E-Commerce

Intralogistiker aufgepasst: Vente Privee will Millionen in Logistik investieren

| Redakteur: Robert Weber

(Bild: Vente Privee)

Der französische Shoppingclub Vente Privee, der auch in Deutschland aktiv ist und mittlerweile in Europa an die 17 Mio. Mitglieder zählt, will seine Logistikprozesse weiter optimieren. Am Standort Lyon soll automatisiert werden.

Im Gespräch mit MM Logistik bestätigte Jean-Michel Guarneri, Supply Chain Europe Director bei Vente Privee, das Vorhaben. Der ehemalige Savoye-Boss will 2013 eine Entscheidung über den Intralogistik-Zulieferer fällen. Man spreche auch mit deutschen und österreichischen Anbietern, so Guarneri. Der Manager will das „Ware-zum-Mann“-Prinzip am Logistikstandort in Frankreich ausrollen. „Wir werden mehrere Millionen Euro investieren“, erklärte Guarneri. Ob es 5 oder 10 Mio. Euro sind, wollte er nicht verraten. Sicher ist: In zwei Jahren soll das System laufen, heißt es bei dem Unternehmen. Gegenwärtig nutzen die Franzosen Fördertechnik von Savoye und Flurflörderzeuge von Still. Aber auch Transnorm-Technik ist verbaut.

Kein Interesse an Kiva-Systems

Guarneri ist selbstbewusst, denn sein Unternehmen wächst rasant. Täglich versenden die Logistiker durchschnittlich 75.000 Pakete. In Spitzenzeiten sind es mehr als 120.000 Einheiten. Das Video von Vente Privee dokumentiert den Anspruch des Unternehmens.

„Der E-Commerce forciert die Intralogistiker, neue Lösungen und Technologien zu entwickeln und anzubieten“, ist Guarneri überzeugt. Auf Kiva-Systems angesprochen, meint der Manager: „Es ist eine fantastische Technologie. Es war Amazons Entscheidung, diese zu kaufen. Ich bin nicht interessiert.“

Mehr Transparenz in der Supply Chain

Interesse könnte Vente Privee an einem Logistikzentrum in Deutschland haben. „Es könnte sein“, antwortete Guarneri auf die Pressefrage. Sein Fokus liegt aber zunächst auf der Intralogistik am Standort Lyon und die Kollaboration in der Supply Chain mit seinen Kunden, den Modemarken. In diesem Bereich will der Logistikexperte über eine Webplattform mehr Transparenz erreichen.

Technik reicht nicht aus

Mehr Offenheit wünschen sich auch zahlreiche deutsche und österreichische Intralogistiker, wenn es um Aufträge aus Frankreich geht. Von einem „closed shop“ ist bei einigen die Rede. Guarneri weiß darum und macht dieses Problem an der Sprachbarriere und den persönlichen Beziehungen fest. „Technologie reicht bei uns nicht aus“, behauptet er und lacht dabei.

Mehr zum Retourenmanagement von Vente Privee gibt es in der MM-Logistik-Ausgabe 8/2012.

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