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Hebezeuge 30-t-Seilzüge für indisches Stahlwerk

In einem Steinbruch haben Entwickler von Stahl Cranesystems sieben 30-t-Hebezeuge getestet. Die ex-geschützten Seilzüge vom Typ AS 7 ex sind für den Export nach Indien bestimmt, wo sie gegen Ende des Jahres 2012 in einem Stahlwerk installiert werden sollen.

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Die Aufhängung zur Befestigung des Hebezeugs am Kran sowie die Traverse zum Anhängen der Prüfgewichte wurden von Stahl Cranesystems eigens für diesen Test angefertigt.
Die Aufhängung zur Befestigung des Hebezeugs am Kran sowie die Traverse zum Anhängen der Prüfgewichte wurden von Stahl Cranesystems eigens für diesen Test angefertigt.
(Bild: Stahl Cranesystems)

„Eigentlich konnten wir den Auftrag gar nicht annehmen“, sagt Martin Klossek, Projektleiter der Stahl-Cranesystems-Abteilung für internationale Projekte. Der indische Endkunde verlangte nämlich für alle sieben 30-t-Seilzüge einen Lasttest von Hebezeug und Fahrwerk unter allen Lastbedingungen. „Dafür haben wir auf dem Prüfstand in unserem Werk gar keine Möglichkeit“, erklärt Martin Klossek. Gemeinsam mit Gerhard Deitigsmann, einem Mitarbeiter der Abteilung Customer Service, fand sich dennoch eine Lösung. In einer Halle auf einem Steinbruch, 10 km vom Stahl-Cranesystems-Werksgelände entfernt, läuft ein Zweiträgerlaufkran mit einer Tragfähigkeit von 40 t, der nur selten in Gebrauch ist. Eigens für den Test wurden eine Aufhängung und eine Lasttraverse konstruiert, um die Hebezeuge an dem Kran zu befestigen und die Prüfgewichte anzuhängen.

Überlastsicherung schaltet bei 110 % Nennlast ab

Am 24. April 2012 war es so weit: Zehn 2,5-t-Eichgewichte aus Stahlguss waren an der Traverse befestigt, zusammen mit weiteren 6 t in Form massiver Stahlplatten. Ein Druck auf die Funkfernbedienung, der Seilzug zogen an, die Anschlagketten spannten sich und 33 t Metall schwebten scheinbar mühelos durch den Raum. Die Testbedingung „Heben und Katzfahren“ unter Nennlast waren erfüllt. Mit dem Gewicht am Haken konnten die Techniker von Stahl Cranesystems nun die Überlastsicherung einstellen, die das Hebezeug bei 110 % der Nennlast abschaltet. Die korrekte Funktion dieser Sicherung wird anschließend mit einem Prüfgewicht von 37,5 t sichergestellt.

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Klossek war mit dem Ergebnis zufrieden: „Der Kunde aus Indien bestand auf einer Prüfung in Deutschland – die hat unser AS 7 absolviert.“ Den Lasttests vorausgegangen waren bereits mehrtägige Prüfungen der Schweißnähte, der Funktionsfähigkeit, der Beschichtung und der Übereinstimmung mit dem Vertrag hinsichtlich Qualität und Vollständigkeit.

Kompakt bauende Züge verfügen über große Hubhöhe

Überwacht wurden die Tests von einem Inspekteur des Hamburger Bureau Veritas. Sein erfolgreicher Prüfbericht und die Freigabe sind die Voraussetzung dafür, dass Stahl Cranesystems die Hebezeuge nach Kalkutta verschiffen darf.

„Das Besondere an diesen Zügen ist ihre kompakte Bauform und die große Hubhöhe, das konnte außer uns niemand anbieten“, so Klossek über die Konstruktion. „Die Seilzüge arbeiten in einem schmalen Gang zwischen zwei Schütttrichtern. Darum mussten wir sie auf eine Breite von 1,27 m verkürzen. Das haben wir durch Spezialfahrantriebe erreicht.“

Das Ergebnis: sieben identische Seilzüge – aufgrund des Kohlestaubs in der Anlage in explosionsgeschützter Ausführung. Stationärer Zug und Fahrwerk sind zu einer Einheit verschmolzen. Ihr 8-rolliges Sonderfahrwerk ist mit Winkelfahrantrieben ausgerüstet. Die Bedienung erfolgt über eine stationäre Steuerung.

Einsatz zur Wartung einer Kohlevergasungsanlage

Laut Zeitplan sollen die Künzelsauer Hebezeuge in etwa einem Jahr ihren Dienst in der neu gebauten Kohlevergasungsanlage antreten. Dort werden sie zu Wartungsarbeiten an Kohlemahlwerken benötigt, die sie aus ihrem Mahlgang herausheben und am Fuße der Anlage, 27 m tiefer, absetzen.

Die Spezialaufhängung und die Traverse werden bei Stahl Cranesystems eingelagert. „Ab heute können wir Hebezeuge bis 40 t Last unter Realbedingungen testen“, sagt Gerhard Deitigsmann stolz: „Das können nur ganz wenige Hersteller in Deutschland.“

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