Lagerverwaltung Agile Logistik unterstützt intelligente Haustechnik

Autor / Redakteur: Michael Baranowski / Dipl.-Betriebswirt (FH) Bernd Maienschein

Am Stammsitz Emsdetten hat die Tece GmbH die logistischen Abläufe in ihrem Zentral- und Fertigwarenlager buchstäblich „auf Touren“ gebracht. Im Zuge einer umfassenden Optimierung setzte das Unternehmen auf die Potenziale von Prostore, der Team-Software für die Intralogistik und das Warehouse-Management.

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Tece Drainboard ist ein bodenebenes Duschelement, das ein barrierefreies Bad ermöglicht. Durch die druckfeste Oberfläche ist es für den rauen Baustelleneinsatz gerüstet.
Tece Drainboard ist ein bodenebenes Duschelement, das ein barrierefreies Bad ermöglicht. Durch die druckfeste Oberfläche ist es für den rauen Baustelleneinsatz gerüstet.
(Bild: Tece)

Produkte von Tece wirken eher im Verborgenen und sind doch allgegenwärtig: Rohr- und Vorwandsysteme, Unterputzspülkästen und Druckspüler, industriell gefertigte Register und Systembauwände, Flüssigkeitsabscheider, Entwässerungsrinnen. Diese und andere Haustechniklösungen vertreibt das inhabergeführte Unternehmen unter dem Motto „intelligente Haustechnik“, das gleichsam als ein Versprechen an die Kunden zu verstehen ist.

Damit verpflichtet sich der Hersteller, ausnahmslos marktgerechte, hochwertige, langlebige und montagefreundliche Systeme anzubieten. Diese Kundenorientierung zahlt sich aus: Waren es 2008 noch etwa 100 Mio. Euro, so erwirtschafteten die rund 1100 Mitarbeiter der Tece-Gruppe 2010 einen Umsatz von circa 120 Mio. Euro.

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Im Emsdettener Zentrallager laufen sämtliche Lieferungen zusammen

Um mit dieser Entwicklung Schritt halten zu können, hat Tece sukzessive in die Erweiterung der Produktionskapazitäten und den Ausbau der Logistikstrukturen investiert. Dreh- und Angelpunkt der logistischen Aktivitäten ist das Zentrallager in Emsdetten. Hier laufen sämtliche Lieferungen aus den Produktionsstätten in Deutschland, Polen und China zusammen. Gleichzeitig dient es als Plattform für die europaweite Distribution der Waren an den Fachhandel im Bereich Sanitär, Heizung, Klima.

Erst 2007 hatte Tece die bestehenden Lagerkapazitäten durch den Bau einer neuen Halle aufgestockt. Doch schon bald standen neue Erweiterungen und Optimierungen auf der Agenda – auch bedingt durch den Umstand, dass Großhändler die Bevorratung verstärkt in die Hände der Hersteller übergeben.

Mehr und kleinere Bestellungen erfordern neues Lagerverwaltungssystem

Die Folge: Es werden immer mehr Kleinstmengen abgerufen und die Zahl abzuwickelnder Bestellungen steigt. Die Herausforderung bestand nun darin, sowohl die Durchsatzleistung als auch die Lieferqualität weiter zu erhöhen. Vor diesem Hintergrund entschied sich Tece für die Einführung eines Lagerverwaltungssystems (LVS) als Grundlage für die Integration einer beleglosen, sprachgesteuerten Kommissionierung und eines Staplerleitsystems. Nach einem umfassenden Auswahlverfahren fiel die Wahl schließlich auf Prostore, die Team-Lösung für die Intralogistik und das Warehouse-Management.

Nach dem weiteren Ausbau 2008/2009 bietet das Tece-Fertigwarenlager auf rund 9000 m² aktuell circa 10.000 Stellplätze für die Lagerung von rund 2500 Artikeln und Ersatzteilen auf Paletten. Seit Aufnahme des Echtbetriebs wickelt Prostore die bis dahin beleggeführten Lager- und Kommissionierprozesse auf Basis des integrierten Staplerleitsystems sowie mittels Pick by Voice ab. Die Vereinnahmung von Waren erfolgt über das bestehende ERP-System.

Dabei wird eine eindeutige Wareneingangsnummer gebildet und als Zugangsmeldung über eine Schnittstelle an Prostore übermittelt, das gleichzeitig eine Chargennummer vergibt. Das Lagerverwaltungssystem ist ein bestandsführendes System und gibt die Veränderungen an den Host weiter.

Mit Zubuchung auf die Lagerorte übernimmt Prostore die Palettenbildung. Nach „Anlegen“ der Palette wird der Bestand automatisch auf das Palettenlager gebucht. Der Ladehilfsmittel-Typ, die Höhe und das Gewicht entscheiden über die Einlagerstrategie. Parallel wird ein Transportauftrag zum Ziellagerort generiert.

Lagerverwaltungssystem bildet die Touren und Kommissionieraufträge

Der Transport der Paletten erfolgt mittels Stapler. Nach Scannen des Barcodes wird das Transportziel am Funkterminal angezeigt. Sobald die Palette dort abgestellt worden ist, wird auch dieser Vorgang quittiert. Dies führt zur Umbuchung des Bestands auf den Lagerplatz sowie zum Löschen des Transportauftrags.

Auch Versandaufträge werden im ERP-System angelegt und an Prostore übermittelt. Das Lagerverwaltungssystem übernimmt die Bildung von Touren und Kommissionieraufträgen, die nach Verfügbarkeitsprüfung und Reservierung der Paletten sowie der zu kommissionierenden Artikelmengen durch den Leitstand freigegeben werden. Die Kommissionierung erfolgt in der Regel sortenrein nach am Artikelstamm hinterlegten Produktbereichen. In den Stammdaten ist auch festlegt, ob sie mittels Pick by Voice oder über Funkterminal erfolgen soll.

Neues Lagerverwaltungssystem ermöglicht sowohl Multi-Order-Picking als auch Pick and Pack

Die neue Anwendung ermöglicht sowohl Multi-Order-Picking als auch Pick and Pack, das gleichzeitige Kommissionieren und Packen in die von Prostore ermittelten Versandkartons. Hierbei werden die Positionen des gleichen Artikels aus mehreren Aufträgen in einer Kommissionierposition zusammengefasst. Auf einem speziell konzipierten Kommissionierwagen stehen bis zu 20 variabel konfigurierbare Stellplätze für Kartons zur Verfügung.

Diese werden mit Barcodes gekennzeichnet und mit dem Auftrag „verheiratet“. Die letzten zwei Ziffern der fortlaufenden Etikettennummer bilden gleichzeitig die Prüfziffer.

Neue Kommissionierverfahren zahlen sich schnell aus

Die Einführung verschiedener Kommissionierverfahren zeigte schnell Wirkung. Es entfällt die zeitintensive und fehleranfällige manuelle Datenerfassung. Aber auch durch die Verdichtung von monatlich circa 8400 Versandaufträgen zu rund 5800 Touren lässt sich Zeit sparen. Der Clou für Tece ist die Multi-Order-Kommissionierung, wo eine Vielzahl verschiedener Lieferscheine mit gleichem Artikel zusammengefasst und bis zu 20 Aufträge parallel abgearbeitet werden können.

Im Zuge der Auslagerung ermittelt das Lagerverwaltungssystem die Lagerplätze für die auszulagernden Paletten der Tour und legt einen Transport an, der entweder auf dem Funkterminal des Verladefahrzeugs oder auf dem Staplerterminal angezeigt wird. Fertige Versandkartons durchlaufen eine Packstraße mit integrierter Waage.

Nachdem das Kartonetikett gescannt worden ist, werden der Inhalt des Kartons sowie das Sollgewicht und das ermittelte Istgewicht angezeigt. Die relevanten Versandinformationen werden nach Bestätigung der Angaben automatisch an die Versandsysteme der jeweiligen Paketdienstleister beziehungsweise Speditionen übermittelt.

Umstellung des Lagerverwaltungssystems hat diegewünschten Effekte gebracht

Die Umstellung auf das neue Lagerverwaltungssystem erfolgte zum Stichtag und die gewünschten Effekte sind eingetreten. Ein Beispiel: Die Pickleistung konnte um rund 45% gesteigert werden, die Zahl der Pickfehler tendiert gegen null. Auch im Paketbereich lässt sich der Erfolg beziffern: Statt zuvor 150, können heute täglich rund 300 Pakete zum Versand bereitgestellt werden.

Ausruhen ist dennoch nicht angesagt. Forciert durch das weiter anhaltende, dynamische Wachstum zeichnet sich erneut Handlungsbedarf ab. Für 2012 ist geplant, die Logistikfläche um 4800 auf dann 13.800 m² zu erhöhen. Für Tece ist es gut, zu wissen, dass sich das Prostore-Lagerverwaltungssystem jederzeit problemlos an veränderte Gegebenheiten und neue Prozesse anpassen lässt.

* Michael Baranowski ist Geschäftsführer der Team GmbH in 33104 Paderborn

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