Güterverkehr

Kombiniert ins Hinterland

10.06.2009 | Autor / Redakteur: Volker Unruh / Volker Unruh

Angesichts der steigenden Bahnanteile sieht die Allianz pro Schiene jedoch große Chancen für den kombinierten Verkehr als umwelt- und verkehrspolitisch verantwortungsvolles Angebot. „Der kombinierte Verkehr bewährt sich zusehends“, sagt Flege. Damit verdiene er Unterstützung und könne wesentlich dazu beitragen, das im Masterplan der Bundesregierung formulierte Ziel der Verkehrsverlagerung von der Straße auf die Schiene zu erreichen.

Leistungsspektren in den Häfen noch verbesserungsfähig

Bleibt die Frage nach der Infrastruktur: „Die Häfen im Hinterland sind längst keine reinen Anlaufstellen für Binnenschiffe mehr“, berichtete Gelfo Kröger, Sprecher der DB Schenker Rail, bereits im letzten Jahr. „In den vergangenen Jahren haben sie sich zu leistungsstarken Umschlagplätzen entwickelt, die die Verkehrswege Straße, Schiene und Wasserweg vernetzen und einen schnellen, reibungslosen Güterumschlag ermöglichen.“ Dies kann Adrian Bögli, Geschäftsführer der SBB Cargo Deutschland GmbH, einer Tochter der Schweizerischen Bundesbahnen, nur bestätigen.

Auch er ist mit den angebotenen Leistungsspektren in den Häfen durchaus zufrieden, zeigt aber dennoch Verbesserungspotenzial auf: „Bahnanbieter haben mitunter ein Problem mit dem Zugang zu den Häfen, was mit den Voraussetzungen der Gleisanlagen und dem Procedere der Streckenreservierung zusammenhängt.“ Das Problem, das Bögli anspricht, ist komplex. Die Bahn-Dienstleister, im Gegensatz zu den Lkw-Logistikern, müssen sich stets und vor allem rechtzeitig um passende Gleisrechte bemühen.

Dabei sind etliche Faktoren zu klären: zum Beispiel, welche Güter in welchen Mengen transportiert werden sollen, da entsprechende Waggons zusammengestellt werden müssen, ob es sich um periodische Verkehre handelt und wann genau sie durchgeführt werden sollen. Entsprechend ihren auf die Kunden zugeschnittenen Konzepten werden den Schienentransporteuren dann ihre Strecken und die dazugehörigen Zeitfenster zugewiesen. Erschwerend kommt hinzu, dass die meisten Gleisabschnitte – anders als die Betuwe-Route – auch vom Personenverkehr genutzt wird, und der hat immer Vorrang vor dem Gütertransport.

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