Schließsysteme

Alternativer Schlüssel zu RFID und Funk

| Redakteur: Bernd Maienschein

(Bild: Picosens)

Der solide, stabförmige „Quantenkey“ ist ein quantenphysikalisch kodierter Schlüssel von Picosens. Der aus einem Edelstahl-Metallkörper bestehende stabförmige Schlüssel trägt dabei weder eine sichtbare noch eine fühlbare Kodierung.

Nach Auslesen der Kodierung des Schlüssels innerhalb einer speziellen Leseeinheit lässt sich ein beliebiger Schließmechanismus damit auslösen. Der „Quantenkey“ ist passiv, arbeitet also ohne Funk- oder Magnetfeldaussendung, und ist eine Alternative zu den heute gängigen RFID-Systemen. Der neue Schlüssel ist dabei weder abhörbar noch durch Dritte kopierbar, so der Anbieter. Der speziell entwickelte Kodierungsvorgang „schreibt“ durch lokal begrenzte Veränderungen der Gitterstruktur des kristallinen Gefüges den unverwechselbaren eindeutigen Code nahezu nicht löschbar in das Metall. Selbst bei schwerster mechanischer Beschädigung, wie zum Beispiel durch Ansägen oder Erhitzen, wird die Lesbarkeit des 80 mm langen Schlüssels nicht beeinträchtigt, so der Anbieter. Sogar EMV-Einwirkungen oder starke Magnetfelder würden die Lesbarkeit des Schlüssels nicht verhindern, heißt es. Der Kodierbereich beträgt 36 mm.

Zwei verschiedene Kodierungen sind realisierbar

Derzeit sind zwei Varianten der „Quantenkey“-Kodierung realisert: Die Kodierung der Klasse A ist reproduzierbar. Anhand einer zugeordneten Nummer (Key Identity Number) lässt sich ein entsprechend quantenphysikalisch kodierter Schlüssel durch den Anbieter Picosens fertigen. Die Kodierung der Klasse B dagegen ist nicht reproduzierbar – jeder Schlüssel ist ein Unikat. Das Kodierverfahren ist randomisiert und bezieht natürliche und willkürliche Strukturveränderungen des Metallgitters ein. Es ist daher unmöglich, ein Duplikat zu erstellen.

Zum Schutz gegen EMV- und Umwelteinflüsse sowie Vandalismus ist die gesamte Leseeinheit des Schlüssels in einem Metallgehäuse eingegossen. Zum Auslesen der Kodierung wird der „Quantenkey“ in beliebiger Ausrichtung in eine einseitig geschlossene Röhre aus Keramik oder Kunststoff eingeführt. Die eigentliche elektronische Leseeinheit ist um diese Röhre angeordnet und dekodiert nach Einführen des Schlüssels den Code berührungslos. Zum Öffnen oder Schließen kann auf Wunsch auch die klassische Drehfunktion eines herkömmlichen Schlüssels simuliert werden.

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