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RFID Begehrte Technik mit Fallstricken in der Umsetzung

| Redakteur: Robert Weber

Die RFID-Technik findet in der Logistikwelt immer mehr Anhänger. Doch es hagelt auch Kritik von Datenschützern. Jüngst demonstrierten Aktivisten vor einer Gerry-Weber-Filiale. Doch was ist berechtigt und wo müssen die Unternehmen, aber auch die Politik vielleicht nachbessern?

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Protest vor der Gerry-Weber-Filiale: Der Foebud sorgte für Aufmerksamkeit in der Bielefelder Fußgängerzone. Die Aktivisten warnten die Passanten vor der RFID-Technik.
Protest vor der Gerry-Weber-Filiale: Der Foebud sorgte für Aufmerksamkeit in der Bielefelder Fußgängerzone. Die Aktivisten warnten die Passanten vor der RFID-Technik.
(Bild: Veit Mette)

Plötzlich standen sie da. Direkt vor dem Gerry-Weber-Laden in der Bielefelder Fußgängerzone – die Aktivisten vom Foebud, dem Verein zur Förderung des öffentlichen bewegten und unbewegten Datenverkehrs. Mitgebracht hatten sie einen Laptop, eine RFID-Antenne und ein rotes Plakat mit der Aufschrift: Stoppt RFID. Munter scannten die Datenschützer die Passanten und klärten die Kunden über die vermeintlichen Gefahren auf. Gerry Weber ist ein Vorreiter in Sachen RFID. Doch wie gefährlich ist RFID wirklich? MM Logistik hat nachgefragt beim Foebud und Gerry Weber.

Was ist Foedbud und was haben Sie gegen RFID-Chips?

Tangens: Wir sind eine aktive Bürgerbewegung, die sich für Bürgerrechte und Datenschutz im Kontext neuer Technologien einsetzt. Wir haben nichts gegen die Technik an sich – wir vom Foebud spielen gerne mit Technik und entwickeln ja auch selber. Aber solange der Einsatz von RFID – sei es aus Fahrlässigkeit oder aus Profitstreben – nicht datenschutz- und bürgerfreundlich gestaltet wird, ist er nicht akzeptabel und auch nicht zukunftsweisend.

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Wie wird Ihre Kritik angenommen?

Tangens: Peuterey ist völlig uneinsichtig. Deshalb haben wir dieser Firma 2011 den BigBrother-Award verliehen. Mit Gerry Weber hatten wir zwei Gespräche in sehr freundlicher und offener Atmosphäre. In einigen Punkten ist Gerry Weber unseren Forderungen gefolgt. Unser zentraler Forderung, dem Herausschneiden der RFID-Chips bei Kauf, leider nicht. Das finden wir sehr schade, denn es gibt außer den Personalkosten für die Zeit der Kassiererin keinen vernünftigen Grund, dies nicht zu tun. Wo sie in der Logistik nach eigener Aussage so viel einsparen, sollte Gerry Weber die Privatsphäre und der Schutz der Kundinnen schon wert sein.

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