RFID

Objekte per Handschuh identifizieren

22.05.12 | Redakteur: Bernd Maienschein

Der RFID-Handschuh ermöglicht die mobile Item-Identifikation beim Kommissionieren oder Montieren.
Der RFID-Handschuh ermöglicht die mobile Item-Identifikation beim Kommissionieren oder Montieren. (Bild: Dirk Mahler)

Auch in intralogistischen Prozessen sorgen automatisierte Systeme für mehr Sicherheit und Qualität. Großen Anteil daran haben die wachsende Integration und Zuverlässigkeit von Anwendungen und optischen Überwachungssystemen.

Das Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung (IFF) demonstriert auf der Automatica 2012 in München zwei solcher Anwendungen, die dabei helfen, in der Produktionssteuerung und bei Betriebsprozessen den Überblick zu behalten. In der industriellen Produktion, insbesondere in der Massenfertigung, ist RFID mittlerweile zu einem wichtigen Element in der Qualitätssicherung geworden. In der manuellen Fertigung sind die Ansprüche an die Flexibilität, Zuverlässigkeit und Systemintegrierbarkeit von RFID-Anwendungen aber besonders hoch. Mobile Lesesysteme müssen diese Anforderungen problemlos erfüllen und dem Arbeiter zugleich volle Bewegungsfreiheit ermöglichen.

Unterstützung von Produktion und Kommissionierung

Die Logistik-Experten des Fraunhofer-IFF haben mit einem „RFID-Handschuh“ zu diesem Zweck ein mobiles Reader-System für die RFID-basierte Objektidentifikation entwickelt. Die Technik nutzt standardisierte Funkschnittstellen zur Kommunikation mit zentralen Systemen, wie zum Beispiel Leitständen, ist hochperformant und lässt sich kundenindividuell anpassen.

Die RFID-Spezialisten haben dabei vor allem die Unterstützung bei manuellen Tätigkeiten, wie etwa bei der Warenkommissionierung oder der Produktion, im Blick. So lassen sich mit dem Handschuh unter anderem Bauteile im Montageprozess während des Greifens automatisch identifizieren und die korrekte Zusammenstellung von Baugruppen überprüfen.

Betriebs- und Lagerflächen großflächig sichern

Für die Überwachung von Abläufen und Zuständen auf Logistikflächen stellen die Experten des Fraunhofer-IFF zudem ein neues optisches Analysesystem vor. Die „virtuelle Draufsicht“ dient zur großflächigen Kontrolle und Sicherung von Betriebs- und Lagerflächen. Das System nutzt die verschiedenen Bilder stationärer Videokameras einer Anlage und verdichtet sie zu einem einzigen virtuellen Luftbild. In Echtzeit entsteht so ein eindrucksvoller Überblick über die Gesamtsituation der beobachteten Fläche. Das erleichtert deutlich beispielsweise die Analyse von Situationen auf den Verkehrs- und Bereitstellungsflächen im Logistiklager.

Zur erweiterten Analyse ermöglicht das System die Lokalisierung von markierten Objekten wie Verkehrsmitteln sowie die Übertragung der gewonnenen Informationen in Augmented-Reality-Anwendungen. Abhängig von der jeweiligen Situation oder der Bewegung etwa von Betriebsmitteln auf einem Betriebsgelände lassen sich einzelne Flächen softwaregestützt auf dem Bildschirm individuell einfärben, was die Einschätzungen und Planungsprozesse in einem Leitstand vereinfacht.

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