Jubiläum

70 Jahre Innovationen aus dem Hause Sick

| Autor: Bernd Maienschein

Im Jahr 2015 konnte die Sick AG hervorragende Bilanzkennzahlen aufweisen. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern betrug rund 130 Mio. Euro.
Im Jahr 2015 konnte die Sick AG hervorragende Bilanzkennzahlen aufweisen. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern betrug rund 130 Mio. Euro. (Bild: Sick)

1946 in Vaterstetten bei München gegründet und inzwischen seit 60 Jahren in Waldkirch im Breisgau beheimatet, beging der Sensorenhersteller Sick am Montag, den 26. September 2016, sein 70-jähriges Jubiläum. Da ließ sich auch Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann nicht lange bitten und folgte der Einladung zum Festakt.

In seiner Rede sprach Kretschmann seine Anerkennung aus: „Wir feiern ja heute nicht einfach nur eine Zeitspanne, sondern eine wahre Erfolgsgeschichte, die vor 70 Jahren quasi mit einem ,Garagenunternehmen‘ begonnen hat. Inzwischen ist Sick ein Global Player und gehört zweifelsohne zu den Weltmarktführern in seiner Branche. Da freut man sich als Ministerpräsident, wenn man weiß, dass baden-württembergisches Knowhow, dass Produkte, die von Menschen in unserem Land erdacht und hergestellt wurden, weltweit genutzt und geschätzt werden.“

Gisela Sick, Witwe des Firmengründers Dr. e.h. Erwin Sick und Ehrenvorsitzende des Aufsichtsrats der Sick AG, ließ es sich nicht nehmen, an die Anfänge des Unternehmens und die Idee zu erinnern, zwei Technologien zur Sensorik zu vereinen. „Man hatte elektrotechnische Dinge gebaut und optische. Aber die Kombination von beidem in einem Gerät, aus der dann die Sensoren entstanden sind, das war eine Neuerung.“ Entstanden ist daraus das Unternehmen und die Marke Sick, einer der weltweiten Technologie- und Marktführer für Sensoren und Sensorlösungen ausschließlich für industrielle Anwendungen – ein Global Player mit über 7400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und knapp 1,3 Mrd. Euro Umsatz im Jahr 2015.

Das neue Gelb ist Schwarz

Seine Kraft bezieht Sick aus den drei Geschäftsmodellen Serienprodukte, Systeme und Services. Eine ganz wesentliche Rolle dabei spielt der Mensch. „Das Knowhow von Sick besteht ausschließlich aus seinen Mitarbeitern“, sagt Dr. Robert Bauer, Vorsitzender des Vorstands der Sick AG. In der Fertigung der Lichtleisten sieht das in Waldkirch beispielsweise so aus: Im gesamten Fertigungsbereich gibt es keine Fachkräfte, sondern ausschließlich angelernte Werker. „Paten“ lernen die Neuen in einem Zweisäulensystem ein, bis jeder Mitarbeiter nach einer gewissen Zeit jeden Arbeitsplatz einer Fertigungszelle beherrscht. Das mündet in einem vollautomatischen Funktionstest für 100 % der bekannten gelben Lichtleisten der „deTec“-Linie, die künftig in schwarzem Design daherkommen werden.

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Mitte) gratulierte in seiner Festrede Gisela Sick und Dr. Robert Bauer zum 70-jährigen Firmenjubiläum.
Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Mitte) gratulierte in seiner Festrede Gisela Sick und Dr. Robert Bauer zum 70-jährigen Firmenjubiläum. (Bild: Sick)

Der ganze Prozess verläuft nach dem One-Peace-Flow-Prinzip; 18 Minuten dauert die Fertigung einer „deTec“-Lichtleiste, die im Anschluss in Panzerkartons verpackt wird. Die Produktion geschieht in Waldkirch in sogenannten „Cost Centers“, das heißt, die internen „Lieferanten“ des Werks stehen im Wettbewerb zu externen Lieferanten. Im Verkauf geht es inzwischen zu wie im E-Commerce: Wenn der Kunde heute ein Lichtgitter bestellt, möchte er es morgen auf dem Lkw haben. Die Fertigung wird gegenwärtig Schritt für Schritt ins rund 15 km entfernte Reute verlagert, ein Produktionsstandort, der wachsen soll. Das betrifft etwa 800 der 2000 in Waldkirch ansässigen Mitarbeiter, die ihrem Arbeitgeber sicher folgen werden.

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