Tiefkühllogistik

So bleibt auch bei -26 °C alles im Fluss

| Autor / Redakteur: Urs Grütter / Benedikt Hofmann

Im TK-HRL verfahren vier RBG des Typs Master 24-TK und absolvieren stündlich bis zu 22 Doppelspiele.
Im TK-HRL verfahren vier RBG des Typs Master 24-TK und absolvieren stündlich bis zu 22 Doppelspiele. (Bild: Stöcklin Logistik AG)

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Galliker Transport, eines der großen Schweizer Transport- und Logistikunternehmen, investiert sukzessive in den Ausbau seiner Intralogistikstruktur. Mit Abschluss der ersten Bauphase hat zunächst ein vollautomatisches Paletten-Hochregallager für Food- und Healthcare-Produkte seinen Betrieb aufgenommen.

Über drei Generationen hinweg hat sich Galliker von einer anfänglich kleinen Pferdefuhrhalterei zu einem renommierten Logistikdienstleister mit 17 Niederlassungen in sechs Ländern entwickelt. Bis heute befindet sich das im Herzen der Schweiz ansässige Unternehmen zu 100 % in Familienbesitz. Die damit verbundene finanzielle Autonomie ermöglicht es den Eignern, unabhängig von Quartalszielen in die Zukunft zu investieren. Dabei handelt man konsequent nach wirtschaftlichen Grundsätzen, kostenbewusst und leistungsorientiert. Im Einklang mit dieser Maxime hat sich Galliker zu ökologisch bewusstem Handeln verpflichtet, das insbesondere auf die Errichtung zweckmäßiger, energie- und umweltschonender Infrastrukturen zielt.

Aktuell beschäftigt Galliker Transport rund 2500 Mitarbeitende, davon 2100 in der Schweiz. Aktiv ist der Transport- und Logistikdienstleister in den Sparten „Car Logistics“, „Cargo Logistics“, „Healthcare Logistics“ sowie „Food, Frigo, Fresh Logistics“. Die für die Schweiz oder internationale Märkte bestimmten Frische- und Tiefkühlprodukte werden unter Einhaltung der geschlossenen Kühlkette in verschiedenen Temperaturzonen zwischengelagert, kommissioniert, nach kundenspezifischen Wünschen konfektioniert und ausgeliefert.

Familienunternehmen mit verbürgter Qualitätspolitik

Vor der Inbetriebnahme des neuen, von Stöcklin Logistik errichteten Logistikcenters 4 (LC) am Standort Dagmersellen, das bei Umgebungstemperaturen von -26 °C betrieben wird und durch sein äußeres Erscheinungsbild sowie ein ausgeklügeltes intralogistisches Innenleben für maximale Verfügbarkeit und Arbeitssicherheit besticht, war vornehmlich das LC 3 der Lagerung und dem Umschlag von Food-Produkten bei arktisch anmutenden Minusgraden vorbehalten. „Mit dem Neubau haben wir auf die wachsende Nachfrage nach umfassenden Logistikdienstleistungen reagiert, die unsere Kunden aus dem In- und Ausland an uns herangetragen haben“, erklärt Martin Hofer, Leiter Lagerlogistik bei Galliker. Die hierfür erforderlichen Kapazitäten waren erschöpft. Die Investition sei jedoch auch angesichts definierter Unternehmensgrundsätze erforderlich gewesen: Qualität auf höchstem Niveau, lückenlose Lebensmittelsicherheit sowie ein Höchstmaß an Arbeitssicherheit und Ergonomie.

„Auch Themen wie Sauberkeit und Ordnung standen weit oben auf der Agenda des Kunden“, weiß Urs Martin, Vertriebsleiter für die Schweiz, Deutschland und Österreich bei Stöcklin Logistik. Neben Gradlinigkeit in Form kurzer Entscheidungswege und fairer Beziehungen seien dies weitere zentrale Werte, die das Unternehmen prägen und das Interieur ausmachen – ganz gleich ob die eigene, mit modernster GPS-Technik ausgerüstete Fahrzeugflotte, Gebäude, technische Einrichtungen, Büro- oder Kommissionierarbeitsplätze. Angesichts dieser Haltung war die Vorgabe, auf dem Dach des neuen LC 4 eine Photovoltaikanlage zu errichten, die gleichzeitig als Unterstand für rund 800 parkende Pkw dient, nur ein weiterer logischer Fingerzeig des Bauherrn.

Hohe Leistungsdichte gefordert

Dagmersellen an der Grenze zu Altishofen ist durch seine zentrale Lage direkt an der Autobahn A2 und der Gotthardbahnlinie verkehrstechnisch ideal gelegen. So war es angesichts der strategischen Zielsetzung, das Dienstleistungsangebot in den Bereichen „Food, Fresh, Frigo Logistics“ und „Healthcare“ auszuweiten, nur konsequent, die Lagerkapazitäten an diesem traditionsreichen Firmensitz aufzustocken.

Das ambitionierte Projekt wird in zwei Schritten realisiert. Phase 1 konnte planmäßig im Oktober 2015 erfolgreich abgeschlossen werden. Sie umfasst die Errichtung eines 28 m hohen, automatisch betriebenen Tiefkühl-Hochregallagers (TK-HRL) mit Stellplatzkapazitäten für 9200 Paletten.

Das viergassige TK-HRL wird durch vier Regalbediengeräte aus der Master-Familie von Stöcklin Logistik bedient. Als Generalunternehmer lieferte und implementierte der Schweizer Systemanbieter zudem die zu- und abführenden Fördertechnikstrecken mit integrierten Kommissionierbereichen, Verteilwagen für horizontale Transporte, Aufzugsanlagen verschiedenster Prägung sowie eine Inertisierungsanlage zu Brandschutzzwecken. Den neuen Materialflussrechner (MFR) hat Stöcklin Logistik an das bestehende ERP- beziehungsweise Warenwirtschaftssystem, das auch der Lagerverwaltung und -steuerung dient, angeschlossen. Über reguläre Funktionalitäten hinaus bietet der MFR ein umfassend angelegtes, intelligentes Energiemanagement für die Regalbediengeräte. Eine in Echtzeit jederzeit einsehbare Anlagenvisualisierung wurde über das Stöcklin Win-CC realisiert.

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