Porträt 125 Jahre Thyssenkrupp Schulte

Am 5. Februar 1896 startete Heinrich August Schulte in Dortmund seine Unternehmung – heute ist die kleine Eisenhandlung von damals mit rund 3.200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der größte Werkstoffhändler und Werkstoffdienstleister in Deutschland. Was dazwischen geschah, davon zeugt, ohne Anspruch auf Vollständigkeit, nachfolgendes Porträt.

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Für Thyssenkrupp Schulte ein Riesenschritt in Richtung Zukunft: das im Jahr 2018 gelaunchte B2B-Portal.
Für Thyssenkrupp Schulte ein Riesenschritt in Richtung Zukunft: das im Jahr 2018 gelaunchte B2B-Portal.
(Bild: Thyssenkrupp Schulte)

Heinrich August Schulte erkannte früh im Zeitalter der Industrialisierung den vielseitigen Nutzen von Stahl und legte mit seiner Firmengründung den Grundstein für die heutige Thyssenkrupp Schulte GmbH. Heute, im Jahr 2021, kann das Unternehmen auf 125 Jahre bewegte Geschichte zurückblicken. Detlef Schotten, seit Januar 2020 Chief Executive Officer in der Essener Zentrale und über 25 Jahre in verschiedenen Führungs- und Geschäftsführungspositionen bei Thyssenkrupp tätig, sagt zum Jubiläum: „Wir sind stolz, dass wir auf so eine lange Erfahrung und Materialkompetenz zurückblicken können. Gleichzeitig haben wir den Blick immer nach vorne gerichtet. Gemeinsam mit unseren Kunden und Lieferanten konnten wir uns kontinuierlich weiterentwickeln und sind immer neue Wege gegangen.“

Thyssenkrupp Schulte gehört heute zum Segment Materials Services von Thyssenkrupp und ist Werkstoffpartner für Stahl, Edelstahl und NE-Metalle. In seiner Branche arbeitet man von über 40 Standorten aus für über 70.000 Kunden aus Industrie, Handwerk und Bauwirtschaft. Für alle Erfordernisse wird ein breites Sortiment an Flachprodukten, Profilen und Rohren geboten, zugeschnitten jeweils auf die individuellen Wünsche der Kunden.

Hohe Qualität, pünktliche Lieferung

In diesen volatilen Zeiten, in denen Dienstleistungen nachgefragt werden, die über die reine Lieferung von Werkstoffen und die Bearbeitung von Produkten hinausgehen, sieht man sich bestens aufgestellt. Denn Thyssenkrupp Schulte verfügt über jahrzehntelange Erfahrung, was die Beschaffung, Lagerung, Bearbeitung und Logistik von Werkstoffen angeht. Stützen kann sich das Dienstleistungsunternehmen dabei auf eine leistungsfähige Infrastruktur – was die maschinellen Kapazitäten sowohl dezentral in einer von über 30 Niederlassungen als auch in den zentralen Servicecentern angeht: Hochwertige Produktqualität und termingerechte Lieferung genießen absolute Priorität im Unternehmen. Das ist dokumentiert mit dem Qualitätsmanagementsystem nach EN ISO 9001, das von der Germanischer Lloyd Systems Certification GmbH regelmäßig überprüft und zertifiziert wird. Teile von Thyssenkrupp Schulte verfügen sogar über Zulassungen entsprechend EN 9120 (Luft- und Raumfahrtindustrie) beziehungsweise der Norm ISO/TS 16949 (Automobilindustrie).

CEO Schottens Motto folgend, den Blick immer nach vorne zu richten, unterzeichneten Thyssenkrupp Schulte und die niedersächsische Stadt Rotenburg/Wümme 2018 einen Kaufvertrag für ein über 100.000 m² großes Gewerbegrundstück, auf dem einmal das neue Logistikzentrum des Unternehmens stehen soll. Die geplante Lagerfläche dort von bis zu 50.000 m² entspricht der Größe von sieben Fußballfeldern. Rund 60 Mio. Euro lässt sich der Dienstleister das kosten. In Rotenburg können einmal über 18.000 t an Materialien und Werkstoffen wie Aluminium, Edelstahl und Stahl vorrätig gehalten werden.

Wie vom Unternehmen zu erfahren war, hat das neue Konzept vielseitige Vorteile. So sollen der optimierte Materialfluss und fahrerlose Transportfahrzeuge (FTF) für schnellere, effizientere Be- und Entladung der an- und abfahrenden Lkw und damit auch für eine deutliche Verkürzung der Standzeiten sorgen. Das Konzept biete größtmöglichen Gesundheitsschutz bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, weil es im Lager- und Anarbeitungsbereich keinen Querverkehr mehr geben wird.

2018 ist ein Meilenstein: Thyssenkrupp startet sein B2B-Portal, dessen digitales Angebot sich im ersten Schritt an Bestandskunden aus Metall verarbeitendem Handwerk und Industrie richtet. Die Kunden erhalten damit Zugriff auf das komplette Standardsortiment des Dienstleisters und können rund 17.000 Produkte in 57 Kategorien bestellen. Nach einem Jahr ist es Zeit für ein positives Zwischenfazit. In den zurückliegenden sechs Monaten konnte man die Anzahl registrierter Kunden um das Dreifache steigern!

Der „Move“ zum nächsten Level

Mithilfe eines Omnichannel-Ansatzes will Thyssenkrupp Schulte seinen Kunden rund um die Uhr künftig individuellen Zugang zu seinen über 150.000 Produkten und Services gewähren – ohne dass die ihr eigenes Verhalten ändern müssen. Als entscheidend für den Erfolg dieses Omnichannel-Prinzips hat man die Bereitstellung aller vom Kunden gewünschten Kanäle ausgemacht: Beim Mutterkonzern Materials Services können die Kunden ihre Produkte, neben den traditionellen Kanälen wie Fax, Telefon und E-Mail, über individuelle Kundenportale, EDI-Schnittstellen, Onlineshops und Apps bestellen.

Seit Anfang 2019 ist die Data-Analytics-Plattform „alfred“ in die Prozesse bei Thyssenkrupp Schulte eingebunden und hat dort erste Erfolge erzielt. So ist es „alfred“ in einem ersten Schritt gelungen, gemeinsam mit Logistikexperten auf der Grundlage einer aufwendigen Datenanalyse die Verteilung der Kundenaufträge im Netzwerk zu optimieren. Mithilfe automatischer Simulationen konnten auf Basis von Millionen von Daten neue Szenarien und Verteilungsrouten berechnet werden.

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Über den Autor

Dipl.-Betriebswirt (FH) Bernd Maienschein

Dipl.-Betriebswirt (FH) Bernd Maienschein

Fachredakteur, Vogel Communications Group GmbH & Co. KG