Verpackungstechnik

Gut gereckt, perfekt gestretcht

01.06.12 | Autor / Redakteur: Axel de Schmidt / Robert Weber

Mit „Stretch Hood i“ hat Beumer eine Verpackungsanlage mit geringerer Aufstellfläche und günstigen Verbrauchswerten entwickelt.
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Mit „Stretch Hood i“ hat Beumer eine Verpackungsanlage mit geringerer Aufstellfläche und günstigen Verbrauchswerten entwickelt. (Bild: de Schmidt)

Verpackungslösungen verkaufen sich weltweit wie geschnitten Brot. Auch in der Logistik. Die Anforderungen an moderne Verpackungsmaschinen in logistischen Anwendungen haben stark zugenommen. Gefragt sind hohe Produktflexibilität, kurze Umrüstzeiten sowie ein niedriger Energieverbrauch mit positiver CO2-Bilanz.

Lange Jahre kannte der Trend für die deutschen Hersteller von Verpackungsmaschinen nur eine Richtung: nach oben. Seit der Jahrtausendwende hatte sich das Produktionsvolumen bis zum vorläufigen Höhepunkt 2008 von knapp 3,5 auf über 5 Mrd. Euro hochgearbeitet.

Verpackungsmaschinen zeigen solides Wachstum

Dabei erreichte der Exportanteil Spitzenwerte von über 90 %. Für eine stabil anziehende Nachfrage sorgte die Nahrungs- und Getränkeindustrie, die mit einem Anteil von 60 % auch der größte Abnehmer von Verpackungsmaschinen ist.

Nach einem kurzen Wachstumsknick infolge der Wirtschaftskrise 2008/2009 befinden sich die heimischen Verpackungsmaschinenhersteller wieder auf dem Wachstumspfad. Für das gesamte Produktspektrum Nahrungsmaschinen und Verpackungsmaschinen verzeichnete der VDMA-Fachverband 2011 für das Produktionsvolumen ein Plus von 7,5 % auf 5,1 Mrd. Euro im Vergleich zum Vorjahr. Davon entfiel etwa ein Drittel auf Getränkeverpackungsmaschinen, der Rest auf andere Verpackungsmaschinen.

Auch in das Jahr 2012 sind die deutschen Hersteller gut gestartet. So lag der Auftragseingang in den ersten beiden Monaten real 26 % über dem Vorjahr. Damit setzt sich die Teilbranche deutlich vom gesamten Maschinenbau ab, betont Vera Fritsche, Branchenexpertin beim VDMA: „Es gibt derzeit keine Anzeichen, die Prognose für die Verpackungsmaschinenbranche für 2012 nach unten zu korrigieren. Die Fachabteilung geht weiter von einem Umsatzplus von mindestens 8 % aus.“

Auch langfristig ist die Branche optimistisch. Dafür sorgt zum einen der globale demografische Trend. Zum anderen dürfte die zunehmende Verbreitung westlicher Handels- und Logistikstrukturen auch die Nachfrage nach entsprechendem Equipment für Verpackung und Distribution weiter kräftig ankurbeln.

Industrie ersetzt Verpackungsanlagen durch leistungsstarke Technik

Von diesen Markttrends profitieren nicht nur die Hersteller von Maschinen für Packmittel, Form-, Füll- und Verschließmaschinen oder Abfüllanlagen. Auch die Marktchancen von innovativen Stretchanlagen sind mehr als positiv. Denn mit der Logistik als wettbewerbskritischem Faktor haben auch automatisierte Verpackungsprozesse an Bedeutung gewonnen. „In der Logistik tendieren viele Unternehmen dazu, Linien zusammenzulegen“, bestätigt Christian Matzen, Verkaufsleiter Verpackungsanlagen beim westfälischen Intralogistikspezialisten Beumer. Das führt häufig dazu, dass ein Verpackungsverfahren durch eine leistungsstärkere Technik ersetzt wird.

Daher wundert es nicht, dass selbst ein Marktsegment mit jahrzehntelanger Tradition in jüngster Zeit einen deutlichen Innovationsschub verzeichnet. So ist das Schrumpfen als ältestes der drei etablierten Folienverpackungsverfahren gegenüber dem dominierenden Stretchwickeln eher rückläufig.

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