Ladungssicherung

Sicher auf dem Absetzkipper

07.04.2009 | Redakteur: Bernd Maienschein

Die so genannte X-Zurrung ist eine geeignete Zurrmethode zur Sicherung von Absetzbehältern in und gegen Fahrtrichtung. Bild: RUD Ketten

Für den Transport von Absetzbehältern wird bei der Auslegung der Zurrmittel häufig von unrealistischen Randbedingungen ausgegangen. Die neue VDI 2700 Blatt 17 soll aufzeigen, wie Absetzbehälter richtig gesichert werden können.

Es gibt wohl kaum einen Bereich im Transportwesen, bei dem mehr unzureichend gesicherte Ladung über die Straße rollt als beim Transport von Absetzbehältern. Weil bei der Auslegung der Zurrmittel häufig von unrealistischen Randbedingungen ausgegangen wird, sind die Zurrmittel nicht nur unterdimensioniert, sondern es wird auch häufig die falsche Zurrmethode beim Sichern von Absetzbehältern gewählt. Mit der neuen VDI 2700 Blatt 17 ist eine anerkannte Regel der Technik definiert, nach der sich Kontrollbehörden und transportierende Unternehmen zu richten haben.

Oft geringe Reibwerte beim Transport von Absetzbehältern

Grundsätzlich ist der Gleitreibbeiwert beim Transport von Absetzbehältern ein Problem — oft sind sehr geringe Reibwerte vorhanden. Absetzbehälter können schmutzig oder ölig sein oder es kann Flüssigkeit austreten, und meistens existiert keine Möglichkeit zur Vor-Ort-Reinigung.

Anti-Rutsch-Matten sind beim Absetzbehälter-Transport in der Regel unpraktikabel (Verschmutzung, Zerreiben, Frost). Der Berechnung einer Verzurrung kann deshalb nur ein Gleitreibbeiwert µ von maximal 0,1 zugrundegelegt werden.

Aus diesem Grund ist Niederzurren in den meisten Fällen keine geeignete Methode der Ladungssicherung für Absetzbehälter-Transporte. Es können — wenn überhaupt — nur geringe Gewichte gesichert werden beziehungsweise es werden extrem groß dimensionierte Zurrmittel benötigt. In der Praxis wird fast ausschließlich die sogenannte Y-Zurrung verwendet. Sie ist jedoch als reine Niederzurrung anzusehen und daher völlig ungeeignet.

Optimale Ladungssicherung: Direktzurrung und Formschluss

In der Regel sind bei den üblichen Absetzkipper-Fahrzeugen und Anhängern die Zurrpunkte beziehungsweise Aufhängerzapfen sowie die Platzverhältnisse so beschaffen, dass eine seitliche Sicherung allein durch Direktzurren nicht möglich ist. Die Ladung kann mit einer Direktzurrung ausschließlich in und gegen die Fahrtrichtung gesichert werden — zur seitlichen Sicherung sind Anschläge nötig. Die optimale Ladungssicherung besteht also aus einer Kombination von Direktzurrung und Formschluss mittels seitlicher Anschläge. Geeignete Zurrmethoden zur Sicherung in und gegen Fahrtrichtung sind zum Beispiel die Trapez-, V- oder X-Zurrung.

Inhalt des Artikels:

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 293586 / Verpackungstechnik)