Umweltschutz

Klimafreundliche Logistik - Welche Möglichkeiten gibt es?

| Autor / Redakteur: Stefan Dörfelt / Jonas Scherf

Hübsch, aber fragil ... und das gilt nicht nur für Seifenblasen ...
Hübsch, aber fragil ... und das gilt nicht nur für Seifenblasen ... (Bild: Flickr)

CO2 gilt als "Klimakiller". Da Lkw nach wie vor überwiegend mit oxidausstoßendem Diesel fahren, liegt der Schluss nahe: der Diesel-Lkw beteiligt sich an der Klimaschädigung und muss daher runter von der Straße. Doch der Weg dorthin ist noch lange.

Der Fortschritt in den letzten 150 Jahren verdankt sich zu einem Großteil der Energiegewinnung durch kohlenstoffhaltige Substanzen wie Kohle, Öl und Gas. Ihre Verbrennung setzt das farb- und geruchlose CO2 frei. Zum Problem wird Kohlendioxid in der Atmosphäre, denn steigt zu viel davon auf, wirkt es als Treibhausgas - und  verhindert dann, dass die Wärmestrahlung der Erde entweichen kann.

2013 war der Ausstoß auf gewaltige 36 Mrd. Tonnen angewachsen. Zugleich stieg die globale Durchschnittstemperatur seit der Industrialisierung um durchschnittlich 1,2 ° C an. Steigt die globale Erwärmung auf 2° C, erwarten Experten Wetterextreme mit kaum zu bewältigenden ökonomischen Folgen. Diese Daten stecken auch hinter der Forderung nach einer klimafreundlichen Logistik.

Welche Mittel gibt es für eine klimafreundliche Logistik?

Es ist im Grunde wie immer: Ideen gibt es viele. Welche davon sich sowohl ökologisch als auch ökonomisch und nicht zuletzt auch logistisch durchsetzen werden, ist derzeit noch nicht auszumachen. Es ist davon auszugehen, dass der Verkehr zunehmen wird. Damit steht eine Säule der klimafreundlichen Logistik bereits fest: Größere Effizienz der Transporte. Denn Effizienz schafft auf dem hart umkämpften Logistikmarkt immer auch Wettbewerbsvorteile. Aber Effizienz-Steigerungen alleine werden nicht reichen, gefragt sind daher innovative Ideen, neue Techniken für die Straße.

Innovationen für klimafreundliche Logistik

E-Fuel

Um die Klimaziele zu erreichen, werden Diesel- und Benzin-Motoren in den kommenden Jahrzehnten aus unseren Autos verschwinden müssen. An ihre Stelle könnten klimaneutrale Verbrennungsmotoren treten. Statt Benzin und Diesel würde dann ein synthetischer Kraftstoff verbrannt. Der auch E-Fuel genannte Kraftstoff entnimmt bei der Herstellung so viel Kohlendioxid aus der Atmosphäre wie später bei der Verbrennung freigesetzt wird. Der Nachteil liegt in den hohen Kosten. Die fallen bei der Herstellung der synthetischen Kraftstoffe derzeit noch rund dreifach höher aus als bei fossilen Brennstoffen.

Oberleitungs-Lkw

Vor allem das Bundesumweltministerium setzt daher auf eine Elektrifizierung der Autobahnen. Oberleitungs-Lkw liefern derzeit die volkswirtschaftlich betrachtet günstigsten Prognosen. Auf den E-Highways würden die Lkw direkt kein CO2 freisetzen. Gelänge es, den Strom komplett regenerativ zu gewinnen, wäre die Bilanz tatsächlich klimaneutral. Nachteil der Oberleitungen wäre allerdings, dass sie den Lkw-Verkehr nur auf bestimmten Strecken ermöglichen.

Verlagerung von Transporten von der Straße auf klimafreundlichere Transportmittel

Vergleicht man die Treibhausgasemission von Güterbahn und Binnenschiff mit der des Lkw, ist letzterer klar im Nachteil. Während der CO2-Ausstoß der Güterbahn bei 24 Gramm pro Tonnenkilometer (g/tkm) liegt, sind es beim Lkw 101 g/tkm, beim Binnenschiff 31 g/tkm. Der Gedanke liegt daher nahe, möglichst viele Verkehre von der Straße auf Bahn oder Schiff zu verlagern.

Auch in Deutschland ließe sich durch eine Verlagerung des Verkehrs von der Straße auf Schiene oder Wasser der CO2-Ausstoß senken. Doch schon seit Jahren profitiert vom Transport-Boom vor allem der Straßenverkehr. Selbst der umweltfreundliche Kombinierte Verkehr bleibt bislang hinter den Erwartungen und Forderungen zurück.

Die größte Herausforderung der klimafreundlichen Logistik erfordert ein Umdenken über Effizienzsteigerungen hinaus. Die Alternative dazu wirkt freilich noch erschreckender. Denn wenn wir weitermachen wie bisher, hilft irgendwann womöglich nur der Verzicht auf Verkehr und Wachstum.

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