Etikettiersysteme Auf die Etiketten kommt es an

Autor / Redakteur: Bernd Maienschein / Dipl.-Betriebswirt (FH) Bernd Maienschein

Komplette Etikettiersysteme zur Kennzeichnung, Identifizierung und Nachverfolgung von Produkten erfahren insbesondere aus logistischer Sicht eine immer größere Beachtung. Beim Umgang mit Etiketten kommt es auf die kostenreduzierende Vereinfachung und Automatisierung der entscheidenden Produktionsschritte an.

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Faprogi-Projektingenieurin <strong id="ForP_38A77FAA-02A1-AC83-C1AACF155B331897">Florence Muh:</strong> „Faprogi konnte von der schnellsten Installation einer Nachverfolgungs-Anwendung innerhalb von LOréal profitieren.“Bild: Faprogi
Faprogi-Projektingenieurin Florence Muh: „Faprogi konnte von der schnellsten Installation einer Nachverfolgungs-Anwendung innerhalb von LOréal profitieren.“Bild: Faprogi
( Archiv: Vogel Business Media )

Um Produkte der Konsumgüter- oder der Investitionsgüter-Industrie zu vertretbaren Kosten „an den Mann“ zu bringen, geht es nicht nur um raffinierte Produktionsprozesse. Vielmehr spielt die nachgelagerte Verteilung eine immer wichtigere Rolle. Wie schaffen es Produzenten, ihre Waren zuverlässig und rationell an den Endkunden zu bringen? Wie kann gewährleistet werden, dass beispielsweise bei einer Rückrufaktion aufgrund eines Produktionsfehlers oder gar krimineller Handlungen keine existenzgefährdende Situationen erwachsen?

Etiketten kommen in der Auto-ID-Welt an

Hier setzt die Welt der Auto-ID an: Die automatische Identifikation (Auto-ID) von Produkten durch 1D- und 2D-Barcode-Technik oder Radiofrequenz-Identifikation (RFID) ist Grundvoraussetzung und Helfer beim effizienten Umgang mit Produkten im Lager- und Verteil- beziehungsweise Rücknahmeprozess. Eine Reihe von Anbietern tummelt sich mittlerweile auf dem Etikettenmarkt. Der Trend geht dabei hin zu Komplettsystemen, wie der Near-Edge-Thermotransfer-Drucktechnik von Avery Dennison.

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Durch sie wird, wie es heißt, „eine optimale Beständigkeit und eine hervorragende Lesbarkeit der Barcodes gewährleistet“. Um den Bedingungen am Konsumgütermarkt gerecht zu werden und seine Kartons einfacher nachverfolgen zu können, wählte beispielsweise L’Oréal die Einführung eines Kennzeichnungssystems mit Batch-Nummernerkennung und schlankem IT-Tracking für das Werk von Faprogi. Auf dem 20000 m2 großen Werksgelände werden Shampoos, Pflegespülungen und Duschgels für die Marken L’Oréal, Garnier und Lascad hergestellt.

Etiketten werden direkt in der Verpackungslinie aufgebracht

Innerhalb von nur dreieinhalb Monaten hat Avery Dennison eine effektive, schnelle Lösung in Near-Edge-Technik zur Produktidentifikation und -kennzeichnung für die Logistik eingerichtet. Mit dem Druck- und Spendesystem ALX 270 werden die Logistiketiketten mit variablen Daten direkt in der Verpackungslinie seitlich auf den Kartons angebracht. Damit bietet Avery Dennison ein komplettes System an – einschließlich der benötigten Hardware, Verbrauchsmaterialien und der Softwareintegration.

„Dank der Erfahrung und Fachkenntnis des Technikerteams von Avery Dennison konnte Faprogi von der schnellsten Installation einer Anwendung zur logistischen Nachverfolgung innerhalb von L’Oréal profitieren: In dreieinhalb Monaten wurden 23 Komplettlösungen installiert“, erklärt Florence Muh, Projektingenieurin des zur L’Oréal-Gruppe gehörenden Unternehmens Faprogi. Damit erfüllt Avery Dennison die Anforderungen von L’Oréal mit täglich etwa 26 000 gedruckten und angebrachten Etiketten „in vollem Umfang“, wie es heißt.

Der neue Legi-Air 5300 von Bluhm Systeme ist ein modulares Etikettendruck-Spendesystem mit hohen Betriebslaufzeiten, das sehr vielseitig in der Anwendung ist, wie der Hersteller angibt. Gleichzeitig sei der Etikettendruckspender bedienerfreundlich: Gleich mehrere Funktionen, wie zum Beispiel die Wartungsintervall- oder die Betriebszustandsanzeige, unterstützen den Bediener bei der Arbeit.

Der LA 5300 verfügt über eine Vielzahl an Applikatoren, zum Beispiel Linear-, Dreh- oder Übereck-Applikatoren sowie für die zweiseitige Etikettierung. Dadurch sei, wie es heißt, größtmögliche Flexibilität gewährleistet, auch im Hinblick auf zukünftige Anforderungen. Zusätzlich stehen verschiedene Arbeitsweisen zur Auswahl – unter anderem das Etikettenanblasverfahren (Tamp Blow, Blow Box) für die berührungslose High-Speed-Etikettierung.

Optionale RFID-Druckmodule beschreiben Funkchips auf Etiketten

Für das Bedrucken der Etiketten kann zwischen standardisierten und industriebewährten Druckmodulen vieler Hersteller gewählt werden. In diesem Zusammenhang sind als Option RFID-Druckmodule zum Beschreiben von Funkchips verfügbar.

In nur einem Arbeitsgang bedruckt das Bluhm-System die Etiketten in hoher Auflösung mit wechselnden aktuellen Inhalten beziehungsweise beschreibt RFID-Tags und bringt sie mit einer Positioniergenauigkeit von bis zu ± 0,5 mm auf. Für ein einfacheres Handling können Druckaufträge direkt im Systemspeicher abgespeichert und später vom Bediener lokal wieder aufgerufen werden. Dadurch ist ein Arbeiten ohne direkte PC-Anbindung möglich.

Etiketten übernehmen weitere Funktionen wie Diebstahlschutz

Neben der reinen Identifikation erfüllen Etiketten weitere Funktionen, beispielsweise die des Diebstahlschutzes: Beim Öffnen wird das Label unübersehbar zerstört, sodass es nahezu unmöglich wird, die Ware an irgendeiner Station der Lieferkette illegal umzupacken. Besonders exklusive Lebensmittel, vom argentinischen Steak bis zur hochwertigen Süßigkeit, werden so geschützt.

Mit dem neuen VPI-Etikett (variable Produkt-Information) von Bizerba wird es etwa möglich, für ein ganzes Artikelsortiment kostengünstig immer dasselbe Etikett einzusetzen. Das Grundlayout wird dabei mit den firmenspezifischen Parametern vorbedruckt – etwa mit Logo, Slogan und generellem Corporate Design (CD).

Corporate Design und Markenelemente für das Etikett wichtig

„Corporate Design und markenspezifische Elemente werden nirgends so oft umgesetzt wie auf dem Etikett“, betont Marc Büttgenbach, Sales Director Paper & Labels bei Bizerba. Die Felder für die variablen Daten wie Produktname, Datum, Gewicht und Preis können beim VPI-Etikett vom Kunden selbst bedruckt werden. Es entfallen dabei die Rüstzeiten für das Austauschen der Etiketten beim Produktwechsel und auch Auszeichnungsfehler gehören nach Angaben von Büttgenbach der Vergangenheit an.

Milchprodukte erfordern hinsichtlich ihrer Kennzeichnung ein leistungsfähigeres Rückverfolgbarkeitssystem, denn sie weisen ein höheres Gesundheitsrisiko auf als andere Lebensmittel. Markem-Imaje bietet dafür eine Produktpalette an, die von der Kennzeichnung der Einzelverpackung bis zur Kennzeichnung der Versandpaletten abgestimmte Systeme bietet. Die Kleinzeichen-Tintenstrahldrucker der Serie 9000 zur Kennzeichnung der Einzelverpackungen sind nach Unternehmensangaben mit die flexibelsten, die heute auf dem Markt zu finden sind.

Der Tintenstrahldrucker 9040 IP65 aus dieser Serie eignet sich Unternehmensangaben zufolge besonders für die Anforderungen der Milchindustrie. Ein 5 beziehungsweise 8 m langer Versorgungsschlauch ermöglicht die leichte Integration in Systemen, bei denen der Druckkopf sehr flexibel eingesetzt wird. Die Schutzart IP65 sorgt für gute Wasserdichtigkeit bei der Reinigung der Fertigungslinie und in feuchten, kalten Industrieumgebungen.

Zweidüsen-Druckkopf bringt beim Etikettendruck größere Datenmengen auf

Bis zu zwei Druckköpfe können gleichzeitig mehrere Produkte, beispielsweise Joghurt-Verpackungen, bedrucken. Zum Aufbringen einer größeren Menge von Daten, etwa zur Hygienekennzeichnung, steht ein Zweidüsen-Druckkopf zur Verfügung.

Für die Kennzeichnung von Umverpackungen eignet sich die Serie 5000. Diese hoch auflösenden Tintenstrahldrucker zur Großschriftkennzeichnung gewährleisten in Kombination mit den Touch-dry-hot-melt-Farben von Markem-Imaje eine, wie es heißt, überragende Druckqualität und -konsistenz auf Wellpappekartons, Schalen und Folien.

Zur Verwaltung kann die Colos-Enterprise-Software von Markem-Imaje eingesetzt werden. Intuitive, symbolgesteuerte Benutzeroberflächen sorgen für eine bedienerfreundliche Plattform, der USB-Anschluss erleichtert den Datentransport.

Etikettiersystme liefern auch unter rauen Bedingungen scharfe Barcodes

Bei der Kennzeichnung der Milchpaletten sorgen die Cimpak-Etikettiersysteme selbst unter rauesten Einsatzbedingungen für hochwertige Druckqualität und Zuverlässigkeit. Sie liefern akkurate, klare und scharfe Barcodes, die nach Angaben von Markem-Imaje den GS1-Standards (UCC-EAN) entsprechen und so eine Verfolgung der Milchprodukte über die gesamte Logistikkette hinweg garantieren.

Szenenwechsel: Im Rahmen einer Vertriebspartnerschaft mit Dymo, einem Hersteller von Kennzeichnungsgeräten, ergänzt das Multitechnologie-Unternehmen 3M sein Kennzeichnungs-Portfolio für den Elektromarkt jetzt mit neuen tragbaren Etikettendruckern und dem dazu passenden Zubehör. Das Einstiegsmodell PL 100 ist für Elektriker, Installateure und andere Handwerker geeignet, die Wert legen auf eine schnelle und einwandfreie Beschriftung von Kabeln, Drähten oder Schaltkästen.

Batteriebetriebener Etikettendrucker für mobile Anwendungen

Etiketten bis zu einer Breite von 12 mm können mit dem PL 100 direkt vor Ort zweiseitig in unterschiedlichen Schriftarten und -typen gefertigt werden. Das batteriebetriebene Gerät verfügt über ein gut lesbares Display, Tasten und gängige Symbole und über weitere automatische Vorgaben, etwa für einen Druck auf zwei Seiten, die Zentrierung der Beschriftung oder den Seriendruck mit ansteigenden Ziffern sowie einen praktischen internen Bandabschneider.

Für den professionellen Einsatz in rauen Arbeitsumgebungen, etwa bei Wartung und Instandhaltung, bietet 3M den tragbaren Etikettendrucker PL 200 mit rutschfester Gummiummantelung an. Geliefert wird das Gerät auf Wunsch mit Akku und Netzadapter im Hartschalenkoffer. Sein integrierter Speicher erlaubt den schnellen Zugriff auf über 200 unterschiedliche Logos und Symbole sowie auf mehr als 100 benutzerdefinierte Etiketten.

Toshiba mit Sonderaktion für Etikettendrucker

Noch bis zum 30. September 2010 läuft die Sommeraktion von Toshiba Tec für seine Etikettendrucker mit Z-Mode-Technologie: Drei Jahre Garantie und bis zu 25% Preisreduktion verspricht das Unternehmen den Käufern seiner Etikettendrucker. Die Drucker der Serien B-SA4, B-SX4 und B-SX5 können, wie das Unternehmen angibt, dank der Z-Mode-Technologie mit ZPLII-Datenströmen arbeiten. Dies ermögliche es den Anwendern von Druckern anderer Hersteller, ohne Änderung ihres IT-Systems zu Toshiba-Druckern zu wechseln.

Mit der Z-Mode-Technologie könnten vorhandene Applikationen wie Versandsoftware und Warenwirtschaftssysteme weiter genutzt werden, ohne dass zusätzliche Kosten entstehen; dies gelte auch für die Anwendung von SAP. „Viele Anwender von Etikettendruckern möchten neue Technologien einsetzen, um beispielsweise den immensen Verbrauch von Farbbändern zu reduzieren und so die Umwelt zu schonen“, sagt Angel de Juan, Director Retail und Auto-ID für Toshiba Tec Europe.

Bis zu 75% weniger Abfall von Verbrauchsmaterialien

„Bisher mussten sie jedoch bei einem Wechsel zu Toshiba ihr IT-System an neue Steuersequenzen anpassen. Die-se Kosten entfallen mit der Z-Mode-Technologie und Anwender, die auf einen hohen Return of Investment achten, profitieren von den umweltschonenden Toshiba-Druckern.“ Juan zufolge reduzieren Etikettendrucker von Toshiba den Abfall von Verbrauchsmaterialien um bis zu 75%, da die Foliensparautomatik dafür sorge, dass das Farbband nur dann mitläuft, wenn es zum Bedrucken des Etiketts benötigt werde.

Effizienz und Kostenersparnis stehen auch im Fokus von Citizen Systems Europe, Hersteller von Etiketten-, Barcode- sowie Point-of-Sale-(POS-) und mobilen Druckern. Das neueste Druckermodell CL-S700DT mit Thermodirektdruck, das speziell für den Bedarf in Logistik und Transport konzipiert wurde, könne trotz einer Vielzahl von Funktionalitäten zu einem günstigen Preis angeboten werden, wie es heißt – in der Regel bis zu 30% günstiger als ähnlich konzipierte Modelle. Der Drucker produziert hochwertige Etiketten mit 203 dpi mit einer Geschwindigkeit von bis zu 175 mm/s. Wie die anderen Drucker der Citizen-Palette verfügt auch der CL-S700DT über eine stabile Metallkonstruktion für dauerhaft zuverlässige Leistung.

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