:

Informationen aller Abteilungen zusammenbringen

Die ganzheitliche Betrachtung der internen Lieferkette ist elementar für eine Absatzplanung. Denn der Kundenwunsch bestimmt letztlich nicht nur die Produktion, sondern auch vernetzte Prozesse im Lager, der Disposition, in Vertrieb und Marketing. Eine Inselplanung – das wissen wir schon lange – kann kein unternehmerisches Gesamtoptimum erzielen. Wenn aber Ziele, Nebenbedingungen und Wechselwirkungen aller Teile bekannt sind, können sie auch in einer Gesamtplanung berücksichtigt werden. Eine große Informationssammlung macht jedoch den Planungsprozess um ein Vielfaches komplexer. Das mag den Eindruck erwecken, Flexibilität und Kurzfristigkeit müssten einer guten Planung weichen. Das ist aber nicht zwingend der Fall, denn hier setzt die Intelligenz von Algorithmen an. Dies führt uns zu Nummer zwei:

Der Blick in den Rückspiegel

Vergangenheitswerte dienen uns als Entscheidungsgrundlage für die Zukunftsplanung, denn sie sind faktisch und damit – sofern sie gewissenhaft erfasst werden – eine nicht anzweifelbare Datenbasis. Auf dieser Basis kann mithilfe von Prognosealgorithmen die Zukunft vorausgesagt werden. Doch in jeder Situation blind darauf zu vertrauen, kann Konsequenzen haben. Nach diesem Verfahren kam es beispielsweise Anfang August auf der A3 am Leverkusener Kreuz zu einem Stau mit stundenlanger Wartezeit. Der Grund: Baustelle. Der Ärger war (selbstverständlich) groß und dennoch erläuterte der Planungsverantwortliche, dass an diesem Wochenende inmitten der Sommerferien (NRW) eigentlich das geringste Verkehrsaufkommen sein sollte – dies habe eine Berechnung auf Vergangenheitswerten ergeben. Fraglich ist, ob die am gleichen Tag stattgefundene Fußball-Saisoneröffnung in der Leverkusener BayArena, nahe gelegen am Autobahnkreuz, ebenfalls in die Planung eingeflossen ist...

Fazit: Der Blick in die Vergangenheit ist für die Planung des zukünftigen Absatzes von hoher Bedeutung. Auf Vergangenheitswerte können intelligente Prognoseverfahren aufsetzen und für die Mehrheit der zu planenden Einheiten eines Unternehmens bereits einen sehr verlässlichen Ausblick über das künftige Absatzverhalten geben. Jedoch ist dies allein nicht genug, denn unvorhergesehene und außerordentliche Störungen sind unvermeidbar und müssen in eine Planung unbedingt einbezogen werden. Nummer drei:

Menschliche Expertise in eine agile Planung einbinden

Die Intelligenz von Planungssystemen ist auf unserem heutigen Stand der Technologie weit entwickelt. Sie wächst mit den Fortschritten in künstlicher Intelligenz und maschinellem Lernen. Und dennoch wird es immer Einflussfaktoren auf eine Planung geben, welche nur über die menschliche Expertise eingeschätzt werden kann – sei es ein Fußballspiel im Stadion neben der geplanten Baustelle oder beispielsweise ein mögliches Fahrverbot für dieselbetriebene LKW, das Auswirkungen auf die Logistik hat. Worin Software in dieser Situation allerdings unterstützen sollte, ist agile Optimierung als Handlungsprinzip. Hier leistet entscheidungsintelligente und agile IT eine schnelle Anpassungsfähigkeit durch Informationsverarbeitung von Echtzeit-Daten in enorm kurzer Zeit.

Fazit

Die Kombination aus einer abteilungsübergreifenden Planung, Vergangenheitsdaten, Expertise erfahrener Planer und smarter IT als das zusammenführende Dachelement ermöglicht eine verlässliche und realistische Absatzplanung. Denn werden erst einmal alle Daten in einem gemeinsamen Softwaresystem intelligent und integriert verarbeitet, sind Folgeprozesse harmonisiert und das Unternehmen arbeitet im Takt des Marktes und mit Blick auf den Kunden. Damit können auch sich ausweitende Artikelspektren unter einem zunehmenden Liefer- und Kostendruck effizient gemanagt und die Wettbewerbsfähigkeit gesteigert werden.

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