Greifer

Viermal so stark durch 3D-Druck

| Redakteur: Simone Käfer

Vollständige Sauggreifer-Baugruppe von Anubis, hier an einem Roboter befestigt.
Vollständige Sauggreifer-Baugruppe von Anubis, hier an einem Roboter befestigt. (Bild: Anubis 3D)

Mit additiver Fertigung hat ein Verpackungshersteller in kürzester Zeit ein scheinbar unmögliches Ziel erreicht. Die Roboter für den Pick-&-Pack-Bereich waren bereits bestellt, als die Langen Group, Zulieferer eines großen amerikanischen Lebensmittelherstellers, die Konzeption eines Greiferarms in Angriff nahm.

Mit seiner Hilfe sollten die Roboter abgepackte und gestapelte Cracker greifen und in Kartons verpacken. Dann stießen die Ingenieure auf ein Problem: Der Greifer musste ultraleicht sein. Eine schier unmöglichen Herausforderung. Um mit der Höchstgeschwindigkeit des Roboters arbeiten zu können, durfte der Greifer zusammen mit dem Produkt nicht schwerer als 2 kg sein. Da die größte Verpackungseinheit bereits 1,5 kg auf die Waage brachte, musste das verwendete Endstück unter 500 g wiegen. Diese Gewichtsbeschränkung schlossen Aluminium und Metallblech als Material aus.

Darüber hinaus sollte sich das Werkzeug ohne Muttern und Schrauben befestigen lassen, damit das Bedienpersonal die Greifereinheiten einfach und vor allem schnell auswechseln kann. „Es gab insgesamt zwei völlig verschiedene Konfigurationen, verschiedene Formen und drei Kartongrößen, wobei jeweils zwei kleine Kartons oder ein großer Karton bestückt werden müssen“, erklärt Tharwat Fouad, Präsident von Anubis 3D, einem Fertiger von 3D-Druck-Lösungen. „Der Kunde wünschte sich ein Werkzeug, das sich für alle Kartongrößen eignet und dabei nicht mehr als ein halbes Kilo wiegt. Und das natürlich so schnell wie möglich.“

Die Teilnehmer: Anubis 3D und EOS

Fouad und sein Team hatten bereits für frühere Kundenprojekte den Markt studiert und wichtige Erkenntnisse über die jeweiligen Fertigungstechniken gesammelt. „Wir stellten fest, dass Systeme zur additiven Fertigung von Kunststoffen vor allem im Rapid Prototyping verwendet werden“, erklärt Fouad. „Doch unsere Aufgabe war eine völlig andere: Wir wollten funktionale Endkomponenten produzieren und waren überzeugt."

Trotzdem sah das Team in der additive Fertigung die passende Lösung. Nach einer detaillierte Analyse der auf dem Markt erhältlichen Fertigungssysteme, entschied Anubis 3D sich für Formiga P 100 von EOS. „Innerhalb weniger Tage hatte EOS das System geliefert und in Betrieb genommen. Die Bedienung war relativ einfach zu erlernen. EOS war dabei immer an unserer Seite, bis wir selbst Experten für die Technik wurden. Auch jetzt, einige Jahre später, sind wir mit unserer damaligen Entscheidung noch sehr zufrieden.“

Die Formiga P 110 verarbeiet Kunststoffe. Sie druckt direkt aus digitalen CAD-Daten bis zu einer Bauhöhe von 330 mm.
Die Formiga P 110 verarbeiet Kunststoffe. Sie druckt direkt aus digitalen CAD-Daten bis zu einer Bauhöhe von 330 mm. (Bild: EOS)

Um die Akzeptanz der additiven Fertigung zu steigern, ist es laut Fouad elementar, jahrzehntealte Denkmuster aufzubrechen. „Es ist möglich, anstelle von Metall Kunststoffe einzusetzen, wenn dies ingenieurswissenschaftlich fundiert erfolgt. Man muss sich auf die Teilegeometrie konzentrieren und die traditionellen Bedenken bezüglich der Komplexität von Bauteilen einfach über Bord werfen. Die EOS-Technik ist diesbezüglich nämlich keinen Einschränkungen unterworfen.“

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