Routenzug

Per Milkrun und Routenzugsystem Leerfahrten deutlich verringern

| Autor / Redakteur: Tim Rother / Bernd Maienschein

Die Anhängersysteme des Intralogistikspezialisten LKE bewegen sich bei Hella spurtreu durch die teilweise nur 2,5 m breiten Gänge. (Bild: LKE)
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Die Anhängersysteme des Intralogistikspezialisten LKE bewegen sich bei Hella spurtreu durch die teilweise nur 2,5 m breiten Gänge. (Bild: LKE)

In der Industrieproduktion setzt sich die Materialversorgung nach dem Milkrun-Prinzip immer stärker durch. Produktivitätssteigerungen sowie drastische Kosteneinsparungen sind die Hauptargumente, die Materialflussplaner zur Umstellung der werksinternen Produktionsversorgung auf staplerlose Routenzugsysteme bewegen.

Jeder Materialflussplaner kennt die Problematik: Um eine reibungslose Produktionsversorgung mit Bauteilen und Materialien zu garantieren, braucht es hochflexible Arbeitsabläufe. Die in der Just-in-Time- oder Just-in-Sequence-Produktion in der Praxis heute noch recht weitläufig praktizierte Materialanlieferung mit Frontstaplern stößt hier schnell an ihre Grenzen. Daneben erfordert die synchrone Ver- und Entsorgung von Montagestationen mit Staplern in der Regel einen hohen Preis.

Viele Stapler verursachen hohes Verkehrsaufkommen

Damit der Produktionsfluss nicht ins Stocken gerät, ist es nötig, eine beträchtliche Anzahl von Staplern für die Fahrten zwischen dem Lager- und dem Produktionsbereich vorzuhalten. Hinzu kommt, dass sich die tägliche Fahrleistung der Flurförderzeuge recht schnell zu einem kostenintensiven Unterfangen entwickeln kann.

Genauso wie zahlreiche andere Fertigungsbetriebe aus der Automobilzulieferbranche und anderen Industriezweigen haben auch die Produktionslogistiker der Hella KG Hueck & Co, eines Premiumherstellers von Autoscheinwerfern, Licht- und Elektronikkomponenten, in der Vergangenheit diese Erfahrung gemacht.

In der Nachserienfertigung am Standort Lippstadt im Werk 1 summierten sich die Staplereinsätze bis zum vergangenen Jahr auf circa 30 Betriebsstunden pro Tag. Ein hohes Verkehrsaufkommen in den schmalen Gängen der Fertigung, ein fortwährendes Sicherheitsrisiko für die Mitarbeiter und ein relativ hoher Schmutzeintrag in den Werkshallen waren die negativen Folgen.

Vier Routenzüge übernehmen Produktionsversorgung und Abtransport

Im Zuge einer geplanten Verschlankung der Produktionsversorgung hat sich in der Hella-Nachserienfertigung in Lippstadt daher der Einsatz eines Routenzugsystems durchgesetzt. Diese unter Experten auch als Milkrun-System bezeichnete Art der Produktionsver- und -entsorgung funktioniert – wie der Name schon sagt – nach dem Milchmannprinzip: Jeweils vier Transportzüge sammeln dabei auf fünf Routen gleichzeitig mit flexiblen Fahrplänen leere Behälter an den einzelnen Montagestationen ein und verteilen die vorher im Lager aufgefüllten und vorkommissionierten Behälter gleichzeitig direkt an die Produktionslinie.

Ist der Transportauftrag für die vier Routenzüge erledigt und sind Rücklagerungen sowie Leergut eingesammelt, begeben sich die nächsten vier Zugsysteme auf den bis zu 550 m langen Weg vom Lager zu den 340 Endmontagestationen. Insgesamt 2000 Gebinde werden auf diese Art und Weise pro Tag ausgelagert und in den Produktionsnestern zu Fertigprodukten verbaut.

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