Hallen und Zelte

Dach gesucht

02.02.2007 | Autor / Redakteur: Reinhold Schäfer / Reinhold Schäfer

Stefan Bartosch, Geschäftsführer Deutschland der De Boer GmbH: „Der Vorteil eines Zelt-/Hallensystems liegt in der Flexibilität. Diese Raumlösungen sind in Höhe, Länge und Breite modular erweiterbar.“ Bild: De Boer

Mitunter stehen die Entscheider von Logistikunternehmen bei notwendigen Erweiterungen vor der Frage, eine neue Halle zu bauen oder vorübergehend eine Lagerhalle, einen Container oder ein Zelt zu mieten. Sogar für die dauerhafte Miete gibt es Gründe, weil das Kapital dann für andere Investitionen zur Verfügung steht.

Platzt das Lager aus allen Nähten, muss schleunigst nach zusätzlichem Lagerplatz gesucht werden. Es stellt sich dann die Frage: Genügt es, bei einem vorübergehenden Engpass eine Halle dazuzumieten oder muss eventuell ein neues Lager angebaut werden?

„Mit dem Bau einer Lagerhalle entscheidet man sich zunächst einmal für eine starre Raumlösung“, gibt Stefan Bartosch, Geschäftsführer Deutschland der De Boer GmbH, Recklinghausen, zu bedenken. Dazu komme, dass Container den Nachteil haben, dass sie zumeist in Höhe, Breite und Tiefe beschränkt (genormt) sind. „Der Vorteil eines Zelt-/Hallensystems liegt demnach in der Flexibilität. Diese Raumlösungen sind in Höhe, Länge und Breite modular erweiterbar“, konstatiert Bartosch.

Unterschiedliche Lösungen je nach Zeithorizont

Matteo Buzza, Geschäftsführer der Renz Handels- und Logistik GmbH, Althengstett, wendet ein: „Das ist eine Frage der Unternehmensplanung. Wenn mein Kunde langfristig seine Lager- oder Produktionskapazität ausweiten möchte, empfehle ich den Kauf einer neuen Halle. Falls mittelfristig Platz benötigt wird, ist ein Lager-Container oder eine gemietete Halle zu empfehlen.“ Ein Zelt komme nur infrage, wenn aufgrund eines Brandes oder eines Sturmschadens schnell und für kurze Zeit Raum gebraucht wird.

„Die Frage nach dem Mieten oder Kaufen richtet sich, so Bartosch, „im Wesentlichen nach zwei Kriterien: Mieten sollten Sie immer dann, wenn Sie nicht sicher sind, ob Sie den Raum längerfristig benötigen oder wenn Sie ihn als Übergangslösung, zum Beispiel während der Bauzeit für eine neue Immobilie – zum Beispiel einerLagerhalle – verwenden möchten.“

Auch längerfristige Provisorien

Dennoch gebe es auch längerfristige Übergangsphasen, die durch temporäre Bauten sinnvoll gefüllt werden können. „So bringt die Miete bei einer geplanten Raumlösung, die heute von Vorteil und morgen überholt sein kann, den Vorteil, dass lange Abschreibungszeiten und Investitionskosten durch eine monatliche Miete ersetzt werden und das Kapital frei für andere Investitionen zur Verfügung steht“, ergänzt Bartosch und fährt fort: „Mit dem Kauf eines Zelt-/Hallensystems erwerben Sie ein Stück Flexibilität. Der Erwerb rentiert sich, wenn Sie Lagerfläche flexibel einsetzen möchten. Das heißt, wenn Sie davon ausgehen, dass Sie das Zelt längerfristig an unterschiedlichen Orten im Rahmen Ihrer Unternehmenstätigkeit einsetzen möchten.“

„Hallen und Lager-Container eignen sich für alle Produktgruppen“, gibt Buzza zu bedenken, „wobei eigentlich der Verwendungszweck und die Größe entscheidend sind.“ Wenn es um die Größe gehe, seien Hallen aufgrund ihrer möglichen Spannweiten eindeutig im Vorteil. Und dann geht es um den Verwendungszweck: „Benötige ich eine reine Lagerfläche oder will ich eine Produktion einrichten, dann hat das Einfluss auf die Ausstattung. Reine Lagerhallen müssen nicht immer isoliert sein. Während eine Produktionshalle eine umfassendere Ausstattung benötigt: wie Lichtkuppeln, Isolierung, Heizung und so weiter“, sagt Buzza.

Dem entgegnet Bartosch: „Wir bieten Ihnen Raumlösungen für jedes Produkt an.“ Ein Zelt-/Hallensystem habe wie die Lagerhalle auch den Vorteil, dass Sie begehbar und auch mit Maschinen wie Gabelstaplern und so weiter befahrbar sei. „Dies bieten die zumeist volumenmäßig genormten Container nicht“, betont Bartosch.

Rasante technische Entwicklung

Geht es um die technische Entwicklung, dann hat sich sowohl bei den stationären Bauten als auch bei den temporären vieles getan, und die Entwicklung geht weiter. So habe nach Aussage von Buzza bei den Beschichtungen der Paneele in den letzten Jahren das Thema „Dauerhaltbarkeit“ an Bedeutung gewonnen: „Wir haben heute schon einen sehr hohen technischen Standard. Aber die Lebensdauer von Stahlhallen wird weiter zunehmen.“

Immer wichtiger werde auch die Optik und die Gestaltung der Fassaden. Buzza erläutert: „Neue Materialien für die Fassadengestaltung werden kommen. Auch im Bereich der technischen Ausstattung wird es weitere Fortschritte geben, also bei Toren, Türen, Fenstern, der Beleuchtung und der Klimatisierung.“

„Was die Technik betrifft, sind wir im Bereich der temporären Bauten schon heute am Puls der Zeit“, erklärt Bartosch. „Alle technischen Entwicklungen, die sich in Immobilien integrieren lassen, können wir auch in flexiblen Räumen realisieren.“ Bei Businesslösungen (wie Waren- und Lagerhallen) sowie Event- und Messelösungen statte man die Räume auf Wunsch schlüsselfertig mit Strom, Wasser, Licht, Ton, Heizungs- und Klimatechnik oder weiteren technischen Installationen (Rolltoren) sowie Mobiliar aus: „Alles ist möglich.“

Weitere Innovationen zu erwarten

Auch in Zukunft werden sich technische Innovationen, die sich am Markt etabliert haben, in temporären Räumen wiederfinden, so Bartosch. „Als Anbieter im Premium-Segment können unsere Kunden zeitgemäße Produkte von uns erwarten.“ In den vergangenen Jahren sei De Boer ständig gewachsen und habe sich nicht nur in Europa, sondern weltweit zum Marktführer für temporäre Raumlösungen entwickelt.

„Die zwei wichtigsten Säulen dieses Erfolgs sind die hohe Qualität unserer Produkte, aber auch das ausgeprägte Serviceverständnis unserer Mitarbeiter. Auch in Zukunft werden wir an diese Erfolge anknüpfen und unsere führende Marktposition weiter ausbauen“, ist sich Bartosch sicher. Die Qualität habe sich nach dem Preisdumping der letzten Jahre durchgesetzt – „Standardanbieter“ ohne Innovationskraft werden Bartosch zufolge langfristig auf der Strecke bleiben. „Zudem profitieren wir durch die hohe Innovationsbereitschaft zum Beispiel in den Niederlanden, in Spanien und der arabischen Welt.“

Matteo Buzza wünscht sich für die Zukunft seines Unternehmens, die Kundenzufriedenheit weiter zu steigern und in jedem einzelnen Bereich besser zu werden als die Konkurrenz, um dadurch ein gesundes Wachstum zu erreichen.MM

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