Kommissioniertechnik

BLG übernimmt für Tchibo jetzt auch das Handling der Online-Ware

| Redakteur: Bernd Maienschein

Sortergebäude: Hier hält ein Behälterpuffer bis zu 13.500 Behälter vor und führt die Aufträge zusammen.
Sortergebäude: Hier hält ein Behälterpuffer bis zu 13.500 Behälter vor und führt die Aufträge zusammen. (Bild: BLG)

Zusätzlich zur Versorgung des stationären Handels übernimmt die BLG Handelslogistik, Bremen, jetzt auch die Abwicklung der Online-Bestellungen für den Kaffeeröster. Generalunternehmer für die Intralogistik ist SSI Schäfer Peem aus dem österreichischen Graz, deren Automatisierungstechnik jetzt für die Kommissionierung im ausgebauten Bremer Zentrallager verantwortlich ist.

Für Tchibo betreibt die BLG Handelslogistik GmbH & Co. KG in Bremen eines der größten Logistikzentren Europas. Das europäische Zentrallager übernimmt die Lagerung und Kommissionierung der Tchibo-Produkte, die Erstversorgung regionaler Distributionszentren sowie des Handels. Zudem organisiert der Dienstleister von dort die tägliche Nachversorgung aller Verkaufsstellen. Seit Sommer 2013 laufen auch die Online-Bestellungen über das Zentrallager. Um die dazu notwendigen zusätzlichen Prozesse zu etablieren, hat die BLG über 50 Mio. Euro in das 92.000 m² große Logistikzentrum investiert. Für die Realisierung der innerbetrieblichen Prozesse wurde SSI Schäfer beauftragt. „Das gesamte Projekt haben wir bei laufendem Betrieb umgesetzt, ohne die Versorgungssicherheit der BLG zu beeinträchtigen“, erklärt Stefan Kubin, Projektleiter bei SSI Schäfer, Graz. Der Umsetzungszeitraum betrug circa zwölf Monate.

Sämtliche Onlineaufträge werden in Wannen kommissioniert

Highlight der Erweiterung: Ein neues, komplett mit Fördertechnik ausgestattetes, zweigeschossiges Sortergebäude, welches durch eine neue Fördertechnikbrücke mit den restlichen Hallen verbunden ist. Darüber hinaus hat SSI Schäfer drei Bestandshallen neu eingerichtet, ebenso wie die Halle für die Retourenabwicklung. 17 km Fördertechnik, 20 Behälterpuffer (System SCS), 133 Kommissionierplätze, 14 Kartondurchlaufregale, 96 Verpackungsplätze, Palettenfördertechnik, Behälter und Behälterpalettierer sowie 42 Teleskopgurtförderer sorgen jetzt für effiziente, flexible Prozesse.

Alle Onlineaufträge werden in Wannen kommissioniert, während die Shopversorgung in Kartons (Nachversorgung) und Behältern (Erstversorgung) erfolgt. Die Ladungsträger gelangen per Fördertechnik direkt zu den auf zwei Hallen verteilten Kommissionierplätzen. Dort entnehmen die Mitarbeiter die Ware entweder aus den dahinter angebrachten Durchlaufregalen per Pick-by-Light-System oder direkt von der Palette. Wie viele und welche Artikel kommissioniert werden müssen, zeigen die Monitore am Arbeitsplatz an. Durch eine installierte Gewichtskontrolle werden Kommissionierfehler sofort erkannt. Bis die Aufträge abgearbeitet sind, führt die Fördertechnik die Behälter von einem Arbeitsplatz zum nächsten. Reicht ein Behälter nicht für einen Auftrag aus, steht bereits der nächste zur Kommissionierung neben dem Bediener bereit.

Puffer hält bis zu 13.500 Behälter vor

Fertig bestückte Behälter gelangen über die Fördertechnikbrücke in das Sortergebäude. Dort hält ein Behälterpuffer bis zu 13.500 Behälter vor und führt die Aufträge zusammen. Anschließend verpacken die Mitarbeiter die Aufträge zusammen mit E-Commerce-Ware versandfertig in Kartons, die über einen Sorter sowie Teleskopgurtförderer direkt zum Warenausgang geschickt werden. Seit Mai ist die neue Anlage vollständig in Betrieb. Das Resultat überzeugte alle Beteiligten. „Die Zusammenarbeit mit der BLG und den Beraterfirmen lief hervorragend. Wir haben alle Vorgaben erfüllt“, resümiert Kubin.

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 42411303 / Lagertechnik)