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Hafenlogistik 2. Runde – Rohrdommel versus Logistiker

| Redakteur: Robert Weber

Der Jade-Weser-Port in Wilhelmshaven, Deutschlands neuer Tiefseehafen, ist noch nicht eröffnet und schon suchen die Verantwortlichen nach neuen Logistik- und Industrieflächen. Umweltschützer sorgen sich um das benachbarte Natur- und Vogelschutzgebiet.

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Die Rohrdommel könnten den Logistikern in Wilhelmshaven schon wieder Kofpzerbrechen bereiten. Der Hafen wächst und braucht mehr Platz. (Bild: Marek Szczepanek unter GNU und Creative Commons-Lizenz, wikipedia.de)
Die Rohrdommel könnten den Logistikern in Wilhelmshaven schon wieder Kofpzerbrechen bereiten. Der Hafen wächst und braucht mehr Platz. (Bild: Marek Szczepanek unter GNU und Creative Commons-Lizenz, wikipedia.de)

Das rund 380 ha große Naturschutzgebiet grenzt direkt an den neuen Hafen, berichtet die „taz“. Nach Informationen der Zeitung prüfe die Jade-Weser-Port Logistics Zone GmbH, wie sie das Gelände „einverleiben“ könnte. Eine Machbarkeitsstudie soll Licht ins Dunkle bringen. Die Vorbereitungen für die Ausschreibung würden bereits laufen – ergebnisoffen, zitiert die Tageszeitung Jan Miller, Geschäftsführer der Gesellschaft.

Fünf Mio. Euro für Lärmschutz

Umweltschützer sind trotzdem besorgt. Von 91 geschützten Tier- und Pflanzenarten ist die Rede. Diese dürften nicht dem Tiefwasserhafen geopfert werden, heißt es. Unter den 91 ist auch die Rohrdommel. Der Vogel sorgte bereits bei dem Bau der Bahntrasse zum Hafen für hohe Kosten. Für fünf Mio. Euro wurde eine Lärmschutzwand für die brütenden Vögel errichtet, berichtet das Blatt.

Flächenbedarf realistisch?

Die Naturschützer sind skeptisch, ob die Flächen wirklich benötigt werden. Die Hafengesellschaft unterstreicht in dem Bericht: „Es geht nicht um eine Erweiterung auf Vorrat“. Man müsse prüfen, wie man die zukünftige Nachfrage decken könne, so die Gesellschaft. Mit dem Argument scheinen die Logistiker die Stadtväter überzeugt zu haben. Nach Informationen der „taz“ sucht die Stadt Wilhelmshaven bereits nach Ausgleichsflächen, sollte das Schutzgebiet dem Hafen weichen müssen.

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