Fahrerlose Transportsysteme

Aus dem Lager in die Klinik – FTS optimieren die Prozesse

01.06.12 | Autor / Redakteur: Robert Weber / Robert Weber

Kollege FTS: Moderne Technik optimiert die Prozesse in deutschen Kliniken. Ein wichtiger Anbieter ist die Swisslog AG aus der Schweiz.
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Kollege FTS: Moderne Technik optimiert die Prozesse in deutschen Kliniken. Ein wichtiger Anbieter ist die Swisslog AG aus der Schweiz. (Bild: Swisslog)

Krankenhäuser sind teuer. Deshalb suchen immer mehr Kliniken nach Optimierungsmöglichkeiten ihrer Kosten und Prozesse. In der Industrie sind einige fündig geworden. Die Intralogistiker wechseln den Blaumann gegen den weißen Kittel. Davon profitieren auch die Patienten.

Vor einem Jahr kam Antonia auf die Welt. Für eine große Klinik hatten sich die Eltern damals entschieden, denn sollten Komplikationen entstehen, wollte man auf alles vorbereitet sein. Glücklicherweise blieb die junge Familie davor gefeit. Mutter und Kind bezogen erschöpft, aber glücklich ihr Zimmer und empfingen den Besuch.

Fahrerlose Transportsysteme versprechen effiziente Prozesse

Neben dem stolzen Vater, den rührseligen Omis und Opis klopfte täglich auch das FTS an die Tür, denn das Klinikum vertraute im Alltag modernen Logistiklösungen, die das Essen auf die Stationen befördern. Der für Patienten zunächst ungewöhnliche Anblick der Fahrzeuge verspricht den Kliniken effiziente Prozesse und damit die Reduzierung von Kosten.

„Die Kliniklogistik wurde in der Vergangenheit häufig stiefmütterlich behandelt. Allerdings wird der finanzielle Druck auf die Kliniken immer größer, sodass vermehrt Wert auf das Gesamtergebnis gelegt wird“, erklärt FTS-Experte Dr. Günter Ullrich, Vorsitzender des Forums FTS. Doch nur wenige Krankenhausmanager können sich unter dem Begriff FTS etwas vorstellen, denn Industrie und Krankenhauswelt liegen weit auseinander. In der Welt der OPs, Infusionen und Betten sprechen die Prozessverantwortlichen vom „automatischen Warentransportsystem“ (AWT).

Logistik bietet Krankenhäusern viel Potenzial zur Kostensenkung

Darüber hinaus ist die Kliniklogistik in den Krankenhäusern nicht so selbstverständlich fachlich kompetent besetzt wie in der Industrie. Oft übernehmen Fachkräfte aus anderen Bereichen zusätzlich die Prozessverantwortung. Studien belegen, dass das Krankenhauspersonal in Deutschland sich zu rund einem Fünftel in seiner Arbeitszeit mit logistischen Aufgaben beschäftigt. Das kostet Zeit für Patienten und Geld. Das Gesundheitswesen ist eine stark regulierte Branche und Untersuchungen haben gezeigt, dass es für ein Drittel aller Krankenhäuser auch in Zukunft nicht möglich sein wird, wirtschaftlich zu arbeiten.

Hier bietet die Logistik nun ausgezeichnetes Potenzial zur Kostensenkung um etwa 10 bis 20 % der bisherigen Aufwendungen, ohne dass an Qualität gespart wird. Ganz im Gegenteil: Aus der Optimierung heraus sind sogar Qualitätssteigerungen zu erwarten, heißt es am Karlsruher Institut für Technologie.

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Moderne Logistikprozesse können die Kosten pro Krankenhausbett um bis zu 5000 Euro senken

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