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Flurförderzeuge Assistenzsystem für große Hubhöhen

| Redakteur: M. A. Benedikt Hofmann

Linde Material Handling (Linde-MH) nutzte sein 4. Material Handling Symposium am 18. September 2014 in Aschaffenburg, um den Teilnehmern ein Dynamic Mast Control (DMC) genanntes Fahrer-Assistenzsystem für Schubmaststapler vorzustellen, das im nächsten Jahr auf den Markt kommt.

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Mit Dynamic Mast Control sollen sich Umschlagleistung und Sicherheit beim Lasthandling deutlich steigern lassen.
Mit Dynamic Mast Control sollen sich Umschlagleistung und Sicherheit beim Lasthandling deutlich steigern lassen.
(Bild: Linde-MH)

„Der Trend zu höheren Regalen in Warenlagern und Distributionszentren ist ungebrochen“, erklärte Bastian Albert, Produktmanager Lagertechnik Deutschland, bei seinem Vortrag im Rahmen des Symposiums. „Und damit steigt die Nachfrage nach Schubmaststaplern mit Hubhöhen von mehr als 8 m. Waren im Jahr 2005 nur 38 % aller verkauften Linde-Schubmaststapler für diese Hubhöhe ausgelegt, lag der Anteil im letzten Jahr bei 52 %.“ Mit zunehmender Hubhöhe steigen jedoch die Anforderungen an den Fahrer, denn aufgrund des immer länger werdenden Hebelarms nehmen einerseits die Schwingungen des Mastes bei Schubbewegungen zu, andererseits biegt sich der Mast mit angehobener Last stärker durch und neigt sich nach vorne.

Erschwertes Auslagern von Waren

Mastschwingungen erschweren vor allem die Einlagerung von Waren ins Regal, da der Bediener warten muss, bis sich der Mast ausgependelt hat. Denn tut er dies nicht, kann er die Last selbst bei leichten Schwingungen nicht mehr präzise auf der Regalposition ablegen oder beschädigt mit der Last gar das Regal beziehungsweise danebenliegendes Lagergut. Dies ist laut Linde-MH umso wahrscheinlicher, weil durch die hinzukommende stärkere Mastdurchbiegung die Last auf den Gabelzinken tendenziell immer tiefer im Regal abgelegt wird. Gleichzeitig soll diese ungleichmäßige Lastpositionierung bei zunehmender Höhe dem Bediener auch das Auslagern von Waren erschweren. Denn je tiefer das Lagergut im Regal abgelegt ist, desto weiter verschiebt sich der Lastschwerpunkt nach vorn und wird größer.

Gefahr von Kollisionen

Fährt nun ein Schubmaststapler ohne Last an diese Regalposition, um Waren auszulagern, kann er die zu tief eingelagerte Palette mit den Gabelzinken nicht mehr komplett unterfahren, sondern muss die Last zunächst umsetzen, bevor er sie aus dem Regal heben kann. Auch dies bedeutet dem Unternehmen zufolge Zeitverlust. Hinzu kommt, dass sich der Mast beim Anheben der Last nach vorne biegt, was erneut die Gefahr von Kollisionen mit dahinterliegenden Lasten birgt. Diese Gefahr steigt, wenn die Waren ebenfalls zu tief eingelagert wurden oder es zu Zusammenstößen von Mast und Regal kommt.

Mastschwingung und Durchbiegung werden ausgeglichen

Hier soll DMC den Bediener gezielt unterstützten. Dreh- und Angelpunkt des Systems ist der im Motorraum des Schubmaststaplers untergebrachte elektrische Schubantrieb. Er gleicht Linde-MH zufolge sowohl Mastschwingungen als auch die Durchbiegung des Mastes mit präzisen Gegenbewegungen des Schubschlittens schnell, präzise und energieeffizient aus. Damit braucht der Fahrer eines Schubmaststaplers mit DMC nicht mehr auf ein Auspendeln der Last zu warten und kann Lastträger deutlich schneller und sicherer einlagern, so das Unternehmen. Durch das lotrechte Anheben der Last soll es zudem ein deutlich geringeres Risiko, dass es zu Beschädigungen von Waren oder Regal kommt, geben.

Markteinführung im nächsten Jahr

Um die Gegenbewegung des Hubmastes möglichst feinfühlig anzusteuern, hat sich Linde-MH gegen einen hydraulischen und für den elektrischen Schubantrieb entschieden. Zudem kann bei parallelen Schub- und Hubbewegungen ohne Geschwindigkeitsreduzierungen die Umschlagleistung noch mal gesteigert werden. Das Assistenzsystem befindet sich zurzeit in der letzten Feldtestphase und soll im nächsten Jahr für die aktuelle Schubmaststaplerbaureihe Linde R14 bis R20 zur Verfügung stehen.

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