Atradius

Mittel- und Osteuropas Märkte bieten nur langfristig attraktive Perspektive

06.02.2009 | Redakteur: Jürgen Schreier

Auch wenn den Volkswirtschaften in Mittel- und Osteuropa zum Teil sehr harte Zeiten bevorstehen, gilt die Lage auf den dortigen Märkten zumindest langfristig als aussichtsreich.

Dies ergab die Studie „Zeit der Bewährung: Investitions- und Handelsgeschäfte in Mittel- und Osteuropa“ (kostenloser Download der Studie ), für die im November 2008 über 300 Vorstände, Geschäftsführer und leitende Angestellte von der Economist Intelligence Unit im Auftrag des Kreditversicherers Atradius befragt wurden. Kurzfristig, so die einhellige Meinung, stünden die EU-Mitglieder Ungarn, Polen, Tschechien, die Slowakei, die baltischen Staaten, Rumänien, Bulgarien und Slowenien nach vor harten Bewährungsproben. Dasselbe gilt für Kroatien und Serbien.

Schuldenzunahme verunsichert Investoren

Die gesamtwirtschaftliche Instabilität wächst zunächst. Rund die Hälfte der Befragten gab an, dass die Risiken für ihre Unternehmen bereits in den letzen drei Jahren zugenommen hätten; allerdings stellten gleichzeitig 55% fest, dass auch die Ertragsmöglichkeiten deutlich gestiegen seien.

In den kommenden 12 Monaten erwarten 40% der befragten Unternehmen mäßige, 30% große oder sehr große Auswirkungen der Wirtschaftskrise in Mittel- und Osteuropa. Die Probleme auf den Kreditmärkten treffe vor allem osteuropäische Staaten, die stark von ausländischen Investitionen abhängig seien und in der jüngsten Vergangenheit eine übermäßige Schuldenzunahme verzeichnet hätten.

Wirtschaftskrise bremst Wachstum in Mittel- und Osteuropa

Bislang mussten der Internationale Währungsfonds (IWF) bereits Ungarn, Lettland und Serbien unter die Arme greifen. Ungarn und Lettland sind darüber hinaus auf Maßnahmen der Europäischen Union angewiesen. Laut Atradius-Umfrage sei nicht auszuschließen, dass weitere Länder Unterstützung benötigten.

Durch die für 2009 prognostizierte Rezession in Westeuropa bremse auch die kleineren, offenen Volkswirtschaften in Mittel- und Osteuropa ab. So exportiert allein Ungarn rund 60% seiner Güter in die westeuropäischen Mitgliedsstaaten der EU. Die Befragten erwarten, dass die Wirtschaftsleistung in Ungarn, Lettland und Estland sogar schrumpfen wird. Waren die ausländischen Direktinvestitionen in Mittel- und Osteuropa bereits im Jahr 2008 rückläufig, so erwarten die Befragten weitere Einschnitte in 2009. .

Langfristige Perspektiven stimmen optimistisch

Die Einschätzungen zu den langfristigen Wachstums- und Wirtschaftsperspektiven auf den Märkten Mittel- und Osteuropas fallen allerdings durchweg optimistisch aus. Im Laufe der kommenden drei Jahre rechnen die meisten Unternehmen in der Region mit einem Umsatzwachstum von über 6%. Folglich gehen 90% der Manager, die an der Atradius-Umfrage teilnehmen, von steigenden Gewinnen in den nächsten drei Jahren aus.

Ein wesentlicher Grund für diesen Optimismus ist die Tatsache, dass die Märkte Mittel- und Osteuropas noch lange nicht so gesättigt sind. Auch die geringen (Arbeits-)Kosten spielen eine Rolle, was das Outsourcing westeuropäischer Unternehem in Mittel- und Osteuropa beflügele.

Balkan gewinnt an Attraktivität

Allerdings gibt es Verschiebungen zwischen den Märkten der Region. So wird Polen die Masse der Unternehmen weiter ein wichtiger Markt bleiben. Noch stärkerer Aufmerksamkeit dürften sich in den kommenden Jahren aber die Wachstumsmärkte des Balkanserfreuen.

Als wesentliches Investitions- und Handelshemmnis wird die ausschweifende oder unübersichtliche Bürokratie genannt. Hinzu kommen die oft mangelhafte Infrastruktur und steigende Lohnkosten. Korruption wird vor allem in Rumänien und Bulgarien als hinderlich empfunden.

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