Explosionsschutz

Hersteller muss Umbaumaßnahmen an Flurförderzeugen genehmigen

| Redakteur: Benedikt Hofmann

Steve Noakes von Pyroban: „Die aktuelle Fassung von ISO 3691-1:2011 wurde 2012 in europäische Standards umgesetzt und bestimmt, dass in Bezug auf die Sicherheit keine unbefugte Fahrzeugmodifikation erlaubt ist, und dass keinerlei Änderungen ohne die vorherige schriftliche Genehmigung des Fahrzeugherstellers erfolgen dürfen.“
Steve Noakes von Pyroban: „Die aktuelle Fassung von ISO 3691-1:2011 wurde 2012 in europäische Standards umgesetzt und bestimmt, dass in Bezug auf die Sicherheit keine unbefugte Fahrzeugmodifikation erlaubt ist, und dass keinerlei Änderungen ohne die vorherige schriftliche Genehmigung des Fahrzeugherstellers erfolgen dürfen.“ (Bild: Pyroban)

Das Sicherheitsunternehmen Pyroban weißt darauf hin, dass für die explosionssichere Modifizierung eines Flurförderzeugs die schriftliche Genehmigung des Erstausrüsters vorliegen muss, um bewährte Praktiken und internationale Standards zu erfüllen.

„Die aktuelle Fassung von ISO 3691-1:2011 wurde 2012 in europäische Standards umgesetzt und bestimmt, dass in Bezug auf die Sicherheit keine unbefugte Fahrzeugmodifikation erlaubt ist, und dass keinerlei Änderungen ohne die vorherige schriftliche Genehmigung des Fahrzeugherstellers erfolgen dürfen,“ bestätigt Steve Noakes von Pyroban. Für die englische Fassung ist nach Fragen hinsichtlich der Normenverfassung eine Aktualisierung des Standards geplant, die diese Anforderungen etwas erleichtert. Jedoch muss das zugrunde liegende Prinzip zur Kontrolle des Verfahrens zur Änderung von Flurförderzeugen für besondere Anwendungen immer noch ernst genommen werden, so das Unternehmen. Das gelte gerade in Bezug auf Anti-Wettbewerbsfähigkeit.

Besonders wichtig ist das, wenn die Fahrzeuge gemäß der Atex-Richtlinie modifiziert werden, da die generelle Sicherheit des Fahrzeugs im Rahmen der Modifizierung durch signifikante Verdrahtungsänderungen, zusätzliches Gewicht und Änderung der Steuersysteme beeinträchtigt werden könnte. Dies kann bedeuten, dass ein Flurförderzeug zwar die Atex- oder andere explosionssichere Normen erfüllt, aber möglicherweise erst dann mit diesem internationalen Standard konform geht, wenn die schriftliche Genehmigung seitens des Erstausrüsters vorliegt. „Während der Modifizierung können signifikante sicherheitsspezifische Auswirkungen auftreten, die das explosionssichere Umrüstungsunternehmen nicht in Betracht gezogen hatte“, erläutert Noakes.

Viele Vereinbarungen geschlossen

Pyroban setzt nach eigenen Angaben signifikante Ressourcen dafür ein, die Genehmigung von allen führenden Herstellern von Flurförderzeugen einzuholen, um die explosionssicheren Modifikationen durchzuführen. Das Unternehmen hat mit den Erstausrüstern Vereinbarungen über die Modifizierungsarbeiten geschlossen und verfügt über eine Vielzahl standardisierter explosionssicherer Gabelstapler-Designs, die auf der Grundlage der aktuellsten Technologien bereits von einer Reihe der führenden Marken genehmigt wurden.

„Wir verfügen über Verfahren zur Gewährleistung der Konformität und die Fahrzeughersteller unterziehen unsere Fabriken einer regelmäßigen Prüfung", erklärt Noakes. „Die Risiken sind einfach zu groß. Das ist die einzig vernünftige Herangehensweise. Ich bin der Meinung, dass die Sicherheitsrisiken in Zusammenhang mit Betriebsausrüstung in einer potenziell explosiven Atmosphäre eine gründliche Kontrolle erfordern, wie Flurförderfahrzeuge modifiziert werden. Die Anforderung, die schriftliche Genehmigung des Erstausrüsters einzuholen, bildet ein ausschlaggebendes Element in dieser Kontrolle.“

Keine Funken möglich

Bei explosionssicheren Modifizierungen wird das Fahrzeug typischerweise so umgerüstet, dass keine Zündquellen aus schaltenden und funkenden Komponenten, heißen Oberflächen oder sogar der Statik aus dem Fahrzeugsitz entstehen können. Ein normaler Gabelstapler weist vielfältige mögliche Zündquellen auf, die in einem Gefahrenbereich eine Explosion auslösen könnten. „Kein Hersteller von Flurförderzeugen sollte einer komplexen Modifikation zustimmen, ohne vollständig zu verstehen, wie die Änderungen vorgenommen werden, welche Verfahren verfolgt werden, um sicherzustellen, dass die endgültige Umrüstung die Erwartungen des Erstausstatters erfüllen, und auch welche Unterstützung nach Inbetriebnahme des modifizierten Fahrzeugs angeboten wird."

Pyroban pflegt seit über 40 Jahren eine enge Zusammenarbeit mit allen größeren Flurförderzeug-Marken. Das Unternehmen verfügt darüber hinaus über umfangreiche Beziehungen zu Zertifizierungsstellen wie Sira, Intertek, Electrosuisse, Ineris und TÜV in Europa; FM, CSA in Amerika sowie PCEC, CQST und Nepsi in China. Damit wird die Modifizierung von fast allen Arten von mobiler Ausrüstung unterstützt, um die vollständige Compliance mit den relevanten örtlichen Sicherheitsvorschriften wie Atex in Europa oder GB19854-2005 in China sicherzustellen.

Schriftliche Genehmigung erfragen

Pyroban modifiziert typischerweise Gegengewichtsgabelstapler, Schmalgangstapler, Kommissionierer, Schubmaststapler und andere Flurförderzeuge. Vermehrt werden auch Zugangsplattformen, Kräne, Militär- und Bergbauausrüstung explosionsgesichert. „Wir glauben, dass in großen Firmen explosionssichere Ausrüstung verwendet wird, die ohne die Zustimmung der Erstausstatter umgerüstet wurden, was ein erhöhtes Risiko nach sich zieht. In Deutschland, den Niederlanden, Frankreich, Großbritannien und in anderen Teilen Europas sind Fälle aufgetreten, in denen Fahrzeuge von führenden Herstellern möglicherweise Sicherheitsrisiken und rechtliche Probleme für die Lieferkette darstellen können,“ so Noakes. „Wir würden Ihnen dazu raten, sich beim Kauf eines neuen explosionssicheren Fahrzeugs bei Ihrem Fahrzeuglieferanten nach der schriftlichen Genehmigung für die explosionssichere Umrüstungen zu erkundigen. Damit wird möglichen Problemen mit der Produkt- und Betriebshaftpflicht, der Garantie und dem technischen Support vorgebeugt. Zudem wird gewährleistet, dass die Modifikationen ordnungsgemäß erfolgt und Mitarbeiter, Lieferkette und die Marke nicht gefährdet.“

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