Kommissioniersysteme Alle Schrauben beieinander

Redakteur: Robert Weber

Die Möbel werden zuhause ausgepackt und fleißig startet der Heimwerker mit dem Aufbau. Doch plötzlich fehlen Schrauben, Scharniere und Dübel. Kommissionierfehler sind für die Misere verantwortlich. Bei Nolte-Möbel Delbrück schafft eine Pick-by-Light-Kommissionieranlage der KBS Industrieelektronik jetzt Abhilfe.

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Der Möbelhersteller Nolte-Möbel Delbrück hat dieses Problem für die von ihm belieferten Händler gelöst. Das Unternehmen aus Delbrück hat die Kommissionierung der Beschläge und Schrauben für das Schlaf- und Wohnmöbelsortiment auf ein neues System umgestellt.

„Früher haben wir jedem einzelnen Möbelstück einer Lieferung die entsprechenden Beschläge beigelegt“, erinnert sich Projektleiter Alexander Vogt. Für diesen Zweck wurden die benötigten Schrauben und Griffe in Tüten zusammengestellt und am Ende der Produktionslinie bereitgelegt. Dort wurden sie gemeinsam mit den übrigen Teilen verpackt. „Dabei kam es hin und wieder vor, dass einzelne Beschläge vergessen wurden“, bekennt Vogt.

Hände frei

Nach Analyse der Abläufe erarbeitete Vogt ein Konzept, das sich von der Einzelkommissionierung für jedes Möbelstück verabschiedete. Die neue Lösung sah die Kommissionierung eines zentralen Kartons mit allen Beschlägen eines Auftrags vor. In fünf dafür eingerichteten Kommissionierzonen wurden Regale mit insgesamt 350 Pickplätzen eingerichtet, die erweitert werden können. Jede der fünf Zonen entspricht einer Produktkategorie: Vertreten sind Fronten, Korpusse, Kommoden, Betten und Wohnmöbel.

Zur möglichst fehlerfreien und bedienungsfreundlichen Steuerung entschied sich Nolte-Möbel Delbrück für eine Pick-by-Light-Kommissionieranlage der KBS Industrieelektronik GmbH aus Freiburg. Für Pick by Light sprechen vor allem die ergonomischen und wirtschaftlichen Vorteile: Bei Pick by Light werden keine Auftrags- oder Kommissionierpapiere mitgeführt, so dass sich die Mitarbeiter auf die Pick-Tätigkeit konzentrieren können. Sie haben beide Hände frei und verlieren keine Zeit für das Suchen von Auftragspositionen oder das Lesen und Abhaken von Belegen.

Durchgängiges Farbkonzept

Jeder Pickplatz wurde mit einem Pick-by-Light-Modul ausgestattet. Die Blickfangleuchten der dreistelligen Fachanzeigen erstrahlen bei Nolte-Möbel Delbrück in bis zu sieben verschiedenen Farben. Damit unterstützt die KBS-Lösung ein durchgängiges Farbkonzept, das die Qualität der Kommissionierung erhöht. In den Kommissionierzonen steht jede Farbe für eine bestimmte Kategorie – so deutet blaues Licht in Zone 5 auf einen Beschlag für Kommoden hin und wird in eine gleichfarbige Tüte gepackt. Nicht zuletzt erleichtert diese Kennung dem Kunden den späteren Aufbau der Möbel.

Die leichte Austauschbarkeit der Pick-by-Light-Module durch die „Snap-In-Adaptierung“ sorgt zudem für planerische Freiheit. Hauptvorteil dieser Konstruktion ist, dass die Anzeigeelemente bei Bedarf schnell und ohne Werkzeug an anderer Stelle platziert werden können.

„Die Zahl der Einzelteile steigt in der Regel mit jeder neuen Möbelserie an, so dass wir die Anzahl der Pickplätze schrittweise erhöhen müssen“, sagt Vogt. Umbauten seien aber auch immer dann erforderlich, wenn aus A-Teilen mit der Zeit B- oder C-Teile würden. Während die am häufigsten benötigten Artikel immer in bequemer Greifhöhe liegen, wandern die seltener nachgefragten Teile nach oben.

8400 Picks pro Tag

Das neue Konzept brachte aber nicht nur ergonomische Vorteile, sondern ist auch leicht erlernbar. In kurzer Zeit sind die Mitarbeiter mit der Arbeitsweise eines Pick-by-Light-Systems vertraut. „Das System erklärt sich von selbst. Man entnimmt einen Artikel aus dem angezeigten Fach, die Menge wird auf dem Display angezeigt und die Entnahme wird bestätigt“, so Vogt.

Zu Beginn eines Auftrags druckt der Kommissionierer ein Versandetikett aus, welches mit einem Barcode versehen ist, und klebt dieses auf den Versandkarton. Damit meldet sich der Mitarbeiter nacheinander an den Terminals der einzelnen Kommissionierzonen an — für diesen Vorgang genügt ein einfacher Scan des Versandsetiketts.

Jede Entnahme eines Artikels wird mit der Quittierungstaste bestätigt. Beim letzten Pick in einer Zone erscheint auf dem Display der Fachanzeige das Wort „End“. In der nächsten Pickzone wiederholt sich der Vorgang, so dass die Beschlagkartons in kürzester Zeit gepackt werden können. Insgesamt schaffen zwei bis drei Kommissionierer mit dem System durchschnittlich 300 Aufträge beziehungsweise rund 8400 Picks pro Tag, wie es heißt.

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