Supply Chain Management Banken wollen Logistikketten finanzieren

Redakteur: Robert Weber

Bei Konzernen wächst die Nachfrage nach Distributor-Finance-Programmen (DF) zur Unterstützung von Unternehmen in internationalen Zulieferketten. Gleichzeitig bekräftigen Banken ihr zunehmendes Interesse daran, DF-Lösungen für die Logistikketten ihrer Kunden anzubieten. Dies sind die Ergebnisse der Studie von Demica.

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Am Bankenplatz Frankfurt wittern die Finanzhäuser neue Geschäfte mit Logistikern.
Am Bankenplatz Frankfurt wittern die Finanzhäuser neue Geschäfte mit Logistikern.
(Bild: Nicolas Scheuer unter GNU Lizenz CC BY-SA 2.5, wikipedia.de)

Viele KMU-Vertriebshändler in Wachstumsregionen sehen sich mit hohen Kosten für die Beschaffung von Finanzmitteln konfrontiert, was durch den Druck der Hersteller, die Umsätze zu steigern, noch verschärft wird. DF-Programme unterstützen den Bedarf an Betriebskapital bei den Vertriebshändlern der Herstellerunternehmen. Außerdem bieten sie ihnen Zugang zu erschwinglichen Finanzierungsmöglichkeiten, sodass sie mit niedrigeren Kapitalanforderungen ihre Umsätze steigern und das Geschäftsvolumen vergrößern können. Dies wiederum ermöglicht es den Herstellern, ihre Tätigkeit auf neue oder unterversorgte Regionen und Segmente zu erweitern, sowie zusätzliche Umsatzpotentiale zu erschließen. In den meisten untersuchten bestehenden DF-Strukturen werden Forderungen vom Geldgeber aufgekauft. Diese bilden den wichtigsten finanzierbaren Vermögenswert.

Die an der Untersuchung teilnehmenden Unternehmen zeigen durchgehend ein zunehmendes Interesse an DF-Produkten, vor allem aufgrund ihrer Ambitionen, Anteile an Wachstumsmärkten zu gewinnen. Ihre Hauptziele für die Umsetzung von DF-Lösungen sind: die Umsätze in Wachstumsregionen zu steigern, ohne mehr von ihrem eigenen Betriebskapital einzusetzen, dem angebotenen Produkt einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen und mit KMU-Händlern verbundene Risikenzu reduzieren. Osteuropa, Asien und Lateinamerika sind die Schwerpunktregionen für die Einführung von DF-Programmen.

Die befragten global agierenden Banken sind generell daran interessiert, DF-Lösungen anzubieten, da immer mehr ihrer Unternehmenskunden ihren Händlern effiziente Finanzierungsinstrumente bieten wollen. Während einige Banken für DF als zentrales Flaggschiff werben oder sich zunehmend darauf konzentrieren, stellt dieses Angebot bei anderen ein Zusatzprodukt für wichtige Kunden dar. Die Mehrheit der Banken überlässt die Due-Diligence-Prüfung der Händler größtenteils den Herstellern. Die Risikoteilung mit den Herstellern ist für viele Banken eine Voraussetzung, obwohl einige mehr Wert auf die Verbindungen der Zulieferketten legen.

Eine der größten Herausforderungen bei der Entwicklung und Umsetzung von DF-Programmen ist die Risikominimierung. Da die Bilanzen der KMU-Händler häufig ein hohes Kreditrisiko mit sich bringen und größere Anstrengungen bei der Überwachung und Analyse erfordern, sind die Unterstützung der Hersteller sowie eine effiziente technische Plattform unerlässlich, was sowohl von Banken als auch Unternehmen bestätigt wurde. DF-Technologielösungen, die in der Lage sind, Zahlungsleistungen täglich und bis auf die Ebene einzelner Positionen hinunter zu überwachen, werden daher eine zentrale Rolle im Risikomanagement und bei der Risikominderung spielen.

Phillip Kerle, Geschäftsführer von Demica, erklärt dazu: „Finanzielle Supply-Chain-Lösungen werden in der heutigen unsicheren Wirtschaftlage immer wichtiger für den Handel. Unsere bisherigen Studien haben ergeben, dass die Supply-Chain-Finanzierung sich in den vergangenen Jahren immer weiter durchgesetzt hat, da große Unternehmen versuchen, die finanzielle Leistungsfähigkeit ihrer strategischen Zulieferer sicherzustellen. Nun sehen sie sich auch zu einer aktiven Herangehensweise an Liquiditätsprobleme in der nachgelagerten Lieferkette veranlasst, da unterkapitalisierte KMU-Händler, vor allem in Schwellenländern, häufig einen Engpass in den Wertschöpfungsketten der Konzerne darstellen. Indem sie es lokalen Händlern ermöglichen, von ihren Beziehungen zu Banken und ihrer Einstufung der Kreditwürdigkeit zu profitieren, können globale Konzerne neue Märkte und bisher nicht ausgeschöpfte Umsatzpotenziale erschließen. DF-Lösungen sind eine gute Ergänzung zu Supply-Chain-Finanzprodukten. Zusammen bieten sie effiziente Finanzierungen für vor- wie nachgelagerte KMUs in der Lieferkette großer Konzerne und unterstützen die vollständige Erschließung von Märkten mit kurzfristigen Betriebsmittelfinanzierungen“.

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