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Straßengüterverkehr Bauen die Schweizer wieder Autobahnen?

Redakteur: Robert Weber

Der Schweizer Nutzfahrzeugverband Astag fordert neue Akzente in der Verkehrspolitik der Eidgenossen. Der Verband fordert mehr Straßen, eine Trennung von Eisenbahnnetz und Betrieb und einen diskriminierungsfreien Zugang zu den KV-Terminals.

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Die Schweizer sollen wieder in die Autobahnen investieren, fordert der Astag.
Die Schweizer sollen wieder in die Autobahnen investieren, fordert der Astag.
(Bild: Sonett72; gemeinfrei unter Wikipedia)

In den letzten Jahren habe der Fokus der Verkehrspolitik in der Schweiz fast ausschließlich auf der „nie funktionierenden“ Verlagerung des alpenquerenden Transitverkehrs von Grenze zu Grenze gelegen, heißt es in einer Presseaussendung des Verbands. Die Politik habe zu einseitig auf die Schiene gesetzt, so das Ergebnis der Unternehmer. Der Astag (vertritt rund 5000 Logistik- und Fuhrunternehmen in der Schweiz) stellt deshalb einen eigenen Masterplan Güterverkehr und Logistik vor. Hauptziel des Plans: Er soll auf die Bedürfnisse von Wirtschaft und Konsumenten eingehen. Absolut zentral sei der „wesensgerechte Einsatz der Verkehrsmittel gemäß ihren jeweiligen Stärken, heißt es im Unternehmerumfeld.

Die Kernforderungen der Logistikunternehmen sind:

1. Ausbau der Straßeninfrastruktur: Zu lange wurden Sanierung, Modernisierung und Ausbau vernachlässigt, meint der Verband.

2. Trennung von Eisenbahnnetz und Betrieb: Der Verband spricht von „Subventionitis“, die gescheitert sei. Die Astag fordert eine strukturelle Neuorganisation der Bahnlandschaft. Durch die Trennung sollen Anreize für die Beteiligung von privaten Geldgebern und Wissensträgern geschaffen werden.

3. Diskriminierungsfreier Terminalzugang: Der Verband kritisiert ein „SBB Cargo-Monopol“ an KV-Terminals.

Der Astag-Vorstoß löst Reaktionen aus. Für die Alpen-Initiative liegt es am fehlenden politischen Willen, dass die Transitgüter noch nicht wie von den Schweizern gewünscht von der Straße auf die Schiene verlagert worden sind. Die Strategie der Astag, einfach mehr Straßen zu bauen, führt nicht zum Ziel und sabotiert den Volkswillen. „Auf den Straßen wäre viel mehr Platz, wenn der Bundesrat den Volksauftrag zur Verlagerung wirklich umgesetzt hätte“, sagt Fabio Pedrina, Präsident der Alpen-Initiative. Auch auf der Ost-West-Achse, der Straßenhauptachse durch die Schweiz, wäre der Verkehr weniger dicht, wenn es einen echten Verlagerungsauftrag für die Fläche gäbe. Von solchen Strategien ist beim Nutzfahrzeugverband ASTAG nichts zu hören.

Schweizer wollen die Verlagerung

Die Kernbotschaft der Astag bestehe darin, mehr Straßen zu fordern, dazu gehört auch die zweite Gotthardröhre. Dies soll laut Astag im Dienste der Wirtschaft und der Konsumenten sein. Bis heute aber hat das Schweizer Stimmvolk – bestehend aus Konsumierenden und Steuerzahlenden – immer für eine kohärente und umweltschonende Verkehrspolitik gestimmt, welche die Güter vornehmlich auf der Schiene befördert sehen will. So hat das Volk beispielsweise der Leistungsabhängigen Schwerverkehrsabgabe für Lastwagen (LSVA) deutlich zugestimmt, heißt es bei den Alpenschützern.

„Den Schweizerinnen und Schweizern ist es offenbar lieber, ein paar Rappen mehr für ein Joghurt zahlen zu müssen, dafür aber weniger Lastwagen auf der Straße, mehr Sicherheit und eine bessere Atemluft zu haben“, sagt Fabio Pedrina.

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