Export 2009 AHK-Blitzumfrage – deutsche Exporteure fallen nicht ins Bodenlose

Redakteur: Jürgen Schreier

Ein Superexportjahr wird 2009 nicht, das steht fest. Doch bleiben die deutschen Exporte nach Einschätzung der deutschen Auslandshandelskammern (AHK) im laufenden Jahr mit einem Minus von ungefähr 1% nur leicht unter dem Niveau von 2008.

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( Archiv: Vogel Business Media )

Die Exporte in die meisten Haupthandelspartner Deutschlands im EU-Raum stagnieren 2009; aus anderen wichtigen Absatzmärkten wie den USA, Japan oder Korea melden die AHKs sogar eine stark sinkende Nachfrage. Positive Impulse sind dagegen hauptsächlich von den Schwellenmärkten der BRIC-Staaten und einigen mittel- und osteuropäischen Ländern zu erwarten. Diese können aber die Verluste für den deutschen Export nicht vollständig ausgleichen. Das sind die Ergebnisse einer aktuellen Umfrage des DIHK bei AHKs in den wichtigsten Handelspartnerländern Deutschlands zu den Auswirkungen der Finanzkrise.

Finanzkrise schlägt sich primär im Außenhandel nieder

Bemerkenswert ist, dass sich die negativen Auswirkungen der in den USA ausgelösten Finanzkrise hauptsächlich in einem weltweiten Rückgang der Auslandsnachfrage niederschlagen. Hingegen haben sich in vielen Ländern die Finanzinstitutionen als robust erwiesen. Die Reformen des Bankensektors in Folge von Finanzkrisen in den letzten zehn Jahren in Asien, Lateinamerika oder der Türkei haben die Anfälligkeit der Kapitalmärkte verringert. Gegen den Abzug von Kapital durch verunsicherte Anleger ist jedoch keine Immunisierung möglich.

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Viele Staaten versuchen, die Folgen der Finanzmarktkrise durch Konjunkturprogramme zu lindern. Am häufigsten werden Finanzierungshilfen und Bürgschaften für kleine und mittlere Unternehmen eingesetzt. Es folgen Investitionen in Umwelttechnologien sowie Beihilfen für andere Sektoren. Finanzierungshilfen sollen eine Kreditklemme verhindern. Durch die Bereitstellung von Mitteln für Umwelttechnologien und anderen branchenspezifische Maßnahmen werden zukunftsweisende Sektoren angekurbelt.

Nach Angaben der AHKs werden zudem bereits vielfach geplante Infrastrukturmaßnahmen vorgezogen oder steuerliche Anreize gesetzt, um die Konjunktur wieder in Schwung zu bringen. Die Investitionen im Infrastrukturbereich und die Förderung von Umwelttechnologien dürften die Verluste im Auslandsgeschäft deutscher Unternehmen abfedern (Bild 1).

Die deutschen Exporte in die meisten Länder Westeuropas werden nach Einschätzung der AHKs im Jahr 2009 weitgehend stagnieren. In einigen Märkten (Spanien, Irland und Schweden) ist sogar ein deutlicher Rückgang zu erwarten. Negative Faktoren sind insbesondere der Verfall der Immobilienpreise (zum Beispiel in Spanien und Irland) und die starke Betroffenheit des Finanzsektors wie in in Großbritannien und Belgien) (Bild 2).

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