Transport Logistic 2007

Logistik bewegt die gesamte Wertschöpfungskette

27.04.2007 | Autor / Redakteur: Bernd Maienschein / Bernd Maienschein

Eugen Egetenmeir, stellvertretender Geschäftsführer der Messe München GmbH: „Rund 25% der Ausgaben in Westeuropa, die im Logistiksektor getätigt werden, entfallen auf Deutschland.“ Bild: Maienschein

Die Transport Logistic vom 12. bis 15. Juni 2007 in München, Leitmesse der Branche, steht unter dem Motto: „Die Logistik bewegt die gesamte Wertschöpfungskette.“ Entsprechend ganzheitlich geht die Messe München an den Start und lockt über 1500 Aussteller in die bayerische Landeshauptstadt – 100 See- und Binnenhäfen inklusive.

International wie nie wird sich die Transportlogistik im Juni dem Publikum präsentieren: Über 1500 Aussteller aus knapp 60 Ländern werden auf dem Münchner Messegelände erwartet – 40% davon kommen dann aus dem Ausland. Eugen Egetenmeir, stellverstetender Geschäftsführer der Messe München GmbH, macht nicht zuletzt die fortschreitende Globalisierung für den Erfolg seiner Messe verantwortlich. In deren Gefolge sei beispielsweise die Air-Cargo-Halle, bei der Transport Logistic im Jahr 2005 noch zu zwei Dritteln gefüllt, in diesem Jahr total belegt.

„Überflieger“ Luftfracht

Liegt das Wachstum der unterschiedlichen Branchen im Schnitt bei 5%, gibt es doch einige Überflieger: Die Luftfracht beispielsweise hat um 25% auf 200 Aussteller zugelegt, rund 20% mehr Eisenbahngesellschaften stellen aus und auch die Schifffahrt ist ausstellerseitig um etwa 25% gewachsen. Das sei umso bemerkenswerter, als München nicht gerade an der Küste liege, sondern ein Binnenstandort per excellence sei. „Das Meer hat nach München gefunden“, so der Manager. Das Konzept der Messemacher geht auf: Es umfasst die ganze Bandbreite der Branche, von der Logistik über den Güterverkehr, die Telematik bis hin zum innerbetrieblichen Materialfluss – ein perfektes Zusammenspiel zwischen den verschiedenen Gliedern der Wertschöpfungskette.

In München werden nächsten Monat rund 86000 m² Ausstellungsfläche belegt sein, im Vergleich zur Vorgängerveranstaltung vor zwei Jahren ein Plus von 15%. Das heißt, die Aussteller haben sich auch flächenmäßig kräftig vergrößert. „Ich glaube, das zeigt auch den Optimismus, mit dem die ganze Branche in die Messe und auch in die Zukunft hineingeht“, so Egetenmeir. Mussten die Besucher bei der Veranstaltung 2005 am Eingang stellenweise längere Wartezeiten in Kauf nehmen, hat München für den Juni mit einem zweiten Eingang „Nord“ für eine Entzerrung der Besucherströme gesorgt.

Bei Verlagerungen müssen Logistiker mitziehen

Auch wenn rund 25% der Ausgaben im Logistiksektor Westeuropas auf Deutschland entfallen, richtet sich der Blick doch verstärkt gegen Osten. Immer mehr Unternehmen verlagern Teile oder ihre komplette Produktion in osteuropäische Beitrittsländer oder noch weiter weg. Da müssen die Logistiker mitziehen. Michael Kubenz, Transporteur und Präsident des noch jungen Deutschen Speditions- und Logistikverbandes, bringt es auf den Punkt: „Logistik wächst da am stärksten, wo durch Firmenverlagerungen Arbeitsplätze abgebaut werden. Das heißt, auf der einen Seite verlieren wir durch die Globalisierung Arbeitsplätze, auf der anderen Seite gewinnen wir Arbeitsplätze dadurch, dass wir die Logistik in Europa stärken und logistische Dienstleistungen anbieten.“

Diese Leistungen seien heute sehr vielfältig, gingen weit über den Transport hinaus und führten letztendlich dazu, dass sich der Logistikdienstleister mit Dingen wie dem Produkthaftungsgesetz beschäftigen muss. Beispiel Ländercustomizing: Ein asiatischer Handy-Hersteller beauftragt den Logistikdienstleister damit, das Mobiltelefon entsprechend dem Provider zu branden, damit es die nächsten 24 Monate nur in dessen Netz funktioniert, die Software aufzuspielen, eine nationale Gebrauchsanleitung sowie das entsprechende Netzteil beizulegen.

Logistikprojekte – oft eine Akzeptanzfrage

Laut Kubenz spielt natürlich auch das Geld eine Rolle in der Logistik: Insbesondere in die neuen EU-Ländern fließen Mittel aus dem Kohäsionsfonds, mit dem die EU die transeuropäischen Verkehrsnetze ausbauen will. Dazu kommen Gelder aus dem Regionalfonds. Damit einher geht die Verpflichtung dieser Staaten, mindestens 1% ihres Bruttosozialproduktes als Eigenfinanzierungsanteil zu leisten. Das würde jedoch in diesen Ländern bei weitem nicht erreicht. Im krassen Gegensatz dazu Deutschland: Hier gebe es weniger Finanzierungsprobleme, sondern Logistikprojekten wie der Ausbau von Elbe oder Donau fehle es an Akzeptanz in der Bevölkerung.

Asien-Auftritt der Transprt Logistic

Die nächste Transport Logistic China wird vom 17. bis 19. Juni 2008 im Shanghai New International Exhibition Centre (SNIEC) in Shanghai stattfinden. Auf Wunsch zahlreicher Aussteller hat die Unternehmensgruppe Messe München International beschlossen, die Messedauer von vier auf drei Tage zu verkürzen.

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