Logistikzentrum

Ensinger baut für 20 Mio. Euro neues Hochregallager

| Redakteur: Robert Weber

Die Kunststoffexperten von Ensinger haben in ein neues Hochregallager investiert.
Die Kunststoffexperten von Ensinger haben in ein neues Hochregallager investiert. (Bild: Ensinger)

Die Kunststoffspezialisten von Ensinger modernisierten ihre Logistik- und Produktionsprozesse. Die Halbzeug-Sparte bekommt am Stammwerk ein neues Hochregallager. Automatisierung war bei dem Projekt ein wichtiger Punkt. Die Lagerkapazität vervierfachte sich. Die Hochregaltechnik lieferte Remmert.

Die neuen Anlagen optimieren die innerbetriebliche Logistik und erhöhen die Geschwindigkeit der Arbeitsabläufe. Mit zusätzlichen Produktionsflächen und Reinräumen, einer Vervierfachung der Lagerkapazität und einer weitgehenden Automatisierung des Warenflusses habe man die Voraussetzungen für ein weiteres Wachstum geschaffen, erfuhr MM Logistik. Die Kunden profitieren in Zukunft von den kürzeren Durchlaufzeiten, einem breiteren Lagerprogramm und einem hohen Lieferservice. Insgesamt hat das Familienunternehmen rund 20 Mio. Euro investiert.

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Flurförderzeuge sind nicht gefragt

Das neue Langgut-Hochregallager und die zusätzlichen Produktionsbereiche sind über eine Anbindungsbrücke mit den bestehenden Fertigungshallen verbunden. Ensinger hat den Zufluss und Abfluss der Waren weitgehend automatisiert. Mit Hilfe moderner Fördersysteme können innerbetriebliche Transporte und Handhabungsvorgänge nun wesentlich schneller durchgeführt werden. Die automatisierte Intralogistik bietet weitere Vorteile: „Sie macht den teuren Betrieb von Flurförderfahrzeugen überflüssig, reduziert die Unfallgefahr und vermeidet Beschädigungen am Material“, erläutert der für den Neubau verantwortliche Projektleiter Ruhullah Wasseh.

Um die Prozesse von der Fertigung bis zum Versand miteinander zu verzahnen, haben die Fördertechnik-Experten gemeinsam mit dem Lieferanten Herrmann und Hieber maßgeschneiderte Komponenten entwickelt: Die Basis für den automatischen Transport und die Lagerung der bis zu 3 m langen Halbzeugplatten und -stäbe sind sogenannte Skids. Diese Warenträger können mit bis zu 2,5 t belastet werden.

Herzstück der Logistik ist das HRL

Das zweigassige Hochregallager ist 50 m lang, 24 m breit und 24 m hoch. Auf einer Grundfläche von rund 1100 m² kann Ensinger bis zu 5700 t Kunststoffhalbzeuge lagern. Die gegenüber dem alten Lager vierfache Kapazität eröffnet dem Kunststoffverarbeiter die Möglichkeit, das Portfolio der ständig verfügbaren lagerhaltigen Halbzeuge um neue Produkte zu erweitern. „Das Hochregallager mit 3000 Lagerplätzen wird durch zwei automatische Regalbediengeräte versorgt. Alle Kunststoffe werden chargenrein eingelagert“, erklärt Dieter Scharf, Leiter der Logistik am Standort. „Die Kapazitätsvorschau und -planung und die Steuerung der Fördertechnik erfolgen über den computergestützten Logistikleitstand. Wir können bis zu 135 Ein- oder Auslagervorgänge pro Stunde vornehmen.“

Kommissionieraufwand hat sich halbiert

Auch das Zusammenstellen der Einzelpositionen für einen Auftrag nimmt im Neubau deutlich weniger Zeit ein als zuvor. Ensinger hat auf ein dynamisches Kommissionierverfahren umgestellt, nach dem Prinzip „Ware zum Mann“. Mit der Einführung des papierlosen Systems hat sich die durchschnittliche Kommissionierdauer mehr als halbiert. Verbessert hat sich auch die Arbeitsergonomie. Deckenkrananlagen erreichen auf beiden Ebenen alle Bereiche der Halle. Für das Anheben der schweren Platten und Stäbe werden flexibel einsetzbare Handlinggeräte eingesetzt. Für das Ablängen der Halbzeugplatten und -stäbe stehen an allen Kommissionierarbeitsplätzen Sägen bereit, sodass ohne einen Zwischenpuffer gearbeitet werden kann.

Keine Chance für Fremdpartikel

Auf der zusätzlichen Produktionsfläche im Neubau hat Ensinger weitere Extrusionslinien und sechs Reinräume installiert. Gefertigt werden hier unter anderem Spezialprodukte für die Halbleiterindustrie und Medizintechnik. Mit ihrem Drei-Zonen-Kaskadenprinzip entsprechen sie dem jüngsten Stand der Technik.Vor dem Versand oder der Zwischenlagerung im neuen Hochregallager werden die im Reinraum extrudierten Halbzeuge eingeschweißt und verpackt. Auch diese letzten beiden Prozessschritte führt Ensinger in einem Reinraum der ISO-Klasse 8 durch. Durch die konstanten und kontrollierten Verarbeitungsbedingungen kann Ensinger garantieren, dass über eine definierte Grenze hinaus keine Fremdpartikel ins Endprodukt gelangen.

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