Versandhandel

Amazon will schlaue Logistiker

26.07.12 | Redakteur: Robert Weber

Amazon-Lagermitarbeiter in den USA können ihrer Karriere eine neue Stoßrichtung geben. Der Versandriese unterstützt sie dabei mit bis zu 2000 Dollar.
Amazon-Lagermitarbeiter in den USA können ihrer Karriere eine neue Stoßrichtung geben. Der Versandriese unterstützt sie dabei mit bis zu 2000 Dollar. (Bild: Amazon)

Miese Arbeitsbedingungen, große Hitze in den Lagern und Notarzteinsätze – Amazon stand im Jahr 2012 medial am Pranger. Jetzt startet der E-Commerce-Riese eine neue Initiative für seine Mitarbeiter. Die Lagermitarbeiter in den Logistikzentren in den USA sollen schlauer werden und bekommen dafür bis zu 2000 Dollar.

Das Angebot (englisches Original hier) richtet sich nach Medienberichten an Vollzeit-Mitarbeiter, die ihrer Karriere eine andere Stoßrichtung geben wollen und ihre Begabungen ausleben wollen. CNET berichtet, dass das Angebot sich nur an Mitarbeiter richtet, die drei Jahre Vollzeit für Amazon gearbeitet haben.

Die 2000 Dollar sollen die Studiengebühren mit abdecken. Das spannende an dem „Experiment“, wie es Amazon-Chef Jeff Bezos nennt, ist, dass die Mitarbeiter sich in den Bereichen Werkzeugmaschinen, Labortechnik, Flugzeugmechanik und Pflegeberufen ausbilden lassen sollen. Amazon will damit wohl auch die US-Wirtschaft unterstützen und der Nachfrage nach Fachkräften begegnen.

Andere Unternehmen sollen nachziehen

Der Amazon-Boss ist sich bewusst, dass er durch die Aktion auch Mitarbeiter verlieren könnte. Er schreibt: „Many of our fulfillment center employees will choose to build their careers at Amazon. For others, a job at Amazon might be a step towards a career in another field. We want to make it easier for employees to make that choice and pursue their aspirations. This is one innovation that we hope other companies in this economy will copy.”

Ein Modell für Deutschland?

Die Aktion stößt aber auch auf Kritik. „Das wird nur geringe Auswirkungen auf die Mitarbeiter haben, aber es erzeugt positive Presse”, erklärt John Sullivan, Professor an der San Francisco State University gegenüber der „Huffington Post“. Ob ein ähnliches Modell auch in Deutschland angedacht ist, bleibt abzuwarten. Eine Antwort Amazons auf eine Anfrage von MM Logistik steht noch aus.

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 34771020) | Fotos: Amazon