Lagertechnik

Lagerhöhe schafft Platz und Ordnung

15.10.2007 | Autor / Redakteur: Annedore Munde / Annedore Munde

Die Hubtraverse mit Zahnstange und Beladehöhen-Kontrolle sowie dem Stahlbau mit Gleitauflage.

Materialfluss und Lagertechnik werden in vielen kleineren Blechbearbeitungsbetrieben stiefmütterlich behandelt. Doch dort sind erhebliche Rationalisierungs-Potenziale vorzufinden, die mit eher geringen Anstrengungen und überschaubarem Investment in Lager- und Handlingtechnik schnell genutzt werden können. Dafür bietet die Kasto Maschinenbau GmbH & Co. KG ein Programm an Lagersystemen.

Ob für die Bevorratung, den wirtschaftlichen Umschlag und den schnellen Zugriff auf Flachmaterialien, Bleche und dergleichen – die Angebote sind individuell. „Speziell für Handwerksbetriebe, Werkstätten und kleinere Blechbearbeitungsbereiche eignet sich das sehr kompakte und auf kleiner Fläche ein großes Lagervolumen bereitstellende Turmlagersystem Unitower C“, weiß Wendelin Börsig, Lagersystemexperte bei Kasto.

Standardisierungder Lagertechnik sorgt für Platz

Das sehr Platz sparend aufgebaute System mit einem Nutzflächenbedarf von 3450 mm x 4150 mm lässt die Lagerung von Blechpaletten in einem standardisierten Raster in unterschiedlichen Lagerfach-Höhen zu. Die eingesetzten Blechpaletten werden auf wartungsfreien, großflächigen Kunststoffgleitern in den Führungsbahnen des Stahlbaus geführt und mit der am Stahlbau heb- und senkbar angeordneten Lasttraverse aus dem Regalfach herausgezogen und in dieses wieder hineingeschoben. Um unterschiedliche Beladehöhen und auch den im Fach zur Verfügung stehenden Platz zu ermitteln, kann das System optional für drei verschiedene Beladehöhen mit Konturen-Kontrollen ausgestattet werden.

Dementsprechend flexibel ist auch der Stahlbau ausgeführt. Dieser kann aus standardisierten, gelochten Profilen je nach Kundensituation bis zu einer Systemhöhe von 7 m flexibel zusammengestellt werden und auch vom Kunden selbst montiert werden. Für unterschiedliche Fachhöhen lassen sich in einem feststehenden Raster von 47 mm in den Regalstützen die Auflagen für die Blechpaletten flexibel montieren und bei Bedarf auch wieder abändern.

Zahnstangen heben Stahlbehälter

Integraler Bestandteil dieser Stahlbau-Konstruktion sind auch zwei präzise hergestellte Zahnstangen, an denen zwei über eine Gleichlaufwelle verbundene Kettenräder in Form einer Triebstock-Verzahnung den Hub bewerkstelligen. Dabei erreicht der Hubmotor eine maximale Hubgeschwindigkeit von 8 m/min.

Die für Großformat-Bleche ausgelegten Paletten mit einer Nutzlast von 1200 kg oder alternativ 3000 kg pro Lagerfach werden schonend aus dem Fach herausgezogen und über die Hubbewegung zuverlässig auf die jeweils gewünschte ergonomische Arbeitshöhe positioniert. Wichtig ist die flexible Arbeitshöhe für eine direkte Versorgung von Blechbearbeitungsmaschinen, beispielsweise bei der Beschickung einer Tafelschere, insbesondere dann, wenn unterschiedlich hohe Blechpakete vorliegen.

Komplettiert wird der Unitower C durch die Kasto-Steuerung Basic-Control mit Touch-Panel. „Diese ist ergonomisch und benutzerfreundlich und ermöglicht durch die Betätigung eines Zustimm-Tasters sowohl einen teilautomatischen Betrieb als auch den vollautomatischen Betrieb, in Verbindung mit einer erweiterten Absicherung“, so Wendelin Börsig.

Einsatz der Blechteile in einer Blechbearbeitungszelle

Bei Anwendung in der Kasto-eigenen Blechnerei hat sich die Blechbearbeitung schrittweise mit dem steigenden Bedarf von Blechteilen weiterentwickelt. Dabei wurde und wird die Strategie verfolgt, komplexe, aufwändige Blechteile am Markt zu beziehen, aber dennoch in der Lage zu sein, kurzfristig auf Bedarfe im eigenen Haus reagieren zu können und so einer größtmöglichen Flexibilität in der Blechteile-Bereitstellung in der Montage beziehungsweise auf Baustellen Rechnung zu tragen.

Für dieses Aufgabenprofil verfügt die Blechbearbeitung heute über eine Tafelschere, eine Ausklinkmaschine, eine Biegepresse sowie einen Schweißplatz. Mit den wachsenden Anforderungen wurde schrittweise auch die Stanztechnik in das Bearbeitungsprofil aufgenommen und vor einem Jahr eine werkstattprogrammierbare CNC-Stanz-Nibbelmaschine in Betrieb genommen.

Turmlagersystem löst Rollregal ab

Einhergehend mit der Entwicklung dieser Blechbearbeitungszelle erwies sich das bisher eingesetzte Rollregal als unzureichend. So war die Anzahl von Schubladen, in denen die Blechtafeln gelagert werden konnten, begrenzt. Außerdem war das Be- und Entladen speziell in den höher angeordneten Schubladen recht umständlich. Als geeignete Lösung erwies sich die Investition eines kompakten Turmlagersystems Unitower C 3.0, das den Platz bis zur Decke vollständig ausnutzt und dabei auf 13 Paletten jeweils bis 3t Bleche bevorratet.

Eine Besonderheit dieses Turmlagersystems ist die als Option vorgesehene Beladung des Turmlagers von der Rückseite, wozu ein spezieller Wagen in den Fahrbereich an der Rückseite des Turmlagers geschoben werden kann. Dort wird das Blechpaket vom Stapler, in diesem Fall mit Holzrahmen, auf die Blechpalette gesetzt, der Wagen in das Regal geschoben und verriegelt. Anschließend kann das Regalbediengerät im teilautomatischen Betrieb mit Zustimmtaster die beladene Blechpalette in ihr Lagerfach transportieren.

Schwenkkran hebt Blechtafeln aus dem Turmlagersystem

Zur Entnahme steht ein einfacher Schwenkkran mit Vakuum-Hebetraverse zur Verfügung, mit dem die Mitarbeiter die Blechtafeln direkt auf die Stanz-Nibbelmaschine oder auf die Tafelschere ablegen können. „Die Bedienung der neuen Kasto-Basic-Control-Steuerung hat sich bei uns als sehr einfach erwiesen“, verweist Fertigungsleiter Frank Spengler auf die sinnvolle Kombination.

„Das neu installierte Blechlagersystem Unitower C 3.0 hat die gestellten Erwartungen voll erfüllt. Die Sortenvielfalt der Bleche konnte gesteigert werden. Außerdem wurde das Handling der Blechtafeln vom Lager auf die Bearbeitungsmaschinen deutlich vereinfacht. Auch die gesamte Bedienung wird von den Bedienern als positiv gelobt“, bestätigt Spengler die Verbesserungen der Betriebsabläufe. Zudem ist es jetzt möglich, die Übernahme der Blechtafeln in einer ergonomischen Arbeitshöhe durchzuführen.

Für derartige Anwendungen stellt das Blechlager ein kostengünstiges, kompaktes, flexibel auf die Bedürfnisse einrichtbares, standardisiertes Blechlagersystem dar. Weitere Vorteile sind das wartungsfreundliche Hubwerk, die einfache Bedienung über Lagerplatz-Anwahltaste und Zustimmbetrieb in Halbautomatikbetrieb, ein geringer Platzbedarf von etwa 3,5 mm x 4,2 m und letztendlich ein sicheres und sauberes Arbeiten, verbunden mit Zeitersparnis durch direkten Zugriff mittels Kran und Vakuum-Hebetraverse bei entsprechender Anordnung in der Nähe der Blechbearbeitungsmaschinen.

Turmlagersystem Unitower beim Einsatz in der Schweiz

Zwei Schweizer Kunden wissen den Unitower zu schätzen. Die KKS Ultraschall AG aus Steinen beschäftigt sich als Spezialist für Ultraschall-Technologie unter anderem mit der Entwicklung, dem Bau und dem Service von Ultraschall-Generatoren, von Ultraschall-Reinigungsanlagen, von Behandlungsanlagen zum Elektropolieren, Passivieren und Anodisieren, von Trocken- und Nassstrahlanlagen sowie mit der zugehörigen Wasser- und Abwassertechnik. Das Portfolio des 53 Beschäftigte zählenden Mittelständlers umfasst außerdem Dienstleistungen – vom Reinigen über das Entgraten bis hin zur Oberflächenveredelung von Titan und Edelstahl. Hinsichtlich Lagerung und Handling von Blech- und Kunststoff-Tafeln hat man sich bei KKS für den Unitower C entschieden, weil das System flexibel an die jeweiligen Unternehmensansprüche angepasst werden kann.

Auch für die A. Düring Heizungen-Sanitär-Metallbau aus Schänis ist laut Kasto-Geschäftsführer Armin Stolzer durch den Unitower C jetzt die nötige Flexibilität erreicht worden. „Die Architekten und Kunden verlangten immer neue Blechsorten und Dicken, sodass wir mit der konventionellen Lagerung bald an unsere Platzgrenzen stießen. Der Zugriff, und damit das Stapeln von Hand, das Umlagern und das Entnehmen sowie der Weitertransport gestalteten sich sehr schwierig und zeit- sowie personalaufwändig. Die dicken Bleche ließen sich sowieso nicht mehr manuell handhaben, sodass wir nach einer rationellen und bezahlbaren Lösung suchten. Diese haben wir dann mit dem Lagerturm Unitower C auch gefunden“, so Albert Düring, Inhaber von A. Düring Heizungen-Sanitär-Metallbau.

Flexibilität der Lagertechnik im Interesse der Kunden

In direkter Nähe des Systems sind bei A. Düring die Blechschere und die Gesenkbiegepresse aufgestellt, sodass die Bleche ohne große Umwege vom Lager auf die Maschinen gelangen. „Wir haben heute Schwarzbleche bis 6 mm und Aluminium- oder Nirosta-Bleche ab 1 mm Dicke eingelagert. Außerdem lagern wir die größeren Reste zurück und haben nun eine sehr gute Übersicht über die tatsächlichen Lagerbestände. Für unsere Kunden müssen wir heute sowohl blanke und verzinkte Stahlbleche als auch Bleche aus Nirosta und Aluminium sowie beschichtete Materialien und auch Kunststoffplatten vorrätig haben“, erläutert Düring die Anforderungen, auf die sein Unternehmen täglich reagieren muss.

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