Pressentechnik

Beim Internationalen Rohbau-Expertenkreis lernen Experten am Objekt

03.02.2009 | Autor / Redakteur: Dietmar Kuhn / Dietmar Kuhn

Die Teilnehmer der 40. Fachtagung „Prozesskette Karosserie“ des IRE bekamen praktischen Unterricht an einer Karosserie des Super-Opels „Insignia“.

Die Aktivitäten und Veranstaltungen des Internationalen Rohbau-Expertenkreises (IRE) sind hinlänglich bekannt. Exzellent organisiert und gemanagt, ging die zuletzt gestartete Veranstaltung in Fellbach wieder über die Bühne. Die Verantwortlichen um Berthold Fröhlich, dem Präsident des IRE, hatten wie immer ein interessantes Themenspektrum zu bieten. Im Mittelpunkt stand die praktische Diskussion am Objekt: der Opel Insignia.

Die Krise in der Automobilindustrie warf bereits ihre Schatten voraus, als in der Fellbacher Schwabenlandhalle rund 120 Experten über neue technische und organisatorische Entwicklungen der Branche diskutierten. Die Stimmung war sehr gut – es gab keine Anzeichen von Pessimismus. Die Referenten waren hochkarätig, genauso wie ihre Vortragsinhalte.

In der Session Verfahrens- und Anlagentechnik sollte Hightechtech präsentiert werden. Damit trafen die Opel-Referenten Wolfram Lieven, Manfred Gasper und Uwe Wawers mit ihrem umfangreichen Beitrag „Der neue Opel Insignia“ direkt ins Schwarze. Der dreigeteilte Vortrag verriet die gesamte Lebensgeschichte des Opel-Automobils von der Idee bis hin zum fertigen Fahrzeug.

Beim Bau des Insignia ging Opel völlig neue Wege

Ganz anschaulich konnten die Zuhörer die Entwicklungsgeschichte mit ihren Highlights miterleben, bekamen Informationen über die Besonderheiten der Fertigungstechnik und die überaus zahlreichen Ausstattungsmerkmale des Super-Opels. Mit dem Bau dieses Fahrzeuges ist Opel auch in der Fertigung ganz neue Wege gegangen, wobei der Leichtbau-Gedanke eine wesentliche Rolle spielte. Im Rahmen der Fertigungstechnologien wurden insbesondere neue Fügeverfahren untersucht und praktisch umgesetzt. Davon konnten sich die Teilnehmer der Fachtagung selbst überzeugen. Denn die Vortragenden standen am Karosseriemodell des Insignia Rede und Antwort.

In derselben Session berichtete Dr. Michael Klos von Fanuc Robotics über den unterschiedlichen Einsatz von Robotern in der Automobilindustrie im Vergleich Europa/Asien. Was die Qualität einer Karosserie angeht, stellte Wolfram Schmidt von der INB Vision AG ein Oberflächeninspektionssystem vor, das mit einem optischen Sensor die Bauteiloberflächen digitalisiert und dabei sogenannte 3D-Punktewolken generiert.

Damit sollen die bei der Herstellung von Pressteilen oder im Karosseriezusammenbau entstehenden Oberflächenfehler besser diagnostiziert werden können, als es durch die bisherigen Prüfmethoden wie beispielsweise das Abziehen oder die visuelle Beurteilung, möglich machen.

Einfach und doch mit Raffinessen gespickt: Loremo

Eine für Blechspezialisten interessante Information vermittelte Ulrich Sommer, der das Zukunftsautomobil Loremo präsentierte. In seiner Bauart einfach, doch mit zahlreichen technischen Rafinessen gespickt, besteht bei diesem Leichtgewicht und Kraftstoffsparer die Struktur aus gekanteten Stahlblechelementen, die durch Punktschweißen miteinander verbunden sind. Mit den gewählten Umformverfahren und den damit verbundenen Umformgraden werden überwiegend höchstfeste Bleche verarbeitet, wie sie sonst im Karosseriebau nur partiell eingesetzt werden. Damit soll im Hinblick auf Wirtschaftlichkeit, Ressourcenverbrauch und Recycling jeweils ein Optimum erreicht werden.

Die 40. Fachtagung hatte noch einige Schmankerl mehr im Portfolio, die wir in dem einen oder anderen Beitrag schon aufgegriffen haben oder noch aufgreifen werden. Gespannt blicken wir schon jetzt auf die nächste IRE-Veranstaltung.

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