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Kommentar Auf den Spuren der Entdecker

| Redakteur: Robert Weber

Kennen Sie das strahlend weiße Denkmal der Entdeckung in Lissabon, direkt am Ufer des Tejo? Vor mehreren Jahrhunderten zogen die Portugiesen aus, um die Welt zu entdecken. Jetzt wiederholt sich die Geschichte in abgewandelter Form.

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Wir dürfen uns nicht die Rosinen herauspicken. Das führt zu Abhängigkeiten, die keiner haben will.
Wir dürfen uns nicht die Rosinen herauspicken. Das führt zu Abhängigkeiten, die keiner haben will.
(Bild: Franz)

Viele Politiker, Unternehmer und Wissenschaftler diskutieren über die Zuwanderung von Mitarbeitern aus EU-Krisenstaaten wie Spanien oder Portugal. Allen voran Spanier sollen nach Deutschland kommen und unseren Fachkräftemangel lösen. Ich sehe die Pläne kritisch, denn was hilft es den Iberern, wenn kurzfristig eine Entlastung am Arbeitsmarkt eintritt, aber mittelfristig die Fachkräfte für den Aufschwung fehlen? Spanien ist keine Bananenrepublik, die auf Jahrzehnte am Krückstock gegen wird, sondern in Sachen Medizinforschung oder Bahntechnologie führend in der Welt. Wir dürfen nicht den Fehler machen und uns die Rosinen herauspicken. Daraus resultiert dann am Ende finanzielle Abhängigkeit der Iberer von Deutschland. Deshalb lobe ich ausdrücklich die Idee des BME (mehr in unserem Beitrag), jungen Portugiesen ein Trainee-Programm in Deutschland anzubieten, um dann in der Heimat wieder durchzustarten. Allerdings bleibt die Frage, wie viele Logistikexperten gehen am Ende zurück nach Lissabon, denn die deutschen Arbeitgeber werden wohl vieles dafür tun, die Fachkräfte zu halten. Die Portugiesen sind zwar Entdecker, aber da, wo es sich leben lässt, siedeln sie sich an, das war früher auch schon so.

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