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Warehouse-Execution-System 9000 Sendungen täglich fehlerfrei verschicken

| Autor / Redakteur: Marcus Walter / Dipl.-Betriebswirt (FH) Bernd Maienschein

0,01 %: Diese extrem niedrige Fehlerquote im Warenausgang war für die Mobilcom-Debitel Logistik GmbH immer noch zu hoch. Der Logistikdienstleister der Freenet Group verschickt täglich bis zu 9000 Sendungen, die am Standort Büdelsdorf von rund 50 Mitarbeitern kommissioniert werden. Die Lösung lieferte Zetes.

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Bei Mobilcom-Debitel Logistik werden die per Bilderkennung und Scannung identifizierten Paketdaten in Echtzeit mit den Daten aus SAP abgeglichen.
Bei Mobilcom-Debitel Logistik werden die per Bilderkennung und Scannung identifizierten Paketdaten in Echtzeit mit den Daten aus SAP abgeglichen.
(Bild: Zetes)

Neben Mobiltelefonen werden in Büdelsdorf unter anderem Fitnesstracker, Lernspielzeuge und Drucker bewegt, wobei das Lagersortiment durchschnittlich rund 6000 bis 7000 Artikel umfasst. In der Vergangenheit kam es an den zwei Verpackungslinien vereinzelt zu Falschauslieferungen und entsprechenden Reklamationen. „Das war angesichts unseres hohen Anspruchs an die Kundenzufriedenheit nicht akzeptabel“, erklärt der Teamleiter Logistik, Dirk Hinz.

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Vor diesem Hintergrund suchte Mobilcom-Debitel Logistik eine IT-Lösung für die Qualitätssicherung, die sich problemlos in die vorhandene Softwarelandschaft einfügt. Die Recherche nach einer maßgeschneiderten Nullfehlerlösung gestaltete sich zu Beginn schwierig. Erst durch einen ähnlichen Anwendungsfall beim Wärme- und Kältetechnikspezialisten Danfoss im benachbarten Dänemark stieß der Digital-Lifestyle-Provider auf die geeignete Technologie: Danfoss setzt auf das Warehouse-Execution-System (WES) „ZetesMedea“ in Kombination mit seiner Image-ID-Technologie, das die Auftrags- und Bestandsdaten mit dem ERP-System in Echtzeit austauschen und sämtliche Prozesse zwischen Wareneingang und Versand steuern kann.

Nullfehlerlösung ohne jegliche Verwechslung

„Wir vereinbarten bei Danfoss sofort einen Referenzbesuch und waren umgehend von ,ZetesMedea‘ begeistert“, erinnert sich Projektkoordinator Mike Mählmann, der im nächsten Schritt mit der Zetes-Niederlassung in Hamburg Kontakt aufnahm. „Bei Zetes hat man die technische Herausforderung sofort angenommen und einen praktikablen Lösungsvorschlag erarbeitet“, so Mählmann. Die Ursache der Falschauslieferungen war, dass die beim Etikettieren der Pakete auftretenden Verwechslungen bei der manuellen Qualitätskontrolle nicht lückenlos identifiziert wurden. Kein Wunder, denn pro Sendung müssen zwei auf dem Paket angebrachte Etiketten miteinander verglichen werden, von denen eines nur aus einem Barcode und einer zehnstelligen Ziffernfolge besteht. Dabei handelt es sich um die sogenannte HU-Nummer, die von SAP für jede Packmitteleinheit, sprich „Handling Unit“ (HU), vergeben wird. Das Etikett mit der HU-Nummer wird beim Packen vom Lieferschein abgezogen und seitlich am Karton aufgeklebt.

Versteckte Tracking-Nummer immer an anderer Stelle

Das zweite Etikett wird automatisch durch einen Applikator aufgebracht und entspricht den Vorgaben des jeweiligen Paketdienstleisters. Hier arbeitet Mobilcom-Debitel mit DHL, Deutsche Post, UPS und DPD zusammen. Ein weiterer Teil der Sendungen wird mit eigenen Fahrzeugen befördert.

„Je nach Dienstleister steht die für uns entscheidende Tracking-Nummer an einer anderen Position innerhalb des Barcodes, der bis zu 28 Zeichen umfasst“, beschreibt Projektleiter Mählmann eine der Herausforderungen. Zetes musste deshalb für jeden Transportdienstleister eine eigene Logik für das Erkennen der im Etikett codierten Tracking-Nummer erarbeiten und in „ZetesMedea“ hinterlegen.

Die Vergleichslesung erfolgt durch je eine Image-lD-Lesestation pro Verpackungslinie. Jede Lesestation verfügt über zwei Imager für die Bilderfassung, die an einem Aluportal befestigt sind. Die weiteren Bestandteile der Lösung sind ein Zetes-Image-ID-Server sowie ein Zetes-SAP-IID-Soap-Server, der in das kundenseitige SAP-System eingebettet wurde.

Für eine automatische Vergleichslesung durch „ZetesMedea“ müssen beide Barcodes gelesen und anschließend geprüft werden, ob diese zur selben Sendung gehören. Dafür werden Tracking- und HU-Nummer an SAP übertragen und mit den dort hinterlegten Werten verglichen. „Wenn die Werte nicht zusammenpassen, ertönt ein Signal und die an der Leseeinrichtung installierte Ampel springt von grün auf rot“, erklärt Dirk Hinz. Das betreffende Paket kann dann sofort ausgeschleust und korrigiert werden, wodurch Versandfehler bei Mobilcom-Debitel der Vergangenheit angehören. „Für unser Kundenerlebnis haben wir mit diesem Projekt einen wichtigen Schritt getan. Dank der entwickelten technischen Lösung werden Versandfehler nun konsequent vermieden“, betont Linda Behrens, Standortleiterin der Mobilcom-Debitel Logistik GmbH.

Schnelle Umsetzung bei engem Zeitplan

Neben den Ergebnissen ist Mobilcom-Debitel aber auch mit dem Projektverlauf sehr zufrieden. Eine der größten Herausforderungen bestand in dem sehr engen Zeitplan für das Erarbeiten der Spezifikationen sowie die anschließende Programmierung und Umsetzung. Dazu gehörte auch das Einrichten der Schnittstelle zu SAP sowie das Entwickeln der Logik innerhalb des ERP-Systems. Die Entwicklung wurde ausschließlich durch Zetes geleistet, was die IT-Abteilung von Mobilcom-Debitel erheblich entlastete.

„Wir hatten Zetes erst im Mai 2018 den Auftrag erteilt und gingen mit der neuen Lösung pünktlich zum Start des Weihnachtsgeschäfts am 2. Oktober in den Livebetrieb“, berichtet Mählmann. Die Schnelligkeit von Zetes weiß man bei Mobilcom-Debitel sehr zu schätzen. „Die partnerschaftliche Zusammenarbeit und das tolle Ergebnis zeigen uns, dass wir mit Zetes den richtigen Partner ausgewählt haben“, ist Standortleiterin Linda Behrens überzeugt. ■

* Marcus Walter ist Inhaberin der Agentur KfdM – Kommunikation für den Mittelstand in 84183 Niederviehbach. Weitere Informationen: Zetes Industries S.A., 22335 Hamburg, Tel. (0 40) 53 28 88-0, hotline@de.zetes.com

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