Russland

Höherwertige Gebrauchtmaschinen liegen voll im Trend

04.04.2007 | Autor / Redakteur: Waldemar Lichter / Stéphane Itasse

Der Ölboom hat die Kassen der russischen Unternehmen gefüllt – jetzt investieren sie, auch in Gebrauchtmaschinen. Bild: Fotodisc

Russland gehört zu den interessantesten Märkten für Gebrauchtmaschinen weltweit. Das Wirtschaftswachstum ist hoch, die Investitionen ziehen auf breiter Front an, die Finanzierungsmöglichkeiten haben sich verbessert. Die Absatzaussichten auch für Maschinen aus zweiter Hand gelten als gut, die Kundschaft ist jedoch anspruchsvoller geworden.

Ob Abfüllanlagen oder komplette Ziegeleien – immer häufiger werden auch ganze Werke aus zweiter Hand derzeit nach Russland gebracht. Das berichtet Herbert Pletowski, Leiter der Moskauer Vertretung der Lantenhammer GmbH. Die große Masse des Secondhand-Geschäftes machen jedoch die Einzelmaschinen aus – von der Werkzeugmaschine, über Spritzgießautomaten bis hin zum Gabelstapler.

Das Geschäft mit russischen Kunden läuft gut. Die Marktentwicklung und die Aussichten werden insgesamt positiv bewertet. „Konstant wachsende Nachfrage“, fasst ein im Russlandgeschäft tätiger deutscher Unternehmer die Einschätzung des Marktes zusammen. Das Marktvolumen lässt sich jedoch nicht zuverlässig quantifizieren.

Dass das Geschäft mit Gebrauchtmaschinen in Russland so gut läuft, ist den deutlich besseren wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu verdanken. Der Aufschwung hält seit nun acht Jahren an und es wird kräftig investiert. Die Investitionen nehmen seit 2003 zweistellig und stärker als erwartet zu. Nach über 13% im vergangenen Jahr werden auch 2007 10,2% erwartet.

Lange Maschinenlaufzeiten in Russland

Meist werden Maschinen in Russland lange Zeit eingesetzt. Die Maschinenparks würden nicht so schnell ersetzt, wie das im Westen üblich sei, sagt ein Marktkenner. Während in Westeuropa nach zehn oder fünfzehn Jahren erneuert werde, seien es in Russland 20 bis 30 Jahre, zum Teil sogar noch viel länger. Dieser Umstand hat die Nachfrage nach Gebrauchtmaschinen bisher gebremst.

Doch nun hat sich die Erneuerung des Maschinenparks in vielen Sektoren beschleunigt. Immer mehr Branchen, einschließlich des Maschinenbaus, werden von der positiven Investitionsstimmung erfasst. Die finanzielle Lage der Unternehmen hat sich aufgehellt, die Möglichkeiten, Kredite zu erhalten und den Kapitalmarkt in Anspruch zu nehmen, haben sich verbessert.

Der Wirtschaftsboom und die bessere Finanzausstattung wirken sich positiv auf die Nachfrage nach höherwertigen Gebrauchtmaschinen, zum Beispiel aus Deutschland, aus. „Viele haben inzwischen begriffen, dass eine gebrauchte deutsche Maschine besser ist als eine neue aus der VR China“, sagt ein Firmenvertreter in Moskau.

In der kommenden Ausgabe lesen Sie einen Beitrag zum Gebrauchtmaschinenmarkt in der Türkei.

Waldemar Lichter ist Korrespondent der Bundesagentur für Außenwirtschaft (Bfai) in Moskau.

Studie: Top-Exportmärkte

MM Maschinenmarkt publiziert in Zusammenarbeit mit der Bundesagentur für Außenwirtschaft (Bfai) eine Studie „Top-Absatzmärkte für Gebrauchtmaschinen“. Sie können diese Studie ab Anfang April für 149 Euro bestellen bei Filomena Will, Tel. (0931) 418-2686, Filomena_Will@vogel-medien.de.

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