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Lebensmittelverpackung Bio-Kunststoffe werden beschichtbar

Weil Bio-Plastik die Ware nicht ausreichend vor Gerüchen, Sauerstoff und Wasserdampf schützt, wird das Material bisher kaum in Verpackungen eingesetzt. Das soll sich bald ändern.

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Dank bioabbaubaren Funktionsschichten schützen Lebensmittelverpackungen die Waren künftig vor Gerüchen, Wasserdampf und Sauerstoff.
Dank bioabbaubaren Funktionsschichten schützen Lebensmittelverpackungen die Waren künftig vor Gerüchen, Wasserdampf und Sauerstoff.
(Bild: Fraunhofer-ISC)

Fraunhofer-Forscher entwickeln nun in einem EU-Projekt ein kompostierbares, bio-abbaubares funktionelles Material, um Bio-Kunststoffe zu beschichten und damit neue Einsatzmöglichkeiten für umweltfreundliche Verpackungen zu ermöglichen. Die Wissenschaftler präsentieren ihre Forschungsergebnisse vom 16. bis zum 25. Januar auf der „Grünen Woche“ in Berlin. Laut Fraunhofer-Gesellschaft werden in Deutschland jährlich beinahe 3 Mio. t Kunststoffverpackungen entsorgt, nicht einmal die Hälfte davon wird wiederverwertet – der Rest wird verbrannt oder landet in der Natur. Bis sich eine normale Plastiktüte zersetzt hat, dauert es rund 400 Jahre, Plastikflaschen brauchen 450 Jahre, Nylonnetze für den Fischfang sogar 600 Jahre. Daher wird fieberhaft nach Alternativen zu erdölbasierten Kunststoffen gesucht, die sich vollständig biologisch abbauen lassen. Die Eigenschaften heutiger Bio-Kunststoffe sind nicht ausreichend. Sie reißen schnell und sind nicht problemlos kompostierbar. Noch schwieriger wird es bei Verpackungen von Lebensmitteln: Da Barriereeigenschaften gegenüber Wasserdampf, Sauerstoff und Geruchsstoffen unzureichend sind, verderben die Inhalte schnell oder nehmen den Geschmack anderer Lebensmittel an.

Kunststoffbeschichtung taugt für den Kompost

Diese Schwierigkeiten gehen Forscher im europäischen Projekt „Dibbiopack“, kurz für Development of Injection and blow extrusion molded biodegradable and multifunctional packages by nanotechnology, an. Mitbeteiligt ist das Würzburger Fraunhofer-Institut für Silicatforschung (ISC). Das Team um Dr. Sabine Amberg-Schwab, Leiterin des Fachbereichs Funktionelle Barriereschichten am ISC, hat eine hybride Kunststoffbeschichtung auf Basis von Biopolymeren entwickelt. Diese wird auf natürlichem Wege abgebaut und darf auf den Kompost wandern. Das neuartige bioabbaubare Beschichtungsmaterial eignet sich für Behälter sowie Verpackungen, etwa Folien. Die Materialien können sogar mit zusätzlichen Funktionen ausgestattet werden und zum Beispiel antibakteriell wirken. Sie eignen sich für die Verpackung von Lebensmitteln, Kosmetika und Pharmazeutika, so das Fraunhofer-Institut.

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