Retourenhandling

Swisslog will Retourenbewegungen beschleunigen

| Redakteur: Benedikt Hofmann

Swisslogs Ansatz soll die Prozesse ‚Picken‘ und ‚Retouren-Rücklagern‘ zeitlich miteinander kombinieren.
Swisslogs Ansatz soll die Prozesse ‚Picken‘ und ‚Retouren-Rücklagern‘ zeitlich miteinander kombinieren. (Bild: Swisslog)

Swisslog will die wachsenden Herausforderungen an die Logistik in E-Commerce und Multichannel-Handel mit einem intelligenten technologischen Konzept, das Pick- und Retouren-Rücklagerungsprozesse parallel zueinander möglich macht, lösen.

Retouren sind ein ernst zu nehmendes wirtschaftliches Problem für den Distanzhandel. Etliche Artikel sind nach der Rücksendung nicht mehr zu gebrauchen. Das bedeutet: Für manche Retouren kommt entweder nur noch eine Verwertung mit deutlichen Preisabschlägen, in einzelnen Fällen sogar nur noch eine Vernichtung in Frage. Sind die retournierten Artikel weiterhin verkaufsfähig, gilt es eine weitere Herausforderung zu lösen: Retouren verursachen doppelte Kosten bei null Euro Umsatz. Denn zu Buche schlagen nicht nur die Porto- sondern auch die mindestens gleichhohen internen Personal- und Intralogistikkosten. Während sich Distanzhändler vor einigen Jahren noch diverse Maßnahmen einfielen ließen, um den Kunden das Zurückschicken von Paketen zu erschweren, hat die Branche mittlerweile durchgängig erkannt, dass Retouren ein fester Bestandteil des Distanzhandels sind. „Ohne Retouren funktioniert kein E-Commerce“, sagt auch Bernd Kratz, langjähriger Geschäftsführer im Distanzhandel und Co-Founder des Instituts des Interaktiven Handels.

Beschleunigte Prozesse

Die meisten Distanzhändler haben sich heute deshalb dazu entschieden, feste Retourenquoten in ihr Dispositionsverhalten zu integrieren. Die Aktivitäten mancher Händler konzentrieren sich seit geraumer Zeit sichtbar darauf, die physischen Retourenbewegungen zu beschleunigen. Die Optimierungen der Reverse-Logistics fokussieren auf beschleunigte Rücksendemöglichkeiten – schließlich stehen Retourenartikel „on the road“ nicht für den Neuversand an den nächsten Kunden zur Verfügung.

Technische Entwicklungen zur beschleunigten Paketzustellung sowie die problemlose Retourenrückgabe bieten zum Beispiel die Packstation von DHL, oder die ab dem kommenden Jahr in Kooperation von Hermes, DPD und GLS offerierten Paketkästen an der Haustür. Der britische Versender Asos testet in Großbritannien zurzeit Paketabholpoints mit integrierter Umkleidekabine. Direkt nach Empfang des Paketes können die bestellten Fashion-Artikel in einer Umkleidekabine vor Ort anprobiert werden. Passt oder gefällt das bestellte Kleidungsstück nicht, kann direkt im Paketabholpoint retourniert werden. Dieses Verfahren bewirkt eine deutliche Beschleunigung der Reverse-Logistics-Prozesse.

Mehrtägige Bearbeitungszeiten sind keine Seltenheit

Ein häufig anzutreffendes Phänomen wird vielfach jedoch noch unterschätzt: Viel Zeit und Aufwand wird nicht nur „on the road“, sondern in der Logistik der Versender zur Retourenbearbeitung und Rücklagerung benötigt. „Noch immer sind mehrtägige Bearbeitungszeiten vom Erhalt der Retourenpakete bis zur Rücklagerung in den in den fakturierfähigen Zustand keine Seltenheit“, mahnt der E-Commerce-Experte Bernd Kratz. „Teure Zeit, in der ein retournierter Artikel längst bereits wieder auf dem Weg zum nächsten Kunden sein könnte.“ Hinzu kommt: Unabhängig von der Durchlaufzeit stellen auch die für Retouren nötigen Intralogistikprozesse einen nicht zu unterschätzenden Aufwand dar. Allein die Personalkosten der internen Retourenbearbeitung liegen in der Regel etwa drei- bis fünfmal so hoch wie die ursprünglich kalkulierten Logistikkosten. Hinzu kommt das Porto für den Hin- und Rückversand der Retouren-Artikel.

Integration der Retouren in die laufenden Prozesse

Mit dem Ziel, die Retourenbewegungen zu beschleunigen, fährt Swisslog mit seinen teil- und vollautomatisierten Systemen die Strategie, die Retourenverarbeitung direkt in die laufenden Kommissionierprozesse zu integrieren. „Mit unserem innovativen technologischen Ansatz kombinieren wir die Prozesse ‚Picken‘ und ‚Retouren-Rücklagern‘ zeitlich miteinander“, verdeutlicht Dr. Volker Jungbluth, Geschäftsführer von Swisslog Automation . Nach seiner Ansicht lassen sich dadurch drei wesentliche Effekte erzielen: 1. Die Verfügbarkeit für den erneuten Versand retournierter Artikel wird deutlich beschleunigt. 2. Die Personalkosten in der Intralogistik werden reduziert. Und 3. erhöht sich die Lagerdichte, weil deutlich weniger Platz in den Versandzentren des Distanzhandels benötigt wird.

Swisslog will mit seinen automatisierten Leichtgut-Lagerlösungen Carrypick und Autostore die passenden Antworten auf für die steigenden Herausforderungen des E-Commerce und Multichannel-Handels liefern. Abhängig von den Sortimentsstruktur und den räumlichen Verhältnissen soll es möglich sein, die Intralogistikprozesse aus einzelnen Applikationen oder einer Kombination dieser Technologien sinnvoll zu gestalten.

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 43769193 / Lagertechnik)