Fahrerlose Transportsysteme

Selbstläufer im Krankenhausbetrieb

23.11.2009 | Autor / Redakteur: Volker Unruh / Volker Unruh

Da die Streckenführung im Krankenhaus oft durch enge Gänge geprägt ist, werden entweder Fahrzeuggeometrien konstruiert, die es den FTF ermöglichen, mit maximal zulässiger Geschwindigkeit sowohl vorwärts als auch rückwärts zu fahren, oder es wird versucht, mit möglichst wenig Fläche eine maximale Transportleistung zu erzielen. Das heißt, die Fahrzeuge werden immer kleiner. Die kompakte Bauweise wird nach Expertenmeinung künftig auch positive Auswirkungen auf die Finanzierung neuer Krankenhäuser haben, da zum Beispiel Fahrstuhlkabinen oder Rangierräume kleiner geplant werden können.

Fahrerlose Transportsysteme werden preiswerter und effizienter

Aber auch die FTS sollten in die Zukunft noch kostengünstiger und effizienter werden. Zur Zeit setzen die Hersteller im Energiebereich hauptsächlich auf Traktionsbatterien oder auf die berührungslose Energieübertragung, doch rücken neue Energiekonzepte wie die Lithium-Ionen-Technik zunehmend in deren Fokus. Es wird erwartet, dass der sinkende Preis dieser Technik zukünftig auch einen Einsatz in FTS wirtschaftlich macht. Dadurch würde eine noch höhere Verfügbarkeit noch kompakterer Fahrzeuge erreicht.

Für eine hohe Verfügbarkeit sorgen auch Visualisierungssysteme, wie sie in der stationären Fördertechnik schon länger eingesetzt werden. „Die“, so Peter Ossendorf, „geben dem Betreiber einen guten Überblick über das Gesamtsystem. Treten Störungen auf, werden diese über moderne Kommunikationssysteme den fachspezifischen Mitarbeitern gemeldet. Eine personelle Überwachung der Anlage an der Leitsteuerung wird daher immer seltener.“

Leittechnik der fahrerlosen Transportsysteme wird flexibler

Ein interessanter Trend zeichnet sich in der Leittechnik ab. Schon heute wird sehr flexible Steuer-Software eingesetzt, die sich individuell den Klinikbedürfnissen anpassen lässt. So können Krankenhäuser beispielsweise selbständig ihre Fahrpläne editieren, während im Industrieeinsatz oft noch übergeordnete Hostsysteme den Takt in der Leitsteuerung angeben.

Volker Welsch rechnet jedoch mit einer Entwicklung weg vom zentralen Leitrechner und hin zu dezentralen Lösungen. Indem Aufgaben auf die FTF verteilt werden, könne sich die Leistung der Leitsteuerung automatisch der Fahrzeuganzahl anpassen. Welsch: „Die in der Forschung bereits lange bekannten Verfahren für autonomes Fahren – unter anderem mit Ausweichstrategien – werden schrittweise auch im Krankenhaussektor Anwendung finden.“

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