Transportplattform

Echtzeit ist der Schlüssel zur Kollaboration

| Redakteur: Bernd Maienschein

Peter Förster: „Es geht nicht darum, 4.0 zu sein, zu disrupten, digital zu sein. Es geht darum, diese wunderbaren Technologien zu nutzen, um sich letztendlich im eigenen Geschäft zu verbessern.“
Peter Förster: „Es geht nicht darum, 4.0 zu sein, zu disrupten, digital zu sein. Es geht darum, diese wunderbaren Technologien zu nutzen, um sich letztendlich im eigenen Geschäft zu verbessern.“ (Bild: Maienschein)

Transporeon verbindet Verlader, Logistikdienstleister und Spediteure digital auf einer Plattform und schafft so die Grundlage für transparente, konstengünstige Warenströme auf der ganzen Welt. Im Jahr 2000 ursprünglich angetreten, um Leerkilometer zu reduzieren, werden heute rund 13 Mrd. Euro Ladevolumen auf der Plattform abgewickelt.

Peter Förster, einer der Gründer und geschäftsführender Gesellschafter des Ulmer Unternehmens Transporeon, ist ein Vollblutlogistiker. Schon morgens um Halbfünf, wenn ihn sein kleiner Sohn anstupst, gehen ihm Gedanken wie „Haben unsere Kunden eigentlich schon digitalisiert?“ oder „Sind sie schon connected, sind sie schon 4.0?“ durch den Kopf. Viele Teilnehmer der Supply Chain würden sich fragen: „Was heißt denn eigentlich digital für mich? Und wann bin ich fertig damit?“ Hier setzt Förster ganz bewusst einen Stopp. Er ist nämlich der Meinung, dass es letztendlich darum geht, 4.0 dazu einzusetzen, um das eigene Geschäft zu verbessern – einerseits auf der Kostenseite, aber auch in Bezug auf die Kunden, um ganz anderen Kundenservice zu bieten. Wenn man diese Dinge zusammenbringe, sei das alles kein Schreckgespenst, sondern es gehe im Grunde darum, dem Kunden im Zentrum besten Service zu besten Kosten zu bieten.

Mit Digitalisierung gegen Ineffizienzen kämpfen

Gerade in der Transportlogistik tritt die Diskrepanz zwischen Wunsch und Wirklichkeit offen wie selten zutage: Auf der einen Seite der Traum vom selbstfahrenden Lkw ((wo bleiben aber dann die Fahrer, Anm. d. Red.)), auf der anderen Seite riesige Wartezeiten an den Verladerampen, und das seit Jahrzehnten, zu viele manuelle Prozesse in der Kommunikation zwischen Auftraggeber und Spedition (Telefon, Fax, E-Mail). Die Intransparenz sei immer noch sehr hoch. Wenn der Kunde anrufe und wissen möchte, wo seine Ware ist, könne ihm keine zufriedenstellende Antwort gegeben werden.

Die Digitalisierung ist laut Förster im Kern dazu da, diese Ineffizienzen zu reduzieren, neben den Leerkilometern, weshalb Transporeon ja vor 17 Jahren angetreten ist. Heute gehe es darum, End-to-End- beziehungsweise Real-Time-Prozesse hinzubringen. Das sorge laut Förster für durchgängige Transparenz in der Lieferkette, einen verbesserten Kundenservice und weit weniger manuelle Prozesse.

Kollaboration ist die Zauberformel der Supply Chain

„Aber da hört es noch nicht auf. Wir kommen in die nächste Stufe der Digitalisierung oder der Kollaboration, wie wir es nennen. Da geht es darum, dass Verlader viel intensiver mit ihren Speditionen kollaborieren, dynamisch disponieren wollen – und nicht immer nur ein Verlader mit seinem Spediteur“, so Förster. Das Ganze noch einen Schritt weiter gedacht, kann er sich vorstellen, über verschiedene Verlader hinweg in Kollaboration zu gehen und Ressourcen gemeinsam zu nutzen. Also Kapazitäten, Flows zu bündeln. Genau dafür brauche es ein integriertes Netzwerk mit Plattformen, die diese Zusammenarbeit ermöglichten. Wo sich wirklich jeder mit seinen Prozessen wiederfindet, aber insgesamt alle noch von den Vorteilen profitieren.

Um die Dichte der Ladeorte zu veranschaulichen, hat der Transporeon-Chef eine Karte von Deutschland mit zur Pressekonferenz gebracht, auf der natürlich nicht alle der rund 12.000 Punkte zu sehen sind, an denen seine Plattform genutzt wird. Fazit: Die vielen Punkte auf der Karte und vor allem das inzwischen erreichte Frachtvolumen von Transporeon in Höhe von rund 13 Mrd. Euro sind schon beeindruckend.

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