Integrative Produktionstechnik

MTU richtet neues Kompetenzzentrum an der RWTH Aachen ein

10.08.2007 | Redakteur: Jürgen Schreier

Bei Flugzeugtriebwerken sollen künftig mittels integraler Bauweise Sicherheit, Wirkungsgrad, Gewicht, Verbrauch, Abgas- und Schallemissionen, Herstellungs- und Wartungskosten weiter verbessert werden. Bild: MTU Aero Engines

Aachen (js) – Im Rahmen des Exzellenzclusters „Integrative Produktionstechnik für Hochlohnländer“ haben die RWTH Aachen und Deutschlands größter Hersteller von Flugzeug-triebwerken, die MTU Aero Engines aus München, einen Vertrag zur Gründung des Kompetenzzentrums „Verdichter für Flugtriebwerke“ unterschrieben.

RWTH Rektor Professor Burkhart Rauhut, MTU Vorstand Dr. Rainer Martens sowie die Institutsleiter Professor Fritz Klocke (Werkzeugmaschinenlabor WZL und Fraunhofer Institut für Produktionstechnologie IPT) und Professor Peter Jeschke (Institut für Strahltriebwerke und Turboarbeitsmaschinen IST) unterzeichneten den Kooperationsvertrag am 31. Juli 2007.

Neue Werkstoffe und Maschinen für die Triebwerksfertigung

Im Rahmen dieser strategischen Partnerschaft wird die Zusammenarbeit in der Forschung und Entwicklung für die Auslegung, Gestaltung und Fertigung der nächsten Generation von Triebwerken weiter vertieft. Die Luftfahrtindustrie ist eine der Schwerpunktbranchen im Fokus des Exzellenzclusters. Im Vordergrund stehen dabei u.a. die Herstellung von anspruchsvollen Bauteilen für Triebwerke und Strukturen von Flugzeugen sowie die Überwachung der Fertigungsprozesse. Diese Fragestellungen werden umfassend sowohl werkstoffseitig als auch prozess- und maschinenseitig behandelt. Die Auslegung und Überwachung der Herstellung von Blisks ist ein Beispiel, bei dem der Exzellenzcluster intensiv mit der MTU Aero Engines kooperiert.

„Die ausgeprägte Innovationskraft der RWTH Aachen, ihre kompetente Lehre und hervorragende Ausstattung waren für uns die maßgeblichen Gründe zur Einrichtung eines solchen Kompetenzzentrums“, erläuterte MTU-Vorstand Dr. Rainer Martens anlässlich der Vertragsunterzeichnung in Aachen. Bereits seit Jahren bestehen auf der Grundlage zahlreicher Forschungsprojekte enge Kontakte des Unternehmens mit dem Werkzeugmaschinenlabor (WZL) sowie dem Institut für Strahltriebwerke und Turboarbeitsmaschinen (IST). Mit dem Vertrag wird diese vertrauensvolle Zusammenarbeit nunmehr weiter ausgebaut.

Vor dem Hintergrund eines starken Anstiegs des zivilen Luftverkehrs sehen die Kooperationspartner erheblichen Entwicklungsbedarf bei der Gestaltung effizienter Triebwerke. Mittels integraler Bauweise sollen Sicherheit, Wirkungsgrad, Gewicht, Verbrauch, Abgas- und Schallemissionen, Herstellungs- und Wartungskosten der Antriebe weiter verbessert werden.

Mehr Wirkungsgrad durch neue Legierungen für Triebwerksschaufeln

Nach Einschätzung von Professor Fritz Klocke liegen noch erhebliche Potentiale im Werkstoffbereich – etwa durch die Verbindung völlig neuer Legierungen für Triebwerksschaufeln -, aber auch bei der Auslegung und Gestaltung der Antriebsteile sowie im Herstellungsprozess selbst. „Zur Sicherstellung einer wirtschaftlichen Fertigung sind neue Prozessketten, Fertigungsverfahren und Maschinentechnologien erforderlich“, so Klocke. Dabei spielt die Prozesssimulation eine zunehmend wichtige Rolle.

Kontakt: Dipl.-Ing. Drazen Veselovac, Werkzeugmaschinenlabor WZL, Abteilung Überwachung und Abtragen, d.veselovac@wzl.rwth-aachen.de

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