Robotik

Ersetzen autonome Multikopter die KEP-Logistik?

02.08.12 | Redakteur: Thomas Kuther

Andreas Raptopoulos: „Unsere elektrisch angetriebenen Multikopter fliegen autonom und können 2 kg Nutzlast 10 km weit transportieren“
Andreas Raptopoulos: „Unsere elektrisch angetriebenen Multikopter fliegen autonom und können 2 kg Nutzlast 10 km weit transportieren“

Das US-Unternehmen Matternet will bis 2015 ein Netz von fliegenden Robotern aufbauen, die in abgelegenen Gegenden zum Einsatz kommen sollen. Die unbemannten Elektro-Mikrokopter sollen autonom von einer Basisstation zur anderen fliegen und dabei bis zu 2 kg Fracht befördern (mit Video).

„Die meisten Menschen in westlichen Ländern denken, Straßen seien allgegenwärtig“, erklärt Andreas Raptopoulos, CEO von Matternet, Entwickler, Erfinder und Unternehmer. „Eine gute Verkehrsinfrastruktur ist aber vor allem in Entwicklungsländern eine Seltenheit. Mit diesem Problem sind zum Beispiel Hilfswerke konfrontiert, die Medikamente nur mit großem Aufwand in ländliche Gebiete transportieren können.“

Eine gute Verkehrsinfrastruktur ist nicht selbstverständlich

1 Mrd. Menschen auf der Welt haben keinen ganzjährigen Zugang zu Straßen. Das heißt, ein Siebtel der Erdbevölkerung ist einen Teil des Jahres von allen sozialen und ökonomischen Aktivitäten völlig abgeschottet. Sie haben in dieser Zeit keinen Zugang zu Medikamenten, können nicht einkaufen und auch ihre selbst produzierten Waren nicht verkaufen, sodass sie keine Einnahmen haben, um ihren Lebensunterhalt zu sichern.

In der Regenzeit sind viele Straßen nicht passierbar

In der Sub-Sahara-Region in Afrika etwa sind 85 % der Straßen während der Regenzeit unpassierbar, lediglich 12 % aller Straßen sind befestigt und die Qualität der Strecken geht sogar weiter zurück – so ist heute die Situation deutlich schlechter als etwa noch von 20 Jahren.

Afrika braucht 50 Jahre, um verkehrstechnisch aufzuholen

Investitionen ins Straßennetz gibt es zwar, aber wenn der Straßenausbau so langsam weitergeht wie derzeit, wird es rund 50 Jahre dauern, bis das Straßennetz in Afrika aufgeholt hat.

Allein in den USA gibt es mehr als 4 Mio. Meilen Straßen

In den entwickelten Regionen der Erde sind sehr gut ausgebaute, sehr komplexe und teure Verkehrsinfrastrukturen vorhanden. So gibt es allein in den USA mehr als 4 Mio. Meilen Straßen.

Der Straßenbau kann die Probleme nicht lösen

Nun geht man im Allgemeinen davon aus, dass in den Entwicklungsländer der Weg zu einer vernünftigen Verkehrsinfrastruktur nur über die gleichen Straßenbaumaßnahmen führen kann, wie in den verkehrstechnisch entwickelten Regionen der Erde. „Und genau das stellen wir infrage“, betont Raptopoulos. „Wir stellen uns dagegen vielmehr die Frage, ob es nicht vielleicht eine Technologie gibt, mit deren Hilfe die betroffenen Regionen eine solche Straßenaufbauphase quasi überspringen könnten. Stellen Sie sich folgendes Szenario vor: 2014 benötigt in einer Entbindungsstation in Maly ein Neugeborenes dringend ein wichtiges Medikament. Heute würde eine entsprechende Anforderung via Mobiltelefon abgesetzt und die Ärzte würden darauf hoffen, dass die Medizin rechtzeitig ankommt. Manchmal kann es wegen der miserablen Straßenverbindungen Stunden, ja bisweilen sogar Tage dauern, bis die Medikamente eintreffen.“

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