Invensity-Innovations-Report

Bedeutung von Stahl im Automobilbau wird dramatisch sinken

12.08.2008 | Redakteur: Jürgen Schreier

Nach der Invensity-Umfrage soll die Bedeutung des Werkstoffs Stahl im Fahrzeugbau zurückgehen. Aktuell besteht ein Auto nach Angaben des Stahlinstituts VDEh und der Wirtschaftsvereinigung Stahl im Schnitt zu 60% aus Stahl. Im Jahr 2007 gingen insgesamt 12 Mio. t Stahl in den Straßenfahrzeugbau. Stahlinstitut VDEh

Für die Stahl-Hersteller und Stahl-Verarbeiter brechen härtere Zeiten an. So wird die Bedeutung von Stahl innerhalb der Automobilindustrie mittelfristig merklich sinken. Dies ist eines der Ergebnisse des Innovations-Reports Automobilindustrie 2008 der Technologie-Beratung Invensity, für den 100 Branchenexperten befragt wurden.

Die Hälfte der befragten Fachleute rechnet zukünftig mit einer größeren Rolle der Faserverbund-Werkstoffe innerhalb der Automotive-Branche. 41% der Befragten können sich auch den vermehrten Einsatz von Kunststoffen in der Produktion vorstellen, nur jeder Dritte jedoch die stärkere Verwendung von Stahl (Mehrfachantworten waren möglich).

„Nachdem sich die Rohstoffpreise 2008 bereits deutlich erhöht haben, ist in den nächsten Monaten mit weiteren Steigerungen um bis zu 60% zu rechnen. Die Autobauer sind gezwungen, dies an den Verbraucher weiterzugeben. Entsprechend ist es nachvollziehbar, dass die Branche nun Alternativen prüft“, erklärt Invensity-Geschäftsführer Frank Lichtenberg.

Dies deckt sich auch mit den weiteren Ergebnisse des Innovations-Reports. Demnach erwarten fast 30% der befragten Experten bis 2030 einen großen Zuwachs bei den Leichtbau-Techniken.

Trend zum Leichtbau und steigende Stahlpreise führen zur Substitution

„Neben der Emissionsreduktion und einer Verringerung des Kraftstoffverbrauchs gibt es zwei Hauptursachen für diese Entwicklung. Zum einen ist der Rohstoff Stahl teurer geworden, zum anderen sind die Energiepreise gestiegen. Und Stahl ist in der Verarbeitung nun mal sehr energieintensiv“, so Frank Lichtenberg. Da bei den Kosten für Energie auf längere Sicht keine Entspannung zu erwarten sei, forciere dies den Einsatz anderer Materialien, führt der Invensity-Geschäftsführer aus.

Deutsche Hersteller können Vorreiterrolle beim Einsatz neuer Werkstoffe einnehmen

Aus Sicht des Unternehmens kann dies positiv sein, da Deutschland hier erneut eine Vorreiter-Rolle einnehmen kann. Deutsche Premium-Fahrzeuge zeichnen sich durch solide Bauweisen und einen hohen Material-Einsatz aus, entsprechend groß sind die Optimierungsmöglichkeiten. Diese Tendenzen scheinen in den automobilproduzierenden Ländern Asiens noch nicht vollständig erkannt worden zu sein, so Invensity, denn zum Beispiel in China steigt, trotz hoher Preise, der Stahlverbrauch seit 2005 um jährlich über 10% an.

Der Invensity-Innovations-Report kann per E-Mail unter info@euromarcom.de angefordert werden.

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