RFID

Bei der Platinenbestückung Lötrahmen per RFID steuern

10.08.11 | Autor / Redakteur: Marcel Rüdiger / Bernd Maienschein

Zur Transportsteuerung bei der Bestückung von Platinen kommen besonders temperaturbeständige RFID-Datenträger zum Einsatz. (Bild: ACD-Gruppe)
Zur Transportsteuerung bei der Bestückung von Platinen kommen besonders temperaturbeständige RFID-Datenträger zum Einsatz. (Bild: ACD-Gruppe)

Aus den Layoutoptimierungen, die innerhalb der Elektronikfertigung der ACD-Gruppe geplant und umgesetzt wurden, ist ein Projekt zur RFID-Transportsteuerung im Lötprozess entstanden. Durch die Steuerung per Transponder findet innerhalb der Durchsteckmontage eine Wege- und Platzoptimierung statt.

Auf der Suche nach Wege- und Platzoptimierungen entstand beim Bestückungsdienstleister ACD die Idee, die bestückten Platinen mit nur einem Transportband zu den beiden vorhandenen Lötanlagen zu transportieren und dann über eine Drehstation (Weiche) auf die jeweilige Lötanlage zu verteilen. Damit wird einmal die Länge des vorgelagerten Transportbandes vom Bestückungstisch bis zur Lötanlage eingespart.

RFID-Datenträger zur sicheren Identifikation

Notwendig ist dabei, dass die Lötanlagen am Ende des Transportbandes links und rechts quer angeordnet werden, was eine weitere Platzoptimierung zur Folge hat. Die Herausforderung besteht darin, dass an der Drehstation erkannt und fehlerfrei entschieden werden muss, zu welcher Lötanlage das jeweilige Produkt weitertransportiert werden soll. Demzufolge muss eine sichere Identifikation des Lötrahmens erfolgen.

Hier kommen RFID-Datenträger ins Spiel: Mit dem ACD-System wird die Identifikation des Produktes nicht mehr mittels Barcode durchgeführt. Stattdessen werden die temperaturbeständigen RFID-Datenträger Smart-Dome Freestyle HT eingesetzt, die in diesem Umfeld deutliche Vorteile aufweisen: Auf dem integrierten Chip können mehr Daten gespeichert werden als beim Barcode. Zudem kann der Chip immer wieder neu beschrieben werden.

RFID-Datenträger ist sehr robust

Der RFID-Datenträger ist sehr robust und weist eine gute Beständigkeit gegenüber hohen Temperaturen und Verschmutzung auf. Er wird auf der Lötmaske verschraubt.

Auf dem RFID-Datenträger werden Seriennummern, die Auswahl der Lötanlage, Informationen zum Produkt, die Nummer des erforderlichen Lötprogramms sowie weitere Parameter gespeichert, die das bestückte Produkt begleiten, wie der komplette Fahrplan. Somit ist nach dem Auflegen des Lötrahmens auf das Transportband eine vollständig automatische Abwicklung des Lötprozesses bis zum Ausschleusen der Platine nach dem Löten möglich – alles gesteuert über die Informationen auf dem RFID-Datenträger.

Anwender beschreiben RFID-Datenträger mit mobilem Datenerfassungssystem

Damit die Anwender die Lötparameter lesen können und um die RFID-Datenträger zu beschreiben, wird bei jedem System ein Programm zur mobilen Datenerfassung mitgeliefert. Die Software arbeitet auf einem gängigen PC-System, erweitert durch eine RFID-Leseschreibeinheit.

Alternativ sind bei ACD leichte mobile Terminals verfügbar. Dadurch entfällt der Transport der schweren Lötrahmen zu einer Programmierstation. Programmiert werden die RFID-Datenträger auf den Lötrahmen einfach vor Ort.

Vor jeder Verteilstation (Weiche) befindet sich eine RFID-Readerstation, die die Daten auswertet und diese an das Transportsystem weitergibt. Die vorhandenen Daten können anschließend sehr komfortabel ausgewertet und archiviert werden. Durch einfache Umstellung und Umparametrierung der RFID-Datenträger auf den Lötrahmen kann der komplette Fertigungsablauf innerhalb weniger Minuten für die ganze Fertigungscharge umgestellt werden.

* Marcel Rüdiger ist Projektleiter bei der Smart-Tec GmbH & Co. KG in 82041 Oberhaching

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