Verpackungsmaschinen Bio-Folien entsorgen sich selbst

Die Sensibilität für „grünes“ Verhalten ist in den letzten Jahren stark gestiegen. „Öko“ und „bio“ sind in aller Munde. Verbesserte Folienverpackungsanlagen von Kallfass verpacken jedes Packgut mit zwei Flachfolien statt herkömmlicher Weise mit nur einer und verschweißen die Produkte an allen vier Seiten.

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Servo-Packer-500 ist eine Verpackungsmaschine von Kallfass, die Biofolien so verarbeitet, dass sie nicht reißen. Bild: Kallfass
Servo-Packer-500 ist eine Verpackungsmaschine von Kallfass, die Biofolien so verarbeitet, dass sie nicht reißen. Bild: Kallfass
( Archiv: Vogel Business Media )

Beschleunigt durch die Diskussion über den Klimawandel werden Verbraucher und damit auch Hersteller sensibel für umweltfreundliches Verhalten. Noch fehlen aber vielfach die technischen Voraussetzungen für nachhaltige Produkte. Beispiel Folienverpackungen: Die meisten Folien werden noch immer auf petrochemischer Basis hergestellt, also mit dem Rohstoff Öl. Diese Folien sind biologisch nicht abbaubar.

Nachwachsende Rohstoffe taugen auch für Industrieverpackungen

Man kann Folien aber auch mit nachwachsenden Rohstoffen wie beispielsweise Stärke aus Mais herstellen, sogenannte PLA-Folien (nach dem englischen polylactic acid). Die haben aber den Nachteil, dass sie spröde sind, leicht reißen und damit für viele Verpackungsmaschinen-Anwendungen nicht in Frage kommen.

Besonders bei schnell taktenden Maschinen, die Tausende von Produkten in der Stunde einpacken, ist die Reißgefahr der biologischen Folien noch sehr hoch. Die großen Folienhersteller suchen nach Mitteln und Wegen, die Eigenschaften der PLA-Folie zu verbessern, etwa durch die Mischung mit anderen biologischen Stoffen, aber auch mit synthetischen Kunststoffen.

Verbesserte Verpackungsanlagen sind Schlüssel zur Nachhaltigkeit

Die Veränderung der Packmitteleigenschaften ist aber nur eine Richtung, aus der das Problem gelöst werden kann. Eine andere ist die Verbesserung der Folienverpackungsanlagen. Hier kommt der württembergische Maschinenbauer Kallfass ins Spiel. Er hat eine Maschine entwickelt, die jedes Packgut mit zwei Flachfolien statt herkömmlicher Weise mit nur einer verpackt und an allen vier Seiten verschweißt. Dadurch kommt die Anlage ohne eine sogenannte Formschulter aus, die die Folie wie bei einer menschlichen Schulter in einem bestimmten Winkel führt.

Das ist genau der Punkt, an der reißbare Folie schnell bricht. Die neue Maschine kann aber auch alle herkömmlichen Folien verarbeiten. Das ist wichtig, weil der Einsatz von PLA-Folien noch sehr gering ist. „Wir bieten eine flexible Maschine, die die Folienverpackung sowohl mit den klassischen Schrumpffoliensorten aus Polyethylen, Polypropylen und Polyolefin als auch mit biopolymerer Folie auf PLA-Basis erlaubt. Also eine Maschine für das gesamte Verpackungsspektrum“, sagt Jens Kallfass, seit 2002 Geschäftsführer in dem Familienunternehmen.

Zunehmender Schrumpffolien-Einsatz im Lebensmittelbereich

Kallfass hat sich auf Maschinen für die Verarbeitung von Schrumpffolien spezialisiert. Daraus fertigen die Kallfass-Maschinen einen geschweißten, dichten Folienbeutel, der in Berührung mit 130 bis 160 °C Heißluft seine Form verändert und sich dann eng um das zu schützende Packgut schmiegt.

Zu den klassischen Anwendungen gehören beispielsweise in Folie geschweißte Versandhauskataloge oder hochwertige Magazine. Zunehmend wird diese Verpackungsweise aber auch im Lebensmittelbereich eingesetzt, etwa bei der Verpackung von frischen Brötchen oder PET-Flaschen-Gebinden.

Noch verkauft Kallfass 80% aller Verpackungsmaschinen für den sogenannten Non-Food-Bereich. Nach Angaben des Fachverbands Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen im VDMA steigt der Einsatz von Schrumpffolien im Lebensmittelbereich jedoch.

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