Versandhandel

Baby Walz: „Flexibilisierung der Logistik oder Billiglöhne?“

23.07.12 | Redakteur: Robert Weber

Schon vor der Geburt der Kinder kommen viele Mütter und Väter mit dem Unternehmen Walz in Berührung. Die Marke Baby Walz ist bekannt. Jetzt will das Unternehmen die Logistik auslagern.
Schon vor der Geburt der Kinder kommen viele Mütter und Väter mit dem Unternehmen Walz in Berührung. Die Marke Baby Walz ist bekannt. Jetzt will das Unternehmen die Logistik auslagern. ( Bild: Weber )

Mitarbeiter der Versandhaus Walz GmbH sind sauer und machen ihrem Frust mit einem offenen Brief Luft. Das Unternehmen hatte angekündigt, 280 Stellen abzubauen. Betroffen ist auch die Logistik der Marke Baby Walz.

Das schwäbische Unternehmen begründet den Stellenabbau und eine mögliche Verlagerung der Logistik mit den veränderten Bedürfnissen der Kunden im Versandgeschäft. „In den Gesprächen mit dem Betriebsrat hat sich in den vergangenen Wochen sehr klar gezeigt, dass es zu einer Verlagerung angesichts hoher Lohnkosten und umfangreicher Einschränkungen bei der Wochenendarbeit keine Alternative zu geben scheint“, schreibt der Versandhändler. Im Fokus steht dabei die Logistik der Marke Baby Walz. „Eine Verlagerung der Logistik anderer Marken steht nicht zur Disposition“, heißt es weiter.

Kosteneinsparungen zu Lasten der Mitarbeiter?

Das sehen die Mitarbeiter anders. „Sicher haben wir Verständnis dafür, dass Anpassungen an eine sich schnell verändernde Marktsituation unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten nötig werden können und auch umgesetzt werden müssen. Die Situation, die wir in den letzten sechs Wochen intensiv verfolgt haben, lässt aber die große Befürchtung zu, dass es nicht nur um notwendige, marktbedingte Umstrukturierungen geht, sondern vielmehr um reine Kosteneinsparungen, um die Situation für den Finanzinvestor [...] positiver zu gestalten“, heißt es in einem Brief, den der Betriebsrat und 301 Mitarbeiter unterzeichnet haben und der in der „Schwäbischen Zeitung“ zitiert wird. Hintergrund: Das Versandhandelsunternehmen gehört dem Investor Carlyle-Group.

Was kommt nach der Baby Walz Auslagerung?

Die Logistiker fragen sich weiter: „Wäre nicht auch in Bad Waldsee eine `notwendige´ Flexibilisierung der Logistik möglich oder geht es hier doch nur um Billiglöhne?“, zitiert die Lokalpresse aus dem Brief. Die Angst geht um, dass nach der Logistik von Baby Walz auch möglicherweise weitere Teile der Logistik sowie das Call-Center outgesourct werden könnten.

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