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Supply-Chain-Versicherung „Bei uns bekommen sie keine Police mit dem Stempel A und fertig“

| Redakteur: Robert Weber

Grímsvötn und Eyjafjallajökull sind die Vulkane des Schreckens für die europäischen Logistiker. Lieferverzögerungen, Produktionsausfälle und Millionen Euro Einbußen zogen die Lava spuckenden Berge nach sich. Jetzt gibt es eine Versicherung für die Supply Chain, die auch bei Aschewolken zahlt. MM Maschinenmarkt sprach mit Christoph Willi, Zurich-Vorstand für den Bereich Global Corporate Germany.

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"Das Thema Supply Chain Management und die Absicherung von Risiken in den Lieferketten sind Themen, welche die Unternehmenslenker umtreiben." Christoph Willi von der Zurich Versicherung. (Bild: Zurich)
"Das Thema Supply Chain Management und die Absicherung von Risiken in den Lieferketten sind Themen, welche die Unternehmenslenker umtreiben." Christoph Willi von der Zurich Versicherung. (Bild: Zurich)

Wie entstand die Idee bei der Zurich-Versicherung eine Supply Chain Insurance aufzulegen?

Unsere Branche musste sich in den letzten Jahren von der Industrie vorwerfen lassen, dass wir keine innovativen Produkte entwickeln würden. Das Thema Supply-Chain-Management und die Absicherung von Risiken in den Lieferketten sind Themen, welche die Unternehmenslenker umtreiben. Out- und Insourcing sowie die Globalisierung mit weltweiten Sourcingmöglichkeiten sorgt für mehr Unsicherheit und Risiken in den Wertschöpfungsketten. Dafür wollen wir eine Lösung anbieten.

Sie versichern also nur die Risiken wie Naturkatastrophen, Insolvenz oder Terrorismus in der Kette?

Nein, unser Ansatz sieht anders aus. Zwar bieten wir einen Allgefahren-Ansatz an, in dessen Rahmen als Besonderheit jede Ursache frei von einem Schadenereignis versichert ist, sofern sie nicht ausdrücklich ausgeschlossen wurde, aber die Versicherungsleistung ist nur ein Teil des Produkts. Unser Ziel ist es, Ausfälle zu vermindern. Deshalb bieten wir unserem Kunden eine Risikoberatung an und identifizieren gemeinsam Gefährdungen in der Supply Chain.

Das bedeutet, sie machen zukünftig den Beratern Konkurrenz?

Wir wollen uns nicht zu Konkurrenten entwickeln. Ganz im Gegenteil. Berater können sich auch bei uns lizenzieren lassen und die Risikoberatung übernehmen. Wir verstehen uns als Partner für die Industrie und wollen deshalb auch Rückmeldung von unseren Kunden zu dem Produkt und den Dienstleistungen.

…die extra bezahlt werden müssen?

Die Risikoanalyse wird bei einem Vertragsabschluss verrechnet. Wenn also nur eine Beratung erwünscht sein sollte, rechnen wir diese aufwandsabhängig ab.

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