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Bahrain: Sicherer Hafen in wilder See?

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Mittlerweile werden Frauen von verschiedenen offiziellen Stellen dazu ermutigt, ihre eigenen Start-ups zu gründen und am Geschäftsleben teilzunehmen. „Heute stellen Frauen mehr als 70 % der Universitätsstudenten und mehr als 35 % der gesamten Arbeitskraft in Bahrain“, führt Jamal aus. „Ich möchte Ihnen ein Beispiel nennen: Mit Muna Al Hashemi, einer studierten Elektrotechnikerin, wurde 2015 erstmals eine Frau CEO der Bahrain Telecommunications Company (Batelco). Diese Entwicklungen formen die Wirtschaftskultur unseres Landes und werden den Ruf der Frauen als integraler Bestandteil des Geschäftslebens stärken. So wird Bahrain wieder ein Pionier in der Region.“

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Gerade die Logistik profitiert

Die bereits angesprochene Lage und geplanten Investitionen in die Infrastruktur führen dazu, dass Bahrain besonders aus logistischer Sicht ein interessanter Standort ist. Schon jetzt führt das World Economic Forum das Königreich in Bezug auf seine Transportinfrastruktur weltweit auf Platz 29 und die Häfen nehmen im Gebiet des Golf-Kooperationsrats (GCC) eine hohe Stellung ein. Diese haben auch einen Anteil an der effektiven Weiterverteilung von Handelswaren, die die schnellste in der ganzen Region ist und die kürzesten Transportwege zwischen Hafen, Flughafen und den Logistikzentren bietet. Verlässt ein Lkw beispielsweise eine Einrichtung in Bahrains International Investment Park (BIIP), einer speziellen Freihandelszone, befinden sich nur drei Ampeln zwischen ihm und der Grenze von Saudi-Arabien.

Der Grund hierfür ist der King Fahd Causeway, eine 25 km lange Brücken- und Dammverbindung zwischen Bahrain und Saudi-Arabien. Zusätzlich wurde der Bau einer zweiten Brücke angekündigt, die die Verbindung der beiden Länder noch verbessern soll. Der Bahrain International Airport wird derzeit ebenfalls modernisiert, wodurch seine Kapazität von derzeit 9 Mio. auf 14 Mio. Passagiere im Jahr ausgebaut werden soll. „Beide Projekte zielen darauf ab, ein exzellentes Transportnetzwerk zu schaffen und unsere regionale Position als Verkehrsknotenpunkt zu stärken. So wollen wir unsere strategische geografische Lage im Herzen der lukrativen Golfregion bestmöglich ausnutzen. Ein Schienennetz soll zukünftig den Transport innerhalb des Landes ebenfalls verbessern“, erklärt Jamal.

Freihandelszonen als Starthilfe

Ein weiterer wichtiger Aspekt in der Wirtschaftsstrategie Bahrains sind Freihandelszonen wie die Bahrain Logistics Zone (BLZ). Dabei handelt es sich um einen multimodalen Knotenpunkt, der einen Fokus auf den Re-Export und Value-added Services legt. Auch für Unternehmen aus der DACH-Region nannte der Geschäftsmann Dr. Tawfeeq Almoayed in einem früheren Interview gute Gründe, sich dort niederzulassen: „Die BLZ bietet sich als eine effiziente Möglichkeit an, Waren an- und dann in der gesamten Golfregion auszuliefern. In der Freihandelszone müssen hier keine Zwischenzölle gezahlt werden, sondern zum Beispiel erst nach der Auslieferung in Saudi-Arabien.“

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