Intralogistik

Jungheinrich stellt Systemgeschäft auf eigene Füße

| Autor / Redakteur: Bernd Maienschein / Bernd Maienschein

Das neue Jungheinrich-Werk für Lager- und Systemgeräte in Degernpoint, 2 km vom Stammwerk in Moosburg entfernt, ging im Herbst 2013 in Betrieb.
Das neue Jungheinrich-Werk für Lager- und Systemgeräte in Degernpoint, 2 km vom Stammwerk in Moosburg entfernt, ging im Herbst 2013 in Betrieb. (Bild: Jungheinrich)

Nach rund zehn Jahren im Logistiksystemgeschäft hat die Hamburger Jungheinrich AG Anfang 2014 die Jungheinrich Logistiksysteme GmbH mit Sitz in Moosburg und eigenständiger unternehmerischer Verantwortung gegründet. Die Erwartungen sind ambitioniert: Bis zum Jahr 2020 wollen die Hanseaten das Geschäftsvolumen der Sparte mehr als verdoppeln.

Um heute mit Kunden kostenoptimierte Logistikprozesse zu definieren, ist man verpflichtet, auch das Warehouse Management System, die Software im Lager, zu beherrschen, um entsprechend planen und projektieren zu können“, sagt Richard Brandstetter, Geschäftsführer Vertrieb und Sprecher der Geschäftsführung der neu geschaffenen Jungheinrich Logistiksysteme GmbH. Mit ihm bilden Dr. Stefan Binnewies als Geschäftsführer Finanzen und Bernd Tüshaus, Werksleiter in Moosburg und Geschäftsführer Technik, die Führungsriege.

Die Lösung steht vorab nicht fest

Gerade weil die Beherrschung der Logistik-IT so wichtig ist auf dem Weg hin zu einem kompletten Systemangebot, hat sich Jungheinrich 2009 entschieden, 25 % des Grazer Softwarehauses ISA zu übernehmen; zum 1. Januar 2013 gingen die restlichen 75 % in den Besitz der Hamburger über. In der letzten Januarwoche 2014 folgte dann noch die Umbenennung in die Jungheinrich Systemlösungen GmbH.

Aber warum haben sich die Hamburger Staplerbauer dazu entschieden, für Produkte, mit denen sie schon lange erfolgreich am Markt aktiv sind, mit der Moosburger Gesellschaft eine neue Organisation aufzusetzen? Binnewies gibt eine klare Antwort: „Der Projektvertrieb zeichnet sich insbesondere dadurch aus, dass unterschiedliche Disziplinen, ein Techniker, viel Vertriebserfahrung und ein Kaufmann, zusammenarbeiten – in einem weltweiten Kontext in hochkomplexen Problemstellungen.“ Man spricht also über Problemlösungen für Kunden, ohne dass die Lösung im Kern vorab definiert ist. „Das wiederum bedeutet, dass wir unsere Ressourcen weltweit enger zusammenbringen und die Kompetenz in diesem Bereich bündeln müssen“, so Binnewies.

Logistiksysteme soll Kompetenz bündeln

Aus dieser Erkenntnis resultierte letztendlich die Gründung der Jungheinrich Logistiksysteme GmbH, deren Ziele definiert sind: Zum einen will man sich als ganzheitlicher Lösungsanbieter präsentieren. Daneben sei es wichtig, die Kompetenz von Produktion, Zukauf und weltweitem Vertrieb unter einer Geschäftsführung zu bündeln, um noch schneller am Markt agieren zu können.

„In der neuen Organisation sind wir heute in der Lage, einen Kunden, der in Deutschland ein Projekt anfragt für einen Standort in Asien, mit den besten Planungsressourcen zu bedienen, die wir möglicherweise in Deutschland oder aber in der Schweiz aus unserem Projektportfolio identifizieren – mit den Ressourcen vor Ort, die Erfahrungen aus dem After-Sales-Bereich haben und sich mit Regallieferanten aus dem chinesischen Markt auskennen. Und diese bündeln wir dann in einem Projektteam“, erklärt Binnewies. ■

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