Mobile Datenerfassung

Abwicklungsqualität im Lager erhöhen

16.09.2010 | Autor / Redakteur: Christian Kamuf / Claudia Otto

Neue Waren benötigen für den Weg von Europa nach Australien knapp zwei Monate – eine Lieferzeit, die insbesondere im Lager nach einer möglichst fehlerfreien und zeitnahen Abwicklung verlangt. Bild: Villeroy & Boch
Neue Waren benötigen für den Weg von Europa nach Australien knapp zwei Monate – eine Lieferzeit, die insbesondere im Lager nach einer möglichst fehlerfreien und zeitnahen Abwicklung verlangt. Bild: Villeroy & Boch

Außer der technischen Infrastruktur vor Ort wurde in dieser Zeit sogar eine komplett neue Verbindung zum zentralen Rechenzentrum in Mettlach aufgebaut. Der MSB ermöglicht den hochverfügbaren Zugriff auf das SAP-System online und in Echtzeit. So lässt sich die Arbeit im australischen Lager optimal steuern.

Drei Gründe für die Einführung des neuen Systems zur mobilen Datenerfassung

Im Hinblick auf den Zeitversatz und die Entfernung kommt ein ganz entscheidender Punkt zum Tragen, der von Beginn an für den Einsatz des MSB sprach: Die Dialoge der Scanner erzeugen wenig Verkehr für das interne W-Lan-Netz – und somit auch auf der WAN-Seite zwischen Australien und dem Rechenzentrum in Deutschland. Die kleinen Datenmengen erlauben eine hohe Netzwerkperformance und lassen sich auch über drahtlose Standardnetze in lokale Stationen weiterleiten. Von dort wird über eine ganz normale VPN-Verbindung direkt weiter nach Mettlach gesendet.

Ein weiterer Pluspunkt, der für den Einsatz des Mobisys-Systems sprach, ist die Herstellerunabhängigkeit. Inzwischen wird die gleiche Anwendung im Konzern auf Geräten unterschiedlicher Hersteller genutzt.

Zu guter Letzt zählte für die technischen Mitarbeiter von Villeroy & Boch außerdem, dass die mobile Applikation über den Solution Builder von Mobisys zentral in SAP entwickelt wird und ohne zusätzliche Installation auf den einzelnen Endgeräten umgehend nutzbar ist. Orientiert an der Systemarchitektur und der Funktionalität konnte im Abgleich mit den im SAP-Umfeld bestehenden Angeboten eine klare Entscheidung getroffen werden.

Geräte zur mobilen Datenerfassung mit intuitiver Bedienoberfläche

Die Bedienoberfläche des Mobisys-Systems auf den mobilen Datenerfassungsgeräten ist intuitiv und damit auch für unerfahrene Anwender sehr gut bedienbar. Die simplen Dialogschritte sind bei Weitem nicht so komplex wie die vergleichbaren SAP-Transaktionen an einem lokalen PC. Dadurch erzielen die Lagermitarbeiter eine hohe Qualität bei ihren Tätigkeiten.

SAP antwortet in Echtzeit und wird ebenso schnell mit den erfassten Daten gespeist. Daraus ergibt sich eine ganz andere Steuerung der Lagerprozesse, Fehleingaben sind somit so gut wie unmöglich.

Mobiles Daternerfassungsgerät warnt auch Lageristen vor möglichen Fehlern

Damit konnten für das australische Villeroy-&-Boch-Lager zusätzliche Sicherheiten eingebaut werden. Ein Beispiel: Steht ein Lagerist an einem falschen Fach, informiert ihn das Lesegerät nicht nur über seinen Fehler, sondern es teilt ihm zudem mit, wo er das gesuchte Produkt tatsächlich finden kann. Fehlerfassungen von Artikelnummern, Lagerplätzen oder Belegnummern kann Villeroy & Boch so ausschließen.

Folgevorgänge können zum Beispiel dadurch ausgelöst werden, dass mit der Bestätigung der letzten Pick-Position automatisch der Lieferschein ausgedruckt wird. Die Lösung bietet eine geführte Hilfe für die Lagerarbeiter, da SAP direkte Rückmeldungen über Bestände und Warenflüsse in den mobilen Hand-Computer bringt. Und das trotz der riesigen Entfernung in ein bis zwei Sekunden.

Gute Erfahrung beflügelt weitere Projekte zur mobilen Datenerfassung

Für die IT-Mitarbeiter von Villeroy & Boch liegen die Vorteile des neuen Systems auf der Hand: Vereinfachung, Zeitersparnis und höhere Qualität in der Lagerlogistik. Inzwischen ist die auf dem MSB aufbauende mobile Scanner-Lösung auch in Villeroy-&-Boch-Lagern in Schweden, Belgien, den Niederlanden und in einigen größeren Lagerhäusern in Deutschland im Einsatz. War das australische Projekt noch für den Unternehmensbereich Tischkultur konzipiert, so sind alle Folgelösungen in der Sparte Bad und Wellness angesiedelt.

Zurzeit arbeitet das Unternehmen an einer Ausweitung des Mobisys-Systems auf andere Einsatzbereiche. Auf der Agenda steht unter anderem die Entwicklung eines modernen Zeiterfassungssystems, das sich die Vorzüge der RFID-Technik in Verbindung mit dem MSB zunutze macht. Die Produktionsmitarbeiter könnten durch einen mit einem passiven RFID-Chip ausgestatteten Arbeitsausweis direkt an ihren Arbeitsplätzen Zeiten erfassen. Dieses Projekt soll noch im Laufe dieses Jahres abgeschlossen werden.

Auch bei Inventurarbeiten kommen die Vorteile der neuen Logistiksoftware zum Tragen. Der mobile Informationsabruf zu den Lagerplätzen von Artikeln, zum Belegstatus sorgt dafür, dass die bisher erforderliche manuelle Erfassung vollständig entfällt. Bei Villeroy & Boch ist man überzeugt: die Ausweitung des Mobisys-Systems ist der richtige Schritt.

Christian Kamuf ist Geschäftsführer der Mobisys Mobile Informationssysteme GmbH in 69190 Walldorf

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